mini|hochkant=0.8|Eugenia Apostol (2011)
Eugenia Duran Apostol (* 29. September 1925 in Sorsogon City; † 13. September 2026) war eine Journalistin und Zeitungsverlegerin von den Philippinen. Ihr wurde 2006 der Ramon-Magsaysay-Preis für Journalismus, Literatur und Kreative Kommunikationskünste verliehen, da sie durch ihre Berichterstattung dazu beitrug, dass sowohl 1985 das korrupte Regime von Ferdinand Marcos als auch 2001 die Regierung von Joseph Estrada stürzten.
Leben und Karriere Eugenia Apostol begann ihre journalistische Karriere mit Artikeln über Lifestyle-Themen wie Wohnkultur und Mode, gelegentlich verfasste sie auch Geschichten über Menschen. Sie war Herausgeberin der den Frauen gewidmeten Seiten in der The Manila Times und des The Manila Chronicle. Mit ihren Veröffentlichungen sprach sie besonders sozial engagierte Leserinnen an.
Während unter Marcos die Presse zensiert wurde, nutzte sie die damals herrschende Wahrnehmung, dass Frauenzeitschriften von Natur aus harmlos seien und sich nicht mit kritischem Journalismus beschäftigen würden, um über das Regime aufzuklären. Über ihre Printmedien schaffte sie es, den Menschen die Augen für die Realität der damaligen gesellschaftspolitischen Situation im Land zu öffnen.
1981 schloss sie sich der „Mosquito Press“ an und begann, Artikel zu veröffentlichen, in denen sie offen Kritik an der Marcos-Diktatur übte. Wegen ihrer Berichterstattung, die das Marcos-Regime beunruhigte, wurde sie vor ein Militärgremium geladen. Sie wählte dort folgende Worte: „to suppress the expression of differing but legitimate opinion would be like covering the kettle and not allowing the steam to escape. Then you could have an explosive situation“ (Die Unterdrückung abweichender, aber legitimer Meinungen wäre wie das Zudecken eines Kessels, damit der Dampf nicht entweichen kann. Das könnte zu einer explosiven Situation führen). Nachdem sich 1985 die politische Krise in den Philippinen verschärft hatte, rief sie mit dem Philippine Daily Inquirer eine unabhängige Zeitung ins Leben, die furchtlos über Corazon Aquinos populäre Präsidentschaftskampagne und deren Sieg, die EDSA-Revolution, berichtete. Sie war darüber hinaus Gründerin der Sonderausgabe Mr. & Mrs. Special Edition. In der ersten Ausgabe berichtete sie 1983 unzensiert über die Ermordung von Benigno Aquino.
1996 gründete sie mit anderen die Foundation for Worldwide People Power (FWWPP), um die öffentlichen Schulen in den Philippinen zu verbessern, und mit dem Ziel, die späteren Generationen besser über die Demokratie und die Staatsbürgerschaft zu informieren.
1999 brachte sie als Reaktion auf die versuchte Pressezensur durch Präsident Joseph Estrada die Zeitung Pinoy Times heraus.
2006 zeichnete man Eugenia Apostol mit dem Ramon-Magsaysay-Preis aus. Der Stiftungsrat des Preises veröffentlichte folgende Begründung: „The RMAF Board of Trustees recognizes her courageous example in placing the truth-telling press at the center of the struggle for democratic rights and better government in the Philippines.“ (Der RMAF-Treuhänderausschuss würdigt ihr mutiges Beispiel, die wahrheitsgetreue Presse in den Mittelpunkt des Kampfes für demokratische Rechte und eine bessere Regierung auf den Philippinen zu stellen.)
Eugenia Apostol galt als eine unermüdliche Vertreterin der Pressefreiheit und als die einflussreichste Herausgeberin ihres Heimatlandes in drei Jahrzehnten. Sie trug maßgeblich dazu bei, die öffentliche Meinung ihres Landes zu beeinflussen.
Sie wurde auch Filmproduzentin zweier Filme: Martial Law (1997), ein Dokumentarfilm über Marcos’ Machtergreifung, und Lakas sambayanan (2001).
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