Inge Herrmann (* 1985) ist eine schweizerische Chemieingenieurin mit Zusatzausbildung in (prä-)klinischer Forschung und hat eine Professur für Nanopartiküläre Systeme am Department Maschinenbau und Verfahrenstechnik (MLF) an der Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH).

Leben und Wirken Inge Herrmann begann im Jahr 2003 ein Studium des Chemieingenieurswesens (Chemical Engineering) an der ETH Zürich und der Technischen Universität Delft, das sie 2007 mit dem Master abschloss. Sie promovierte 2010 an der ETH Zürich mit einer Arbeit über ein magnetbasiertes Verfahren zur Blutreinigung, das an der Harvard University Cambridge weiterentwickelt wurde. Anschließend ging sie zu Weiterbildungszwecken ans Universitätsspital Zürich (USZ), an die University of Illinois, Chicago sowie an das Imperial College London.

Herrmann kehrte 2015 in die Schweiz zurück und übernahm die Leitung einer auf nanoskalige Materialien und Geräte für das Gesundheitswesen spezialisierte Forschungsgruppe an der Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa). 2019 wechselte sie in das Department Maschinenbau und Verfahrenstechnik der ETH Zürich, wo sie als Expertin für Nanopartikelsynthese und Charakterisierung, Spektromikroskopie und translationale Nanomedizin das Nanoparticle Systems Engineering Lab leitet.

Im September 2023 wurde sie zusätzlich an die Universitätsklinik Balgrist in Zürich zur Assistenzprofessorin mit Tenure Track für Muskuloskelettale Weichteilforschung berufen. Hier gründete sie das Ingenuity Lab, das sich auf Forschung und Entwicklung im Bereich medizinische Materialien und Technologien spezialisiert hat. Zusammen mit ihren Mitarbeitern des Labors, den klinischen Teams der Universitätsklinik Balgrist sowie den Forschungsgruppen an der Empa und an der ETH Zürich erarbeitet sie innovative technologiebasierte Lösungen für Diagnostik und Therapie. Schwerpunkte der Arbeit sind die Entwicklung neuer Gewebeklebetechnologien für die minimal-invasive und roboter-gestützte Chirurgie und die Erforschung neuartiger Behandlungsmethoden für strahlungsresistente Weichgewebstumore und antimikrobielle Resistenzen. Unter Hermanns Leitung wurde bereits im Rahmen einer Dissertation von Alexandre Anthis ein mit Sensoren ausgestattetes Polymerpflaster entwickelt, das nach Operationen vor Lecks im Magen-Darm-Trakt warnt und undichte Stellen eigenständig schliessen kann.

Gegenwärtig arbeitet ihr aus Doktoranden, Doktorandinnen und Postdocs bestehendes Team an einem Implantat aus Hydrogel, das ohne grösseren Eingriff in die Eileiter eingesetzt wird. Dort erfüllt es zwei Aufgaben: Es fungiert als Verhütungsmittel und verhindert, dass mit dem Menstruationsblut Gebärmutterschleimhautzellen in den Bauchraum eindringen können. Somit kann der Entstehung von Endometriose entgegengewirkt werden. Das Implantat ist bereits zum Patent angemeldet.

Auszeichnungen 2012: Johnson & Johnson Award 2012: Bayer Healthcare Award 2018: Swiss National Science Foundation Eccellenza Award (SNSF) 2023: Latsis-Preis der ETH Zürich 2023: Felix-Largiadèr-Preis 2024: Global Women’s Impact Award, Falling Walls Science Breakthrough of the Year in der Kategorie Women’s Impact Award

Veröffentlichungen (Auswahl)

Weblinks

Inge Herrmann auf scholar.google.com Inge Herrmann: Nanoparticle Systems for Healthcare. Einführungsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 19. Februar 2020. Prof. Inge K. Herrmann Welcome to The Ingenuity Lab auf ingenuitylabz.com (englisch) Interview mit Inge Herrmann zum Women’s Impact Award der Falling Walls Foundation gGmbh auf falling-walls.com (englisch)

Einzelnachweise

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