Der Neue Friedhof Schneverdingen befindet sich in der Stadt Schneverdingen im niedersächsischen Heidekreis. Der ca. 440 Meter lange und maximal ca. 235 Meter breite Friedhof liegt im Südosten Schneverdingens, südlich der Bahnhofstraße (= Landesstraße L 170) und westlich der Schröderstraße.
Besonderheiten Auf diesem Friedhof ruhen in mehreren gepflegten Anlagen insgesamt 128 Tote beider Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Vom Friedhofseingang Schröderstraße aus gesehen liegen die Grabfelder rechts vom Hauptweg – alle Anlagen sind in einem guten Pflegezustand: unmittelbar rechts vom Eingang am Friedhofszaun eine Gräberstätte für 14 sowjetische Zwangsarbeiter, darunter auch Frauen und mehrere Kinder, verstorben 1942–45, mini|Großes steinernes Kreuz (2022) mini|13 Gräber (2022) mini|Gräberfeld mit 34 Toten des Zweiten Weltkrieges (2022) ein Massengrab rechts vom Hauptweg mit 62 unbekannten KZ-Häftlingen, gekennzeichnet durch ein großes steinernes Kreuz mit der Inschrift „1945 Herr, erbarme Dich 62 unbekannte KZ-Tote“. Vor der Anlage eine Informationstafel mit folgendem Text: „Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gab es zunehmend auch auf der Heidebahn zwischen Buchholz und Soltau Transporte mit KZ-Häftlingen. Sie wurden oft wochenlang von den Machthabern des dritten Reiches ziel- und planlos vor den heranrückenden Alliierten unter unfassbaren, unmenschlichen Bedingungen durch Deutschland geschickt. Der Schneverdinger Bahnhof war mehrfach Haltepunkt für Transporte mit oft Tausenden von Gefangenen, die in offenen oder geschlossenen Güterwagen eingesperrt wurden. Einige mutige Schneverdinger versorgten sie mit Nahrungsmitteln und Wasser. 62 KZ-Häftlinge fanden hier in Schneverdingen ihre letzte Ruhestätte. Sie kamen mit einem Evakuierungstransport im März/April 1945 auf ihrer Irrfahrt in die Lüneburger Heide: Opfer der Unmenschlichkeit, gestorben vor Hunger, Durst, an Erschöpfung und Krankheiten. Neben der Bahnstrecke am Bahnhof wurden sie verscharrt. Erst nach dem Einmarsch englischer Truppen Mitte April wurden sie entdeckt und auf Veranlassung der Alliierten hierhin umgebettet. Wir wollen das nicht vergessen.“ rechts vom Hauptweg – auf Höhe der Anlage für die KZ-Opfer – 13 Gräber für vier deutsche Soldaten des Ersten Weltkrieges und 9 Deutsche (Vertriebene?), gestorben nach Kriegsende 1945–48 im Krankenhaus Reinsehlen, rechts vom Hauptweg – kurz vor den KZ-Opfern – ein Gräberfeld mit insgesamt 34 Toten des Zweiten Weltkrieges: 29 deutsche Soldaten, davon vier Unbekannte, sowie zwei belgische und drei sowjetische oder polnische Staatsangehörige, vermutlich Wehrmachtsangehörige. Fast alle fielen durch Luftangriffe oder während der Endkämpfe im Raum Schneverdingen im März und April 1945.Schneverdingen, Neuer Ev.- luth. Friedhof auf kriegsgraeberstaetten.volksbund.de
Geschichte mini|Die 1975 errichtete Friedhofskapelle (2022) Der Friedhof wurde 1890 als kirchlicher Friedhof angelegt, seit 1972 befindet er sich in städtischer Verwaltung. Die Friedhofskapelle wurde 1975 errichtet.Friedhof (Peter und Paul) auf kirchengemeindelexikon.de
Siehe auch Liste der Baudenkmale in Schneverdingen#Schneverdingen Liste von Friedhöfen im Landkreis Heidekreis
Weblinks
Schneverdingen, Neuer Ev.- luth. Friedhof auf kriegsgraeberstaetten.volksbund.de
Einzelnachweise
Friedhof Schneverdingen Schneverdingen Schneverdingen