Casimir Wilhelm Freiherr von Gayl (geb. 26. Januar 1746 in Birsen; gest. 3. April 1821 in Stendal) war ein preußischer Capitain, Landrat, Kammerdirektor der altmärkischen Kriegs- und Domänenkammer und westphälischer Oberrechnungsrat.
Herkunft Casimir Wilhelm von Gayl war Angehöriger des Adelsgeschlechts Gayl. Er war der zweite Sohn des Barons Otto Christoph von Gayl († 1747) und polnischen Majors, und dessen Ehefrau Eva Katharina (1719–1750), geb. von Bistram. S. 227
Leben Nach dem Besuch von Schulen in Mitau und Königsberg schrieb er sich an der Universität Königsberg ein. Um das Jahr 1762 verlegte er sich auf den Preußischen Militärdienst, wo er 1764 zum Offizier im Infanterie-Regiment von Lindstedt aufstieg. Im Juni 1776 wurde er auf eigenen Wunsch im Rang eines Capitains vom Militär verabschiedet. Im Anschluss zog er sich auf sein zuvor erworbenes Gut Eichstedt zurück.
Im Januar 1778 wurde seine Ernennung zum Ritterschaftsrat des neuen Kreditsystems nach Vorschlag durch Minister von Görne von Friedrich II. abgelehnt, da dieser von Gyal nicht kannte. S. 71; ISBN 978-3-8305-3261-3 S. 193 f. ISBN 978-3-8305-1842-6 Kurze Zeit danach wurde von Gayl allerdings doch noch als Ritterschaftsrat bei der altmärkischen Direktion angenommen. Parallel dazu übernahm er auch den Posten als Separationskommissar bei der Kammer. In der Mitte des Jahres 1782 wurde er von den Ständen zum Landrat des Tangermündeschen und Arneburgischen Kreises gewählt.
Obwohl er sich um eine Befreiung vom großen Examen bemüht hatte, bestand er dieses am 19. Oktober 1782 in Anwesenheit des Ministers von Werder. Die Bestallung als Landrat erfolgte wenige Tage später am 29. Oktober des Jahres. Im März 1784 wurde er zum Direktor der Kammerdeputation zu Stendal ernannt, ihm im Amt als Landrat des Tangermündeschen und Arneburgischen Kreises folgte Achaz Christoph von Bismarck.
Nach Ende der Amtszeit von Bismarcks bewarb sich von Gayl Mitte 1787 erneut um das Amt als Landrat mit dem Hinweis, den Posten als Kammerdirektor nur unwillentlich angenommen zu haben. Seinem Wunsch wurde indes nicht entsprochen, da die neu zu besetzende Landratsstelle an Karl von Ingersleben vergeben wurde. Als die Kammerdeputation im Jahr 1790 sukzessive aufgelöst wurde, verlor von Gayl das Amt als dessen Direktor. Fortan sollte er als Deputierter der kurmärkischen Kriegs- und Domänenkammer Aufgaben in der Altmark wahrnehmen.
Noch vor 1793 wurde er zwar kurzzeitig in die Pension verabschiedet, jedoch kurz Zeit später wieder auf aktiv gesetzt. Mittels Ordre vom 8. Januar 1801 leitete das Generaldirektorium eine steuerliche Untersuchung gegen ihn ein. Als Resultat wurden regelwidrig erhobene Gebühren für Getreidexporte sowie unerlaubte Geschenke attestiert. Als Folge dessen wurde von Gayl kassiert und zu drei Jahren Festungsarrest verurteilt. Ein entsprechendes Ersuch für eine Begnadigung wurde zwar einstweilen abgewiesen, allerdings wurde seiner Ehefrau einer Pension von 800 Talern zugestanden. Auch durfte er sein Amt als Ritterschaftsrat behalten, zudem wurde ihm die restliche Strafe von Friedrich II. erlassen.
Persönliches Von Gayl war seit 1773 Mitglied in einer Freimaurerloge. Er besaß Güter in der Altmark im Wert von mehr als 50.000 Talern, darunter das Gut Eichstedt.
Familie Casimir Wilhelm von Gayl war in erster Ehe seit Januar 1771 mit Sophie Wilhelmine Louise (1747–1781), geb. Schenk von Flechtingen, verheiratet. In zweiter Ehe vermählte er sich am 20. Mai 1782 mit Sophie Anna Charlotte (1755–1813), geb. Jagow, Tochter des Leutnants Siegfried Ludwig von Jagow (1729–1796), und dessen Ehefrau Philippine Ernestine, geb. von Bardeleben. S. 1617 Von Gayl war Vater von 13 Kindern, darunter der preußische Generalmajor Friedrich von Gayl (1776–1853) aus erster Ehe, sowie der oldenburgische Generalleutnant Ludwig Dietrich Eugen (1785–1853), Ernst Alexander Kasimir (1785–1832) und Leopold (1791–1876) aus zweiter Ehe.
Publikation Ideen über Errichtung eines Europäischen grossen Staaten=Bundes, Weimar, 1815 (S. 450–469).
Literatur
Leopold von Lederbur (Hrsg.): Archiv für Deutsche Adels-Geschichte, Genealogie, Heraldik und Sphragistik. Vierteljahrsschrift. Verlag von L. Rauch, Berlin 1865, S. 61 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Weblinks
Einzelnachweise
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