Das Bayerische Spielearchiv Haar ist eine in Haar bei München ansässige Sammlung, Forschungs- und Dokumentationseinrichtung, die analoge Gesellschaftsspiele und spielbezogene Fachliteratur sammelt, erschließt und für Forschung, Vermittlung und Spielkultur zugänglich macht. Es wird betrieben vom Bayerische Spielearchiv Haar e.V. und stützt sich auf einen Fundus von ca. 20.000 Spielen und eine Literatursammlung von rund 5.000 Büchern. Das Archiv wurde am 23. September 1996 von Tom Werneck gegründet, ist gemeinnützig und fördert wissenschaftliche und kulturelle Zwecke. Es gehört zu den bekanntesten spielbezogenen Sammlungen im deutschsprachigen Raum und dient über die reine Archivierung hinaus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Gesellschaftsspielen, der Dokumentation ihrer kulturgeschichtlichen Entwicklung und der öffentlichen Vermittlung von Spielkultur.

Organisation

Das Bayerische Spielearchiv wurde 1996 von Richard Fechter und dem deutschen Spielexperten Tom Werneck gegründet.Johanna Schmees: Ein Besuch beim Gründer des Bayerischen Spiele-Archivs in Haar „Du hast jetzt die Wahl: die Spiele oder ich!“, sueddeutsche.de, 6. Dezember 2024 Das Archiv ist gemeinnützig und fördert wissenschaftliche und kulturelle Zwecke. Die Spiele sind in Räumen in mehreren Gebäuden der Stadt Haar (im Landkreis München) untergebracht.

Derzeit (Stand 2026) gehören dem Trägerverein rund 25 Mitglieder an, darunter der Spielforscher Jens Junge, die Spieleautoren Andreas Seyfarth und Karen Seyfarth sowie Tom Werneck.

Aktivitäten Internationale Spieleerfindermesse Einmal im Jahr veranstaltet das Spielearchiv im Rahmen der Nürnberger Spielwarenmesse eine internationale Spieleerfindermesse. Außerdem unterstützt das Spielearchiv Spieleautoren mit dem Ratgeber Leitfaden für Spieleerfinder und der Möglichkeit der Beweissicherung von Spielideen. Darüber hinaus gibt es Prototypentesttage im bayerischen Spielearchiv, an denen Autoren ihre Spiele gemeinsam testen können.

Wissenschaftliche Arbeit des bayerischen Spielearchivs Das bayerische Spielearchiv nimmt regelmäßig an wissenschaftlichen Kolloquien teil und gehört nicht nur zur International Society for Board Game Studies, sondern ist auch Mitglied bei der Deutschen Gesellschaft für Spielwissenschaft.

Zudem gehört das Spielearchiv zum Verband deutscher Archivarinnen und Archivare und öffnet jedes Jahr am Tag der Archive seine Pforten für interessierte Besucher.

Spiel als Kulturgut Tom Werneck stellte zusammen mit Karin Falkenberg, der damaligen Leiterin des Spielzeugmuseums Nürnberg, 2017 und 2019 Anträge auf Anerkennung des Brettspiels als Kulturgut, woraufhin die Förderung von Brettspielen in Bayern als gutes Praxisbeispiel aufgenommen wurde. Inzwischen hat die deutsche UNESCO-Kommission die Kulturform „Brettspiele spielen – Brettspielkultur in Deutschland“ in die bundesweite Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Die Stiftung Spielen hat die Trägerschaft für das bayerische Spielearchiv als auch für das Spielearchiv in Altenburg übernommen und umfasst damit die größte Sammlung an Brettspielen in Deutschland.

Ausstellungen Das bayerische Spielearchiv unterstützt mit seiner Sammlung immer wieder Ausstellungen und stellte beispielsweise für die Ausstellung „Die Welt im Spiel“ in Dachau einige Exponate zur Verfügung. Zum 30-jährigen Jubiläum gab es auch eine Ausstellung im Haarer Rathaus.

Spieletreffs Neben den wissenschaftlichen und kulturellen Förderzielen veranstaltet das bayerische Spielearchiv auch mehrere Spieletreffs in und um München und veranstaltet jährliche Ausstellungen zum Spiel des Jahres in Haar und Aschheim.

Weblinks Website des Vereins Spiele-Sammlung des Vereins in der Datenbank von BoardGameGeek

Einzelnachweise

Kategorie:Kulturarchiv Kategorie:Spielemuseum Kategorie:Organisation (Haar, bei München) Kategorie:Organisation (Spiele) Kategorie:Vereinsgründung 1996