mini|hochkant|Nasrine Seraji (2020) Nasrine Seraji-Bozorgzad (; geboren am 26. Dezember 1957 in Teheran) ist eine britisch-iranische Architektin und Hochschullehrerin.

Leben Seraji stammte aus einer Familie von Bauingenieuren. Sie studierte 1974 Medizin an der Universität Isfahanan. 1983 machte sie nach einem fünfjährigen Architekturstudium einen Abschluss an der Architectural Association in London. Nachdem sie in verschiedenen Architekturbüros gearbeitet hatte, wurde sie 1985 Mitglied im Royal Institute of British Architects (RIBA).

Im Jahr 1989 nahm Seraji an einem französischen Ideenwettbewerb zum 200-jährigen Jubiläum der Menschenrechte und der französischen Revolution teil. Nach dem Wettbewerbsgewinn zog sie nach Paris, wurde Mitglied im Ordre des Architectes Ile-de-France und gründete 1990 ein eigenes Architekturbüro. 2006 wurden Nicolas Fevrier und Roland Oberhofer als Partner in das Büro aufgenommen.

1988 bis 1991 war sie Gastprofessorin an der Universität Toronto und 1994 an der School of Architecture der Tulane University. 1994 lehrte sie an der Columbia University in New York und 1995 École spéciale d'architecture. Von 1993 bis 1998 wirkte sie an der Architectural Association als Leiterin eines Diplomstudiengangs und an der Princeton University als Gastprofessorin. Sie lehrte auch an der Akademie der bildenden Künste Wien, wo sie eine der beiden Masterschulen für Architektur leitete. Seraji war von 2001 bis 2005 Professorin und Leiterin des Fachbereichs Architektur an der Cornell University. 2006 wurde sie Dekanin der École Nationale Supérieure d’Architecture Paris-Malaquais (ehemals École des Beaux-Arts). Im selben Jahr kehrte sie an die Akademie der bildenden Künste Wien zurück, wo sie den Lehrstuhl für Ökologie, Nachhaltigkeit und Denkmalpflege sowie die Leitung des Instituts für Kunst und Architektur innehatte. Nach ihrer Professur für Architektur an der Hong Kong University ab 2014 wurde sie 2020 als Professorin für Architectural Design an das College of Engineering & Architecture des University College Dublin (UCD) berufen.

Das französische Bildungsministerium berief Seraji 2003 zum Mitglied des Expertengremiums für Architekturforschung und -ausbildung. Sie wurde 2006 vom französischen Kulturminister als Chevalier des Arts et des Letters für ihre Verdienste als Architektin und ihre herausragenden Leistungen in Kunst und Geisteswissenschaften ausgezeichnet. 2008 wurde ihr der Orden Chevalier dans l’Ordre National du Mérite verliehen. Im selben Jahr erhielt sie außerdem die Médaille d’Argent der Französischen Akademie für Architektur. Ihr wurde im Juli 2011 der Orden Chevalier de l’Ordre National de la Légion d’Honneur verliehen. Im Mai 2016 wurde sie zum Officier de l’Ordre Nationale du Write befördert und im April 2017 zum Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres.

Werke (Auswahl)

1991 Temporary American Centre, Paris 1995 Philharmonie Bremen, Internationaler Wettbewerb, 2. Preis 1997 École d’Architecture, Tours, Wettbewerb 1998 Musée de la Caverne du Dragon, Oulches-la-Vallée-Foulon 2003, Studentenwohnheime Linzerstraße, Wien 2003 Studentenwohnheime, Paris, nominiert für den Enquerre d‘Argent 2003 und den Mies-van-der-Rohe-Preis 2004 ff. Metropolitan Garden City, Städtebauentwurf für Penang, Internationaler Wettbewerb 2004 2006 Erweiterungsbau der Architekturfakultät in Lille, Nominierung für den Enquerre d‘Argent 2006 und den Mies van der Rohe Preis 2007 Les 3 établissements humains, Boulogne-Billancourt, Wettbewerb 2007–2017 Big, Heavy and Beautiful, Wohnungen, RATP-Depot, Porte d‘Orléans-Paris 2009 Ecole Française de Rome, Schule, Rome 2011 Centre de vie, Sophia Antipolis, gewonnener Wettbewerb 2008 2010 Vertigo, Stadtentwicklungsprojekt, Busan 2010 Sport- und Kulturzentrum, Joinville-le-Pont, gewonnener Wettbewerb 2012 Roméo et Juliette, 74 Wohnungen, Clermont-Ferrand 2014–2021 Le Mintaka, Wohnungen, Le Rheu

Veröffentlichungen (Auswahl)

Diversion, in: Francesca Hughes (Hrsg.): The Architect. Reconstrukting her Practice, MIT Press, Cambridge, 1996, ISBN 978-0-2625-8165-3, S. 128 f. Logement, matière de nos villes.: Chronique européenne 1900–2007 (fr), Picard, 2007, ISBN 978-2-7084-0795-4 mit Sony Devabhaktuni, Lu Xiaoxuan: From Crisis to Crisis: Debates on Why Architecture Criticsm Matters Today, Actar, 2019, ISBN 978-1-9487-6505-3 Camouflage: Renovation du centre bus de la porte d’Orleans, Paris, in: D’A, d’architectures, 2018, 262, S. 99–113, ISSN 1145-0835

Literatur

Françoise Fromonot: Nasrine Seraji. L’architettura come territorio. Architecture as territory (it), Libria, 2002, ISBN 978-8-8872-0225-0 Architecture: A Woman’s Profession, Jovis, 2011, ISBN 978-3-8685-9086-9

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