Der Patronenwagen C/59, später genannt Infanterie-Patronenwagen C/59/73, war ein zweispännig gefahrenes Pferdefuhrwerk für die Infanterietruppe des Deutschen Kaiserreiches und wurde ab 1859 eingesetzt.

Entwicklung Als im Jahr 1841 das Perkussionsgewehr offiziell als Zündnadelgewehr für alle Truppen der preußischen Armee eingeführt wurde, ergab sich die Notwendigkeit eines neuen Patronenwagens. Jedoch erst im Jahr 1859 wurde der Patronenwagen C/59 offiziell eingeführt und in der Armee eingesetzt. Der alte Patronenwagen C/16 wurde bis 1872 weiter genutzt und danach ausgesondert.

Im Jahr 1873 wurden die Fahrzeuge an die neuen Gegebenheiten angepasst und für die Aufnahme von Metallpatronen vom Typ M.1871 für das Gewehr M.1871 aufgewertet. Daraus entstand der Infanterie-Patronenwagen C/59/73.

Technische Daten Der Patronenwagen C/59 war ein zweiachsiges Pferdefuhrwerk, welches nach dem Balanciersystem aufgebaut wurde. Es bestand aus einem Vorder- und Hinterwagengestell. Das Vorderwagengestell bestand aus Achse mit kleineren Holzspeichenrädern als am Hinterwagengestell, einem Protznagel und der Zugvorrichtung. Diese wiederum bestand aus den Deichselarmen, einer Deichsel, einer Hinterbracke und den beiden Ortscheiten. Der Bocksitz verfügte über Armlehnen und ein Sitzbrett. Darunter befand sich ein Protzkasten, an dem Halterungen für einen Spaten und eine Hacke angebracht waren. Darin wurden Futtersäcke und weiteres Zubehör untergebracht.

Das Hinterwagengestell war mithilfe des Protznagels mit dem Vorderwagengestell verbunden. Das Hinterwagengestell verfügte ebenfalls über eine Achse, jedoch mit größeren Holzspeichenrädern mit einem Durchmesser von 1,44 m. Darüber befand sich ein Wagenkasten für die Patronenkästen. Der Wagenkasten konnte für eine schnelle Entnahme der Kästen nach vorn und hinten aufgeklappt werden. Direkt hinter der Achse befand sich eine Halterung für ein Wasserfass.

Einsatz Der Patronenwagen C/59 gehörte zur Gefechtsbagage der Infanterie-Bataillone und diente hauptsächlich zum Transport von Munition. Hierbei wurden 20 Kästen aus Holz mit je 910 Papierpatronen im Kaliber 13,9 mm mitgeführt. Ein Patronenwagen transportierte somit 18.200 Patronen. Mit dieser Anzahl an Munition wurde die Taschenmunition der im Gefecht stehenden Infanterie ergänzt und konnte zeitnah ausgegeben werden. War der Munitionswagen leer, wurde er umgehend zurückgefahren und im Etappengebiet von den Munitionskolonnen neu beladen. Abgelöst wurde der Patronenwagen C/59 durch den aufgewerteten Infanterie-Patronenwagen C/59/73.

Der leicht modifizierte Infanterie-Patronenwagen C/59/73 transportierte ebenfalls 20 Patronenkästen mit je 960 Patronen M.1871, insgesamt 19.200 Patronen. Bei der Kavallerie verfügten die Fahrzeuge nur über 16 Patronenkästen. Die restlichen vier wurden mit Dynamit-Sprengpatronen ausgestattet. Abgelöst wurde der Infanterie-Patronenwagen C/59/73 nach und nach ab 1874 durch den Infanterie-Patronenwagen C/74.

Siehe auch Liste von bespannten Fahrzeugen des Deutschen Heeres im Kaiserreich

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Militärlogistik (Deutschland) Kategorie:Verkehr (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Militärisches Pferdefuhrwerk Kategorie:Munition