Treville () ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit Einwohnern (Stand ).
Geographie mini|hochkant|Lage der Gemeinde Treville in der Provinz Alessandria Die Gemeinde Treville liegt rund 40 km nordwestlich von der Provinzhauptstadt Alessandria auf einer Höhe von Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 4 km² und erstreckt sich auf einem kleinen Hügel des Montferrat, der zum Tal der Stura del Monferrato ausläuft.
Die Nachbargemeinden sind Cereseto, Ozzano Monferrato und Sala Monferrato.
Etymologie Der Ort wurde erstmals 1202 in einer Lehensurkunde des Markgrafen von Montferrat Bonifacius I. urkundlich erwähnt.Comuni della provincia di Alessandria. S. 370. 1303 ist der Ortsname Trivilla dokumentiert, was auf eine ursprüngliche Entstehung aus drei getrennten Siedlungen – tres villae – hindeutet.Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. S. 667. Wegen fehlender historischer Dokumente kann die Etymologie des Toponyms aber nur vermutet werden. Auch eine Ableitung aus dem lateinischen trivium (= Dreiweg) lässt sich nicht ausschließen.
Geschichte mini|hochkant|Kirche Sant'Ambrogio Die ältesten archäologischen Spuren in Treville lassen sich in das 11. Jahrhundert datieren. Mehrere zwischen 1202 und 1295 datierte Urkunden weisen auf die Existenz des Dorfes hin. Besondere Bedeutung für Treville hat die Proklamation eines Statuts und einer Verordnung am 18. Januar 1303. Treville war damit eine der ersten Gemeinschaften im Montferrat, die über ein Statut verfügte.
1403 belehnte Markgraf Theodor II. aus der Familie der Palaiologen dem Adeligen Giorgio Areccio. Aber bereits 1435 ging der Feudalbeitz an Giacomino dei Biandrate über, dem Leibarzt des Markgrafen. 1536 warf Federico II. Gonzaga den Biandrate Verrat vor, weil sie mit den Savoyern paktierten und beendete ihre Herrschaft. 1590 verkauften sie das Landgut an Giulio Strozzi, der einer reichen Mantuaner Familie angehörte. 1602 ging Treville in den Besitz der ebenfalls aus Mantua stammenden Familie de Andreasi über. Als sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts der Niedergang der Mantuaner Herrschaft abzeichnete, gelangte der Feudalbesitz in die Hände der Gonzani, einer reichen und einflussreichen Kaufmannsfamilie aus Casale Monferrato.
1713 fiel Treville, wie die umliegenden Orte des Unteren Montferrat, an das Haus Savoyen.
Bevölkerungsentwicklung
Wirtschaft Der landwirtschaftlich geprägte Ort wird vor allem vom Weinbau bestimmt. Bei Treville werden Reben der Sorte Barbera für den Barbera d’Asti, einen Rotwein mit DOCG Status, sowie für den Barbera del Monferrato angebaut. Noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die örtlichen Weinkellereien vor allem kleinere Familienbetriebe. Mittlerweile zählen sie zu den bedeutendsten Weinproduzenten der Gegend.Il Piemonte: paese per paese. 7: San Sebastiano Curone–Zumaglia. o. S.
Eine Besonderheit im Montferrat stellt der Anbau von Artischocken und Kapern dar. Das besondere Mikroklima in Treville, mit etwa 2⁰ höheren Durchschnittstemperaturen erlaubt den kommerziellen Anbau dieser landwirtschaftlichen Produkte.
Sehenswürdigkeiten Die Pfarrkirche Sant'Ambrogio im piemontesischen Barockstil mit einem einzigen Kirchenschiff und ovaler Form, die wahrscheinlich von Evasio de Giovanni, einem Schüler von Magnocavallo von 1772 bis 1783, erbaut wurde. Die Überreste der 1986 restaurierten romanischen Pfarrkirche San Quirico mit rechteckiger Form und einer interessanten Apsis mit drei kleinen verzierten Fenstern. Infernot, für das Piemont charakteristische Weinkeller, von denen es in Treville mehrere besonders schöne gibt, die besichtigt werden können.
Literatur Il Piemonte: paese per paese. 7: San Sebastiano Curone–Zumaglia. Bonechi, Florenz 1995. Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4. Comuni della provincia di Alessandria. (=Comuni del Piemonte. Band 2). Herausgegeben vom Consiglio Regionale del Piemonte, Nerosubianco Edizioni, Cuneo 2008 (2. Auflage), S. 370–371.
Weblinks
Touristische Informationen auf percorsimonferrato.com Informationen bei comuni-italiani.it (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Piemont Kategorie:Ersterwähnung 1202