Der UHC Admira Wien, kurz Admira, ist ein Damen-Handballverein aus dem 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf, der auf die Förderung heimischer Nachwuchsspielerinnen ausgerichtet ist. Die Heimspiele werden in der Sporthalle Rennbahnwegsiedlung ausgetragen.
Geschichte mini|links|145px|Logo des ESV Admira Wien ab ca. 1951 mini|links|145px|Logo der Admira Energie ab ca. 1960 Die Admira ist ein Traditionsverein, dessen Ursprung auf die Gründung einer Frauenhandballmannschaft im Floridsdorfer Turnverein (FTV) im Jahre 1940 zurückgeht. Wegen der Auflösung des FTV erfolgte 1945 die Angliederung als Handball-Frauensektion an den Sportklub Admira. 1951 kam es zur Fusion mit dem Eisenbahnersportverein (ESV) Wien zum ESV Admira Wien. In dieser Konstellation konnte 1953 der erste Staatsmeistertitel auf Großfeld-Rasen errungen werden. Schon 1957 gab es die nächste Änderung: Aus dem ESV Admira wurde WSC-Admira, weitere 3 Jahre später dann Admira Energie und deren Handballsektion KSV Admira Energie. Gemeinsam mit dem Rivalen DSC Danubia beherrschte die Admira zu dieser Zeit die österreichische Damen-Handballszene. 1962 gelang schließlich der erste Staatsmeistertitel auf Kleinfeld unter Trainer Friedrich Fitz.
1968 erfolgte die Eingliederung der Handballsektion KSV Admira Energie in den SC Landhaus unter dem Namen Union Admira Landhaus (Obmann: Küssel, Stellvertreter: Raab, Sektionsleiter: Heinz Krug, Trainerin: Muschi Krug). Es folgten 9 österreichische Staatsmeistertitel und viele nationale und internationale Turnier- und Europacuperfolge.
Als erster österreichischer Handballklub überhaupt erreichte Union Admira Landhaus 1976 ein Europacup-Semifinale. Dort unterlag das Team den späteren Gewinnerinnen des Europacups RK Radnički Belgrad.
Aus der Saison 1976/77 ging Hypo Niederösterreich erstmals als Staatsmeister hervor. Die besten Admira-Spielerinnen wechselten vor dieser Saison und holten den Titel für den Klub Hypo Niederösterreich, der unter völlig anderen finanziellen und infrastrukturellen Voraussetzungen in die österreichische Handballszene einstieg. In den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurde der Frauenhandball zunehmend von den jeweiligen Budgets der Vereine geprägt. Die Admira blieb bei ihrer Positionierung, in erster Linie heimische Nachwuchsspielerinnen zu fördern.
Ab der Saison 1991/92 ging die Admira eine Spielgemeinschaft mit der Damenhandballsektion des Post SV ein, die damals aus Mangel an Spielerinnen vor der Auflösung stand. Im österreichischen Staatsligacup 1994/95 konnte in Abwesenheit von Hypo Niederösterreich der 1. Platz, 1995/96 der 2. Platz errungen werden. 1996 wurde die Damenhandballsektion des Post SV aus finanziellen Gründen aufgelöst und damit die Spielgemeinschaft beendet. mini|340px|Bundesliga-Team 2020/21 des UHC Admira Wien mit Trainerin Jasna Kolar-Merdan 2001 erfolgte die Teilung des SC Union Landhaus in einen auf Betriebssport ausgerichteten Verein mit Sitz in St. Pölten und einen Verein mit Sitz in Wien, dessen Sektionen Meisterschaftsbetrieb führen. Letzterem gehörte fortan die Damenhandballsektion an. Bereits 2003 kam es zur Gründung des eigenständigen Klubs UHC Admira Landhaus innerhalb des SC Union Landhaus in Wien, Obfrau war Brigitta Richter. 2019 wurde ein neuer Vorstand unter Obmann Gottfried Fahrngruber bestellt. Schließlich fand 2020 die Ausgliederung von SC Union Landhaus samt Namensänderung auf Sportunion-Handballclub Admira Wien statt. Dem 2021 neu bestellten Vorstand sitzt seither Klub-Manager Enrico Jacono vor.
Erfolge Österreichischer Meister: 11 × (1953, 1962, 1968, 1969, 1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1974/75, 1975/76) Erster Handballklub Österreichs in einem Europacup-Semifinale (1976) Erreichung des Europacups 1986 bis 1997
mini|340px|Admira Wien Damen-Team Saison 2025/26 Kader 2025/26 Nr. Name Nationalität Position1 Alina Stani Tor16 Patricia Wagner Tor18 Valerie Mösslberger Tor21 Natascha Schilk Tor3 Christina Lovrinovic Rückraum Mitte6 Vanessa Pichler Kreis7 Leonie Sophie Leder Links Außen8 Maili Breit Rückraum Links10 Noemi Bösch Rechts Außen13 Lea Müller Links Außen14 Elana Bertalan Links Außen17 Katharina Zeba Links Außen19 Chidimma Noble Rückraum Links20 Linda Friedl Rückraum Mitte22 Erika Harangozo Links Außen29 Kathrin Grünsteidl Rechts Außen32 Confidence Stuppöck Rückraum Links37 Emilia Jacono Rückraum Mitte38 Juliana Tusa Rückraum Rechts41 Kristina Draganić Kreis51 Irina Marceta Rückraum Rechts53 Hanna Schrey Rechts Außen54 Bibiana Schwarz Rückraum Mitte
Bekannte ehemalige Spielerinnen Sandra Hart (–2019) Stefanie Schalko (–2019) Danuta Kuś-Załęska (1990–1997) Anna Kostowska (1981–1984) Kazimiera Tomaszewska (1988–1994), Trainerin der 1. Mannschaft (1994–ca. 2011)
Jantsch, Nemecek, Ocwirk, Daibel, Wilfert, Kunstel, Cerwinka, Haas-Pelz, Juranitsch-Obermaier, Erika Franz-Wilfert, Muschi Krug-Wilfert, Stussak, Palme, Geyer, Gerti Krug, „Jimmy“ Simon, Sabine Heil und Michaela Juranitsch-Huber Die Welthandballerin Jasna Kolar-Merdan war von 2019 bis 2021 Trainerin der Admira.
Weitere Wettbewerbe Teilnahme am internationalen Sommerturnier in Zypern 1997 und 1999 Teilnahme am internationalen Beachhandballturnier in Griechenland 1998 und 2001
Mediale Rezeption Historische Zeitungsberichte über die Admira aus den Jahren 1947, 1948 und 1954 finden sich im Projekt ANNO – AustriaN Newspapers Online der Österreichischen Nationalbibliothek.
Literatur Eva-Maria Reichebner: Frauenhandball in Österreich: Motive, Wünsche, Gruppenstrukturen. Hochschulschrift. Diplomarbeit, Universitätsbibliothek Wien. 1988 (zum Datensatz) Birgit Riezinger: Verbote, Widerstände, große Erfolge: 100 Jahre Frauenfußball in Österreich. Wien 2024, ISBN 978-3-903376-80-9 (zum Datensatz)Zwar geht es im Buch nur um Fußball, aber im Inhaltsverzeichnis scheint auf, dass die Vereinsgeschichte behandelt wird. Interview mit Landhaus-Gründer Gerhard Traxler auf S. 130.
Weblinks
Offizielle Website des UHC Admira Wien Ligeneinteilung der Mannschaften auf nuLiga UHC Admira Wien im WHV auf nuLiga
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Frauenhandballverein Wien, Admira Kategorie:Sportverein (Wien) Kategorie:Vereinsgründung 1940 Kategorie:Frauen (Wien)