Hans Isaak Grünewald (geboren am 15. März 1914 in Frankfurt am Main; gestorben 1998 in London) war ein deutscher Rabbiner, zuletzt von 1963 bis 1982 in der Israelitischen Kultusgemeinde in München.
Leben Hans Isaak Grünewald war ein Sohn des Edmund Grünewald und der Julie Grünewald, geborene Rothschild. Er besuchte ein Gymnasium in Frankfurt und studierte ab 1932 an der Universität Frankfurt am Main und an der Jeschiwa in Frankfurt. Er floh 1936 nach Palästina und studierte bis 1939 an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er heiratete 1940 Martha Nebenzahl, wodurch der Jurist und Bankenberater Jitzchaq Ernst Nebenzahl, zuletzt Ombudsmann der Regierung, sein Schwager wurde. Martha und Hans Grünewald hatten drei Kinder.
Grünewald wurde Präsident der B’nai B’rith Loge in Tel Aviv. Er legte 1960 das Rabbinerexamen am Jews’ College in London ab und wurde im selben Jahr zum Landesrabbiner für Norddeutschland bestellt. Als Rabbiner wirkte er damit in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. 1963 wurde er zum Gemeinderabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde München ernannt und blieb dies bis 1982. Seit 1961 war er Mitglied des Vorstands der europäischen Rabbinerkonferenz und ab 1983 deren Europa-Koordinator.
Schriften (Auswahl) Einblicke in Bibel, Talmud und gelebtes Judentum. Haag u. Herchen, Frankfurt am Main 1989. Die Lehre Israels. Bemerkungen, Erklärungen und Hinweise zu den wöchentlichen Lesungen der Juden aus der Thora. Olzog, München 1970.
Literatur Grünewald, Hans Isaak. In: Werner Röder, Herbert A. Strauss (Hrsg.): Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band 1: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben. Saur, München 1980, ISBN 0-89664-101-5, S. 248. Grünewald, Hans I. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 417.
Weblinks Matthias Springborn: Vom Lernen zwischen gepackten Koffern zur Bildung mit staatlicher Anbindung. Jüdischer Religionsunterricht in Deutschland seit der Schoah. In: Zeitschrift für Religion, Gesellschaft und Politik. 8, 2024, S. 509–531 [Suchfunktion]
Kategorie:Großrabbiner (Deutschland) Kategorie:Person des Judentums (München) Kategorie:Orthodoxes Judentum Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus Kategorie:Deutscher Emigrant in Palästina zur Mandatszeit Kategorie:Deutscher Kategorie:Israeli Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1998 Kategorie:Mann