Stemmas ist ein Gemeindeteil des Marktes Thiersheim im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Stemmas hat eine Fläche von 5,108 km². Sie ist in 460 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 11104,05 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Altdürrlas und Neuenreuth.
Geographie Das Dorf liegt auf freier Flur auf der Selb-Wunsiedler Hochfläche am Flitterbach. Nordwestlich des Ortes befindet sich ein ehemaliger Steinbruch, der als Geotop ausgezeichnet ist. die Staatsstraße 2180 führt nach Thiersheim (1,3 km westlich) bzw. nach Kothigenbibersbach (1,1 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Neuenreuth (1,1 km nordwestlich).
Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1291 als „Steymels“ erstmals urkundlich erwähnt. 1421/23 lautet der Ortsname „zum Steinmeß“ und „czum Steynmewssel“, was auf Bergwerktätigkeiten hinweist.D. Herrmann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 652f. Laut dem Landbuch der Sechsämter (1499) bestand der Ort aus einem Anderthalbhof, zwei Ganzhöfen und einem Halbhof. Zwei weitere Ganzhöfe waren unbezimmert und öd. Es soll auch eine Kapelle gegeben haben. Das Hochgericht übte das brandenburg-kulmbachische Amt Thierstein aus. 1787 bestand Stemmas aus vier Halbhöfe, drei Drittelhöfe, vier Viertelhöfe, einer Mühle, einem Hirtenhaus und einem Tropfhaus.Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 204f.
Von 1797 bis 1810 unterstand Stemmas dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel. Mit dem Gemeindeedikt wurde Stemmas dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Thiersheim zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Stemmas. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Thiersheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt). 1824 wurde Stemmas in die Ruralgemeinde Neuenreuth eingegliedert, zu der schon der Ort Altdürrlas gehörte. Durch die Verlegung des Gemeindesitzes um 1857/60 wurde die Gemeinde dementsprechend umbenannt. Ab 1862 gehörte Stemmas zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Thiersheim (1879 in das Amtsgericht Thiersheim umgewandelt, 1932 aufgehoben, seitdem Amtsgericht Wunsiedel). 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche der Gemeinde von 5,103 km². Am 1. Januar 1977 wurde Stemmas im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Thiersheim eingemeindet.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Stemmas Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 185 223 234 220 249 229 214 214 192 170 173 177 191 192 187 164 153 152 160 213 199 173 192 227HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 32 31 30 30 29 28 37 Quelle Für die Gemeinde Stemas zuzüglich der Einwohner von Altdürrlas (S. 2) und Neuenreuth (S. 83).
Ort Stemmas Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2014Einwohner 88 106 89 75 80 64 86 98 126 112 81Häuser 15 14 13 12 20 31 Quelle
Religion Stemmas ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Ägidius (Thiersheim) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Geographie (Thiersheim) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) Kategorie:Ersterwähnung 1291 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1976 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge