mini|Porträt von Dietrich In der Halden Dietrich In der Halden auch Dietrich In der Halten (* 1512; † 1583 oder 1584) war ein Schwyzer Offizier in fremden Diensten und Politiker.
Leben Familie Dietrich In der Halden entstammte einem Schwyzer Landleutegeschlecht, das im Altviertel ansässig war und erstmals 1404 erwähnt wurde. Im 15. Jahrhundert stieg die Familie In der Halden zu einer der führenden Familien in Schwyz auf, so waren seine Vorfahren Dietrich In der Halden († nach 1485) und Dietrich In der Halden († 1497) jeweils Landammann. Sein Vater, Konrad In der Halden, war ebenfalls ein Landammann und heiratete Elsbeth, die Tochter des Landammanns Ulrich Hunno (auch Ulrich Kätzi) († 1515 in der Schlacht bei Malignano). Dieser hatte in den Jahren 1497 bis 1512 mehrmals die Leitung des Landes Schwyz inne.
Konrad In der Halden fiel 1513 in der Schlacht bei Novara, während er für die eidgenössischen Streitkräfte kämpfte und war nur 18 Jahre alt, als er sein Leben verlor.
Nach dem Tod seines Vaters heiratete seine Mutter Bernhard Zukäs; aus dieser Ehe entstammte sein Halbbruder Martin Zukäs († um 1567).
Dietrich In der Halden war mit Dorothea Moser verheiratet und hatte mit ihr zwei Söhne, Dietrich und Wolf Dietrich, sowie vier Töchter: Dorothea, Elisabeth, eine zweite Dorothea und eine namenlose Tochter. Die Ehen seiner Töchter, insbesondere die von Dorothea in erster Ehe mit Heinrich Lilli († 1575) und in zweiter Ehe mit Vogt Heinrich Fleckenstein († 1589) und Elisabeth mit Rudolf Reding, ein Sohn des Landammanns Georg Reding († 1583), führten zu wichtigen Verbindungen in der Region.
Dietrich In der Halden überlebte seine beiden Söhne um neun Jahre.
Reding erbte den bedeutenden Besitz seines Schwiegervaters, zu dem der Schwyzer Brüelhof, die Hofstatt mit dem Haus «Bethlehem» und die Alp Holz und Hasli am Mythen gehörten.
Ausbildung Dietrich verbrachte seine Kindheit unter der Obhut seiner Mutter, die ihm von den Heldentaten seines Vaters und Grossvaters berichtete und ihn in die Familientraditionen einführte. Er erhielt seine erste schulische Ausbildung in Schwyz. Später wurde er an die Universität Basel geschickt, wo er bei Heinrich Loriti, genannt Glarean, eine fundierte Ausbildung in Sprachen und freien Künsten erhielt. Die Immatrikulation von Dietrich In der Halden an der Universität Basel im Jahr 1524 belegt seine akademische Laufbahn. Für seine gründliche wissenschaftliche Bildung wurden jahrelang bedeutende Kosten verwendet; so mussten für Tisch und Bett jährlich zweiundzwanzig Goldgulden rheinisch und für den Unterricht noch dazu vier Kronen bezahlt werden.
Zu seinen Kommilitonen gehörte unter anderem Jost von Meggen (1509–1559) aus Luzern, der später als Hauptmann der Schweizergarde in Rom tätig war.
Nach seinem Studium reiste In der Halden durch Frankreich und Italien, um seine Kenntnisse in den modernen Sprachen, insbesondere Französisch und Italienisch, zu vertiefen. Diese Sprachkenntnisse sollten sich später als nützlich erweisen, vornehmlich während seiner diplomatischen Missionen.
Erste Beamtungen Vor dem Ausbruch des Zweiten Kappelerkriegs von 1531 kehrte Dietrich In der Halden in seine Heimat zurück. Während der Konflikte, die folgten, war er möglicherweise an militärischen Auseinandersetzungen beteiligt, auch wenn dies nicht eindeutig dokumentiert werden kann. Nach dem Frieden von 1531 (siehe Zweiter Kappeler Landfriede) erhielt er die Aufgabe, die Grafschaft Bellenz für zwei Jahre zu verwalten, was den Beginn seiner politischen Karriere markierte. In den Jahren 1536 bis 1538 war er Landvogt der Vogtei Riviera sowie von 1538 bis 1540 erneut Kommissar in Bellenz. In dieser Zeit erlangte er umfassende Kenntnisse über die lokalen Gegebenheiten, sodass er später massgebliche Ratschläge in den Angelegenheiten der enetbirgischen, zumal der dreiörtigen Vogteien Bellenz, Bollenz und Riviera, erteilen konnte.
Dietrich wurde 1540 Mitglied des Rates von Schwyz und erhielt seine erste diplomatische Mission, die ihn ins Ausland führte. Gemeinsam mit den Ratsboten von Zürich, Uri und Schaffhausen wurde er beauftragt, einen Vertrag zwischen dem Herzog Ulrich von Württemberg und der mit den Eidgenossen verbündeten Stadt Rottweil zu vermitteln.
Als König Franz I. von Frankreich 1543 und 1544 seine Truppen mobilisierte, nahm Dietrich an der Schlacht von Ceresole teil, wo die Eidgenossen unter dem Oberbefehl von Oberst Wilhelm Frölich einen entscheidenden Sieg errangen. Für seine Leistungen in dieser Schlacht wurde er zum Hauptmann ernannt.
Im April 1544 wurde Dietrich In der Halden zum Landammann des Kantons Schwyz gewählt, eine Auszeichnung, die in seinem jungen Alter von 32 Jahren bemerkenswert war. Seine Wahl deutete auf eine Stärkung der französischen politischen Fraktion in Schwyz hin, da sein Vorgänger Josef Amberg († 1545) mehr den Interessen des Kaiserreichs zugeneigt war.
Dietrich In der Halden übte in der Folge das Amt des Landammanns auch noch in den Jahren 1545–1547, 1549–1551, 1556, 1558–1560 und 1572–1574 aus.
Dietrich In der Haldens Sendung nach Rom (1544) Dietrich In der Halden wurde 1544 von der Regierung Schwyz als Gesandter zum Heiligen Stuhl entsandt, um eine kirchenpolitische und wirtschaftliche Mission im Auftrag der katholischen Kantone der Schweizer Eidgenossenschaft zu erfüllen.
Die Entsendung In der Haldens folgte auf bedeutende Veränderungen in der Klosterverwaltung. Am 26. Februar 1544 starb Ludwig Blarer (1483–1544), der Abt des Klosters Einsiedeln. Sein Nachfolger wurde der erst 26 Jahre alte Konventuale Joachim Eichhorn von Wil, dessen Bestätigung durch den Papst Paul III. erforderlich war. Als Schirmvogt des Stiftes beauftragte die Regierung von Schwyz ihren neu ernannten Landammann mit der primären Aufgabe, für Abt Joachim um die päpstliche Konfirmation nachzusuchen – und zwar mit dem besonderen Anliegen, die Gebühren so gering wie möglich zu halten, da die Klostereinkünfte erheblich unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Reformation gelitten hatten.
Die sieben katholischen Orte unterstützten die schweizerische Gesandtschaft durch umfangreiche diplomatische Vorbereitungen. Am 28. Oktober 1544 stellten sie In der Halden ein eindringliches Fürbittschreiben aus, begleitet von Empfehlungsschreiben an mehrere Kardinäle und an Hieronymus Frank, den päpstlichen Agenten in der Schweiz. Diese Akkreditierung versetzte In der Halden in die Lage, nicht nur eine kirchliche Einzelangelegenheit zu regeln, sondern auch als bevollmächtigter Vertreter der gesamten katholischen Eidgenossenschaft aufzutreten.
Die Eidgenössischen Orte nutzten diese Gelegenheit, um ihrer Gesandtschaft zusätzliche Missionen zu übertragen, die früher spezielle Abordnungen nach Rom erforderlich gemacht hätten. Eine bedeutende Aufgabe betraf die Lebensmittelversorgung: In der Halden erhielt den Auftrag, beim Papst um die Erlaubnis zu ersuchen, dass in den katholischen Landen Lebensmittel für die acht katholischen Orte angekauft werden durften – eine Massnahme, die auf die herrschenden Missernten und Lebensmittelknappheit reagierte. Ein ähnliches Gesuch sollte In der Halden auch beim Herzog von Parma einbringen, wofür ihm ein besonderes Beglaubigungsschreiben der acht Orte ausgehändigt wurde.
Neben den offenen Aufträgen verbargen sich hinter der Sendung auch politisch-strategische Absichten, die in den erhaltenen Akten nur andeutungsweise dokumentiert sind. Der Kanton Unterwalden wünschte zu erfahren, ob der Papst sich mit dem Kaiser verbünden würde, um den reformatorischen Glauben zu unterdrücken und möglicherweise den Schmalkaldischen Bund oder die Reichsstädte anzugreifen. Dies war eine Frage von existenzieller Bedeutung für die politische Stabilität der Eidgenossenschaft, da die reformierten Kantone Zürich und Bern mit dem Schmalkaldischen Bund verbündet waren. Da Unterwalden diese Anregung Luzern zur Entscheidung überliess, ist es wahrscheinlich, dass dieser sensible Aspekt der Mission entweder unverrichteter Dinge blieb, In der Halden sich bereits auf der Rückreise befand oder dass die Ergebnisse solch heikler Unterredungen nur in mündlichen Berichten festgehalten wurden.
Seine Mission erwies sich als erfolgreich. Die bekannte wohlwollende Gesinnung Papst Paul III. gegenüber den katholischen Eidgenossen trug zu einem zufriedenstellenden Ausgang bei. Die Konfirmationsbulle für Abt Joachim wurde dem Wunsch gemäss am 10. Dezember 1545 ausgehändigt. Als Anerkennung seiner erfolgreichen Dienste wurde In der Halden später 1557 mit dem Ritterschlag durch den Papst geehrt.
Gesandtschaft nach Paris 1548. Erneuerung des Bündnisses mit Frankreich. Nach dem Tode Franz I. am 31. März 1547 bestieg sein Sohn Heinrich II. den französischen Thron. Der neue König erbte ein Königreich, das zwar innerlich nur lose zusammenhielt, sich jedoch äusseren Bedrohungen durch die österreichisch-spanische und englische Feindschaft gegenübersah. In dieser kritischen Situation erkannte Heinrich II. sofort die strategische Notwendigkeit, die bewährte Allianz seines Vaters mit den Schweizer Eidgenossen zu erneuern und zu vertiefen.
Die militärische Dimension dieser Allianz konnte nicht überschätzt werden. Ohne das schweizerische Fussvolk – jene feste unerschütterliche Phalanx, wie zeitgenössische Quellen sie bezeichneten – glaubten weder der König noch die französische politische Elite, einen modernen Krieg erfolgreich führen zu können. Das Söldnerwesen war zu dieser Zeit ein integraler Bestandteil der europäischen Kriegsführung, und die Schweizer Söldner genossen einen Ruf als zuverlässige, disziplinarisch strenge und militärisch hocheffektive Kämpfer.
Um die Eidgenossen in diplomatischer Form zu umwerben, sandte König Heinrich II. am 22. November 1547 einen Kurier zur Tagsatzung nach Baden im Aargau. Der Kurier überbrachte die erfreuliche Nachricht, dass die Königin eine Tochter geboren habe. Der König lud die Tagsatzung zur Taufe der Prinzessin ein und diese aus der Taufe zu heben. Die Tagsatzung beschloss, das auf die Einladung erst bei der nächsten Tagsatzung reagiert werden solle. Am 19. Dezember 1547, versammelten sich die Ratsboten erneut in Baden. Auf der Tagesordnung stand nicht nur die königliche Einladung, sondern auch die Mitteilung: Der Kaiser rüste gegen die Eidgenossen, und es wurde bekannt, dass der Kaiser die Absicht hege, den Herzog von Savoyen, Karl III., einzusetzen und den Schwyzern einen Herrn zu geben.
In dieser angespannten Lage beschloss die Tagsatzung, vier hochrangige Ratsboten zur Taufe nach Paris zu entsenden: Junker Andreas Schmid (1504–1565), Pannerherr aus Zürich, Dietrich In der Halden, Nikolaus Imfeld (alt Ammann aus Unterwalden) und Hieronymus von Luternau († 1549), Pannerherr aus Solothurn. Diese Auswahl war hochsymbolisch: Sie repräsentierte die Kernländer der Eidgenossenschaft und signalisierte dem französischen König die hohe Wertschätzung, die die Schweizer dieser Gesandtschaft beimassen.
Die Gesandtschaft reiste unter der Begleitung des Dolmetschers Vogt Hans Wunderlich und des Obersts Wilhelm Fröhlich. Die Reise verlief ohne Zwischenfälle.
Am 6. Februar 1548 trafen die Gesandten am französischen Hof ein. Drei Tage später, am 9. Februar 1548, fand das Tauffest statt. Nach der Taufe teilte König Heinrich II. den eidgenössischen Abgesandten persönlich mit, dass er hoffe, die Eidgenossenschaft werde ihn ebenso treu unterstützen, wie sie seinen Vater unterstützt habe. Die Verhandlungen wurden vom Herzog Anne de Montmorency, geführt. Die Tagsatzung vom 23. Januar 1548 zeigte wenig Neigung zur Bündniserneuerung. Ein zentrales Hindernis waren die ungelösten Soldverhältnisse früherer eidgenössischer Truppenzüge nach Frankreich – administrative und finanzielle Querelen, die das Vertrauen belasteten.