Die Alianza Nacional para la Restauración Democrática (ANRD, dt.: Nationale Allianz für die Wiederherstellung der Demokratischen Ordnung) ist eine politische Organisation in Äquatorialguinea. Sie wurde 1974 in Genf von einer Gruppe von Gegnern des diktatorischen Regimes von Francisco Macías Nguema gegründet.

Geschichte Die ANRD wurde als einheitliches Oppositionsbündnis gegen das Regime von Präsident Macías gegründet und umfasste liberale, christdemokratische und sozialistische Strömungen. Ihr erster Generalsekretär war Esteban Nsué Ngomo, der ehemalige äquatorialguineische Botschafter in Spanien. Auf ihrem dritten Kongress im Frühjahr 1976 spaltete sich die ANRD in zwei Gruppen, was zu einer tiefen Krise innerhalb der Organisation führte. Auf der einen Seite standen die ehemaligen Anführer der Gruppe (Esteban Nsué und Andrés Moisés Mba Ada, der ehemalige Präsident des Rates der Republik); auf der anderen Seite die jüngere Fraktion (Cruz Melchor Eya Nchama, Valentín Oyono Sa Abegue, José Mbomío und Martin Nsono-Okomo – Generalsekretär im Jahr 1983). Auf diesem Kongress erklärte sich die ANRD zu einer sozialistischen Partei und legte folgende Ziele fest: die Diktatur zu beenden und ein Regime der Freiheiten in Äquatorialguinea zu errichten, die nationale Versöhnung zu fördern, die grundlegenden Wirtschaftssektoren der nationalen Produktion zu verstaatlichen und in der internationalen Politik neutral zu bleiben.

2005 schloss sich die ANRD der Koalition politischer Gruppierungen an, die gegen das Regime von Teodoro Obiang in Äquatorialguinea opponierten, und welche den Namen „Demócratas por el Cambio para Guinea Ecuatorial“ („Demokraten für den Wandel in Äquatorialguinea“, DECAM) trug.

Die ANRD erlangte Ende 1976 in Spanien größere Bekanntheit durch die Beteiligung einiger ihrer Mitglieder an der Erstellung und Verbreitung des sogenannten „Trevijano-Dossiers“. Dieses kurze, unbelegte Dokument enthielt schwere Anschuldigungen gegen Antonio García-Trevijano, einen prominenten republikanischen Politiker und Koordinator der Koalition gegen die Franco-Diktatur, der eine bedeutende Rolle bei der Entkolonialisierung Äquatorialguineas gespielt hatte. Das Dossier (tatsächlich nur zwei Seiten lang), das Mitglieder der ANRD verschiedenen spanischen Parteien übergaben, wurde von der PSOE genutzt, um García-Trevijano zu diskreditieren und damit die von ihm befürwortete Möglichkeit eines demokratischen Bruchs mit dem Franco-Regime zu untergraben.

Jahrzehnte später veröffentlichte Severo Moto Nsá, der Anführer der Opposition gegen die guineische Diktatur, einen Artikel in der spanischen Zeitung La Razón, in welchem er das „Trevijano-Dossier“ als „voller falscher und verfälschter Daten“ anprangerte und behauptete, es sei „auf Anordnung der PSOE“ (Partido Socialista Obrero Español - Spanische Sozialistische Arbeiterpartei; „plagado de datos falsos y falsificados, realizado por orden del PSOE“) erstellt worden, um García-Trevijano von der politischen Bühne zu entfernen und den Reformpakt zwischen den Untergrundparteien der Opposition und den führenden Persönlichkeiten der Franco-Diktatur zu begünstigen. Diese Behauptungen wurden vom Präsidenten der ANRD, Andrés Moisés Mba Ada, bestätigt. In dem von Laurentino Jesús Nsué Esono Mibuy, dem Auslandskoordinator der Unión Popular de Guinea Ecuatorial (Volksunion von Äquatorialguinea), verfassten Nachruf wurde erinnert: „Andrés Moisés Mba Ada war ein Mann mit starken Prinzipien und tiefen demokratischen Überzeugungen. Ein ehrlicher und loyaler Mensch, ein überzeugter Pazifist, ein Verfechter von Verhandlungen und Konsensfindung als erste und einzige Lösung für die Probleme Äquatorialguineas.[…] Diese Ehrlichkeit zwang ihn als Präsident der ANRD, sich bei dem spanischen Anwalt und Politiker Antonio García-Trevijano für das berüchtigte ‚Anti-Trevijano-Dossier‘ zu entschuldigen, das einige Mitglieder dieser Organisation in Absprache mit der spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE) gegen den Genannten verfasst hatten, um ihn politisch zu diskreditieren.“„Andrés Moisés Mba Ada fue un hombre de fuertes principios y grandes convicciones democráticas. Persona honesta y fiel, pacifista convencido, defensor de la negociación y la concertación como la primera y única solución a los problemas de Guinea Ecuatorial. [...] Esta honestidad es la que le obligó a pedir disculpas, como presidente de la ANRD, al abogado y político español Antonio García-Trevijano por el famoso “dossier anti-Trevijano” que algunos miembros de esta organización elaboraron en complicidad con el Partido Socialista Obrero Español (PSOE) contra el referido personaje con el fin de desprestigiarle políticamente.“

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Einzelnachweise

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