thumb|right|300px|Quarzkonglomeratscholle in der Flur bei Landerham (Foto: Martin Ortmeier) Das Rottaler Quarz-Konglomerat-Gebiet liegt in der geologischen Raumeinheit Isar-Inn-Hügelland. Der Schellenberg bei Simbach am Inn mit 550 m ü. NN, der Klosterberg mit 521 m ü. NN im Steinkart bei Bad Griesbach im Rottal und der Steinberg mit 510 m ü. NN nordöstlich von Bad Birnbach sind die höchsten Erhebungen der Härteschicht aus Quarzkonglomerat.
Beschreibung Das Rottaler Quarz-Konglomerat-Gebiet konzentriert sich beidseits der Rott im Umkreis von Bad Birnbach und Bad Griesbach, südlich bis Kößlarn. Die größerflächigen Erhebungen sind der SteinkartLemma zum Steinkart in Niederbayern-Wiki. und die LugenzLemma zur Lugenz in Niederbayern-Wiki., die kleineren sind Klosterwald, Sturzholz, Grafenwald und Aunhamer Spitz. Die Hochflächen und teils sehr steilen Hanglagen sind weitgehend bewaldet oder wieder bewaldet. Kleinere Felsstücke und größere, teils mehr als 2 m über die Flur sich erhebende Felsschollen sind über die Hochlagen verstreut, die Deckflächen der freiliegenden Härtlinge sind mit Moos und geringem Strauchwerk bewachsen.
Oberflächige Gesteinsbrocken wurden lange Zeit abgelesen und zu Mauersteinen verarbeitet. Mit Fortschreiten der Besiedlung von Flächen minderer landwirtschaftlicher Güte wurden Wiesen- und Ackerschläge systematisch entsteint. Nach 1950Zu den Steinbrüchen in der Lugenz siehe Hans Lindl, S. 109–116. wurden in den Wäldern auch große Schollen zerlegt und abgefahren. Außerdem wurden Steinbrüche und Sandgruben betrieben, an deren Rändern nun die Quarz-Konglomerat-Schicht aufgeschlossen ist.Eine ehemalige Sand- oder Kiesgrube in der Lugenz ist im bayerischen Umweltatlas mit der Kurzbeschreibung: „Unter der Oberkante der ehemaligen Kiesgrube liegt ein ca. 1,5 m mächtiges Quarzkonglomerat“ als Geotop ausgewiesen.
Vereinzelt finden sich solitäre Quarz-Konglomerat-Bänke in der landwirtschaftlich Flur, u. a. der „Krokodilfelsen“ bei Landerham nahe Asenham (Bad Birnbach).
Geologie Die Entstehung des Rottaler Quarz-Konglomerat-Gebietes aus dem Quarzrestschotter unter Beteiligung der Kieselsäure ist komplex.Einen geologischen Abriss der Bildung der Quarz-Konglomerat-Bänke aus dem Schotter der Süßwasser-Molasse des bayerischen Alpenvorlandes bietet die touristische Website Bad Griesbachs. Bad Griesbach im Rottal: Naturdenkmäler bei Bad Griesbach
Literatur Ulrich Pietrusky, Günther Michler, Donatus Moosauer: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3. Christoph Stein: Die Moos-, Farn und Blütenpflanzenflora des Isar-Inn-Hügellandes (Südostbayern). In: Hoppea. Denkschriften der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft, Bd. 60, Regensburg 1999. Hans Lindl: Historisches und Kurioses rund um die ‚Neue Welt‘. In der Lugenz gibt es auch heute noch viel Interessantes zu entdecken. In: Bad Birnbacher Heimatheft 2011, Band 21, S. 103–125. Josef Egginger: Lugenz und Aunhamer Spitz bergen wertvolle Kulturgüter. In: Bad Birnbacher Heimatheft 2011, Band 21, S. 126–134.
Einzelnachweise
Kategorie:Region in Bayern Kategorie:Geographie (Landkreis Rottal-Inn) Kategorie:Naturraum im Unterbayerischen Hügelland