mini|Rosengasse 8, Coburg

Das Gebäude Rosengasse 8 ist ein Wohn- und Geschäftshaus in der oberfränkischen Stadt Coburg. Es wurde 1465 erstmals erwähnt und ist als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen.

Geschichte Das dreigeschossige Wohn- und Geschäftshaus stammt in seinem Kern aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Eigentümer und Inhaber des Ratslehens sind seit 1465 nachweisbar. Im Jahr 1594 wurde das Anwesen durch einen Großbrand beschädigt. 1700 wurde es als dreigeschossiges Eckhaus mit fünf Stuben, einem Gewölbe, einem Keller und einem Stall beschrieben. 1889 ist ein Umbau des Dachgeschosses für Lagerzwecke dokumentiert. Der Umbau vom Walmdach zum Mansarddach folgte 1896. Im Jahr 1916 kaufte Wilhelm Feyler (1869–1960) das Gebäude zur Erweiterung seiner Verkaufs- und Produktionsflächen. Er war seit 1892 Eigentümer des Nachbarhauses Rosengasse 6 und betrieb eine Spezial- und Feinbäckerei. Feyler beauftragte den Maurermeister Johann Strobel mit der Umgestaltung des Erdgeschosses, einschließlich der kompletten Fassade, zu einem Ladengeschäft. Dabei wurden unter anderem drei rundbogige, profilierte Schaufenster an der Rosengasse sowie ein Nebenportal und ein Schaufenster in der Metzgergasse eingebaut. Außerdem wurde ein Durchbruch zu Haus 6 hergestellt. 1897 wurde Feyler zum Hofbäcker und 1907 zum Hoflieferanten ernannt. In dieser Zeit kreierte er das „Coburger Schmätzchen“, das aus Honigteig besteht und Nüsse, Mandeln, Orangeat, Zitronat sowie Gewürze enthält.

1918 und 1933 erfuhr das Dachgeschoss einen Ausbau für Wohnzwecke. Erweiterungen der Bäckerei folgten durch Umbauten der Nachbarhäuser Metzgergasse 15a und 17. So wurden 1931 die Backstube im Rückgebäude und 1976 die Verkaufsräume vergrößert. 1995 ließ die Familie Feyler die Fassade renovieren.

Architektur Das Eckgebäude zur Metzgergasse weist eine repräsentative, in der Rosengasse zehnachsige Fassade mit Fensterbändern auf, die in eine Vierer- und drei Zweierfenstergruppe aufgeteilt ist. Ein Zahnschnittgesims trennt das aus Sandsteinquadern bestehende Erdgeschoss vom ersten Obergeschoss. Die Obergeschosse sind verputzte Fachwerkkonstruktion und einzeln vorkragend. Das Mansarddach sitzt auf einer auskragenden Traufe. In der Mitte ist in der Rosengasse ein vierachsiges Zwerchhaus, flankiert von Gauben, angeordnet. Besonders markant ist das um 1606 entstandene Renaissanceportal, das als figürliches Sitznischenportal bedeutend ist in Coburg. Die Sitznischen sind als Muschelnischen mit Polstersteinen gestaltet. Am Bogen befinden sich Putten und allegorische Frauengestalten. Der Keilstein weist einen Kranich als Symbol der Wachsamkeit auf. Die Nebenfassade in der Metzgergasse ist ähnlich zur Hauptfassade gegliedert. Das dortige Nebenportal ist durch einen Keilstein mit Initialen von Wilhelm Feyler und der Jahreszahl 1916 sowie eine reich verzierte Haustür gekennzeichnet. Die Firmeninschriften auf der Fassade stammen aus dem Jahr 1916. Pfeiler unterteilen die Geschäftsräume, den Caferaum überspannt eine Felderdecke.

Literatur

Tilmann Breuer: Liste der schutzwürdigen Bauten in der Stadt Coburg. Coburg 1970, S. 97–98.

Weblinks

, Akten-Nummer D-4-63-000-436

Einzelnachweise Christian Boseckert: Aus dem Leben des Hofbäckermeisters und Landesgewerberates Wilhelm Feyler. In: Historische Gesellschaft Coburg e. V. (Hrsg.): Coburger Geschichtsblätter. Jahresband 19, Jahrgang 2011, , S. 109–128.

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