mini|hochkant=1.2|Ubosot des Wat Phra Kaeo in Chiang Rai Wat Phra Kaeo (Chiang Rai) () ist ein königlicher Tempel dritter Rangklasse in der Stadt Chiang Rai im Norden Thailands.
Er liegt im Unterbezirk Wiang, Mueang Chiang Rai, an der Trairat-Straße und umfasst eine Fläche von rund 10.640 m². Am 31. Mai 1978 wurde der Tempel durch König Rama IX. in den Rang eines königlichen Tempels erhoben. Historisch bedeutsam ist Wat Phra Kaew als Fundort des Smaragdbuddha (Phra Kaew Morakot), der heute im gleichnamigen Tempel in Bangkok verehrt wird.
Der Tempel gilt als eines der wichtigsten religiösen und administrativen Zentren des nördlichen Sangha (Mönchsordens). Der Abt, Phra Dhammarachanuwat, ist zugleich der oberste geistliche Leiter Nordthailands.
Ursprung und Name mini|Der Ubosot von Wat Phra Kaew, um 1946
Der genaue Gründungszeitpunkt des Tempels ist unbekannt. Historiker gehen davon aus, dass er zur Zeit der Stadtgründung von Chaen Sean (1327–28) errichtet wurde oder bereits zuvor um 1319, spätestens jedoch zur Regierungszeit von König, Pha Yu, der die Regierung nach Chiang Mai verlegte. Pha Yu ließ wahrscheinlich Buddha-Statuen anfertigen, als er in Chiang Mai eine große Chedi (Chedi Luang) errichten ließ. Diese Regierungszeit war von guten Beziehungen zu Sukhothai geprägt. Wat Pa Sak selbst sowie seine Buddha-Bilder und die reich verzierte architektonische Skulptur entsprechen eng den Sukhothai-Beispielen aus den 1340er-Jahren. Obwohl die Chroniken Wat Pa Sak nicht verzeichnen, nennt eine Inschrift II, die vom Mönch Sisatta aus Sukhothai zur selben Zeit verfasst wurde, Chiang Saen das Zentrum des Lanna-Reiches. Die Datierung der Buddha-Figuren von Wat Pa Sak – und im Grunde aller frühen buddhistischen Bildwerke Lannas – liegt vermutlich zwischen den 1303 „Si Liam“-Buddhas (heute stark restauriert) und den 1371 Buddhas des Wat Phra Yuen. Ursprünglich trug er den Namen Wat Pa Ya oder Wat Pa Yea (, „Tempel im goldenen Bambuswald“), da ihn dichte gelbe Bambushaine umgaben, die in der Region „Yea“ genannt werden.
Im Jahr 1434 A.D. so schreibt der thailändische Prinz und Kunsthistoriker Subhadradis Diskul traf ein Blitz den achteckigen Chedi des Tempels. Das Bauwerk stürzte teilweise ein und gab eine Buddhafigur frei, die mit Stuck überzogen war. Der Abt brachte sie in seine Unterkunft, wo sich einige Tage später an der Nase der Figur Stuck ablöste und grünes Gestein zum Vorschein kam. Nachdem der Stuck entfernt war, zeigte sich ein Buddha aus grünem Edelstein. Dieses Bildnis erhielt den Namen „Phra Kaew Morakot“ – der „Smaragdbuddha“, wobei „Smaragd“ im Thailändischen lediglich „grünfarbig“ bedeutet. Seither trägt der Tempel den Namen Wat Phra Kaew – „Tempel des Smaragdbuddha“.
Legende des Smaragdbuddha
mini|hochkant=1.0|links|Der Smaragdbuddha im Wat Phra Kaew, Bangkok
Die Geschichte des Smaragdbuddha ist in mehreren Quellen überliefert, darunter in der Jinakālamālī-Chronik und der Amarakata Buddharūpanidāna. Besonders bekannt ist die Ratanabimbavaṃsa („Chronik des Smaragdbuddha“), verfasst im 15. Jahrhundert in Pali durch Brahmarājapañña.
Nach der Legende wurde das Bildnis von Göttern geschaffen, um es dem Weisen Nagasena (um 500 v. u. Z.) zu übergeben, der im Asokārāma-Kloster in Pataliputra (heute Patna, Indien) lebte. Später gelangte es über viele Stationen nach Thailand. Die überlieferte Wanderung lautet: mini|links|König Rama I. Begründer der heutigen Dynastie Sri Lanka Kambodscha Angkor Wat Ayutthaya Lawo / Lop Buri Kamphaeng Phet (Vajiraprakarn) Chiang Rai – 45 Jahre (1391–1436) Lampang – 32 Jahre (1436–1468) Chiang Mai – 85 Jahre (1468–1553) Luang Prabang und Vientiane – 225 Jahre (1553–1778)
1778, während der Regierungszeit von König Taksin, führte General Rama I. der spätere König Rama I. einen Feldzug gegen Vientiane, brachte die Statue nach Siam und ließ sie 1784 im neu gegründeten Bangkok im Tempel des Smaragdbuddha aufstellen. Seither gilt das Bildnis als heiligstes Nationalsymbol Thailands.
Phra Chao Lan Thong mini|hochkant|Phra Chao Lan Thong im Ubosot
Eine der größten und kunstvollsten Buddhafiguren Nordthailands befindet sich im Ubosot von Wat Phra Kaew. Der Phra Chao Lan Thong besteht aus Messing und Kupfer und gilt als etwa 700 Jahre alt. Ursprünglich befand sich die Statue im Wat Phra Chao Lan Thong in Chiang Rai, später im Wat Ngam Muang und gelangte 1961 (B.E. 2504) in den Wat Phra Kaew, wo sie bis heute verehrt wird.
Uposatha-Halle Der Phra Uposatha (Ubosot, Weihe- und Ordinationshalle) wurde 1890 im Stil von Chiang Saen errichtet. Er misst 9,50 m in der Breite und 21,85 m in der Länge und besteht aus reich geschnitztem Holz mit kunstvoll gearbeiteten Türen. Die Architekturform wird als „brütende Henne“ beschrieben. Eine umfassende Restaurierung erfolgte 2001 unter Aufsicht des Fine-Arts-Departments.
Der neue Smaragdbuddha mini|hochkant|Phra Yok Chiang Rai („Jade-Buddha von Chiang Rai“)
Zu Ehren des 90. Geburtstags der Prinzessinmutter Somdet Phra Srinagarindra im Jahr 1990 wurde ein neues Smaragdbuddha-Bildnis in Auftrag gegeben. Die Statue, Phra Yok Chiang Rai, wurde in China aus Jade kanadischer Herkunft gefertigt. Sie ähnelt dem Original in Bangkok stark, misst 65,9 cm in der Höhe und 48,3 cm über den Schoß.
Die Weihe erfolgte am 20. September 1991 in Bangkok, die feierliche Prozession und Installation im Wat Phra Kaew fand am 19. Oktober 1991 statt.
Museum mini|Wat Phra Keaw, Chiang Rai, Thailand Seit 2006 werden die reichen Kunst- und Kultursammlungen des Tempels wissenschaftlich erfasst. Initiatoren waren Acharn Supachai Sitilert, ehemaliger stellvertretender Direktor des National Science Museum in Bangkok, und die Museologin Rebecca Weldon (Rai Mae Fah Luang). Unterstützt von Mönchen mit Spezialisierung auf Lanna-Dokumentation und Archäologie entstand ein kleines, sorgfältig kuratieres Gemeindemuseum.
Die Ausstellung präsentiert Exponate aus vielen Jahrhunderten religiöser Lanna-Kunst, ergänzt durch weltliche Objekte wie die Uniform des königlich ernannten Gouverneurs Jao Rachawong Buarakot (um 1890).
Das Museum befindet sich an der Trirat-Straße gegenüber dem Overbrook-Hospital.
Literatur Jean Boisselier und Jean Michel Beurdeley: . Weatherhill / Kodansha, Tokyo / New York 1975 M. C. Subhadradis Diskul: *The History of the Temple of the Emerald Buddha*. Asian Institute of Technology, Bangkok. H. Saddhātissa: „Pāli Literature of Thailand“. In: *Buddhist Studies in Honour of I. B. Horner*, Springer 1974 Carol Stratton: . Serindia Publications, Bangkok 2004, ISBN 978-1-932476-09-5.
Weblinks
Wat Phra Kaeo, Chiang Rai – offizielle Seite der Tourism Authority of Thailand (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Tempel in Thailand Kategorie:Provinz Chiang Rai Kategorie:Buddhistischer Tempel in Chiang Rai (Provinz)