Korbersdorf ist ein Gemeindeteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Korbersdorf hat eine Fläche von 1,699 km². Sie ist in 132 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 12868,88 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Grafenstein.

Geographie Das Dorf liegt auf freier Flur am Peuntbach, einem linken Zufluss der Röslau. Unmittelbar östlich wird die Flur von einer Hochspannungsleitung durchschnitten. Die Kreisstraße WUN 14 führt zur Anschlussstelle 12 der Bundesautobahn 93 (1,8 km westlich) bzw. nach Seußen zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 303 (1,7 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Kreisstraße WUN 17 bei Grafenreuth (2,4 km nördlich) bzw. die A 93 unterquerend nach Lorenzreuth zur Kreisstraße WUN 20 (1,8 km südwestlich).

Geschichte Der Ort wurde im Jahr 1256 als Reichslehen „Curendorf“ erstmals urkundlich erwähnt.D. Herrmann, H. Süssmann: Fichtelgebirge, Bayerisches Vogtland, Steinwald, Bayreuther Land, Sp. 351. Ziemlich bald danach war Korbendorf Besitz der Herren von Hertenberg. 1314 erhielt das Kloster Waldsassen von Tuto von Hertenberg zwei Höfe. Das Rittergut samt den Ort hatte über die Jahrhunderte elf Besitzerwechsel. Das Hochgericht übte kontinuierlich das brandenburg-kulmbachische Amt Arzberg aus. 1787 bestand Korbersdorf aus einem Rittergut mit Meierhof, sechs Gütlein und einem Hirtenhaus.Oberfränkische Verlagsanstalt Hof (Hrsg.): Der Landkreis Wunsiedel, S. 171f.

Von 1797 bis 1810 unterstand Korbersdorf dem Justiz- und Kammeramt Wunsiedel. Mit dem Gemeindeedikt wurde Korbersdorf dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Seußen zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Korbersdorf. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Thiersheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Wunsiedel (1919 in Finanzamt Wunsiedel umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit war das Patrimonialgericht Korbersdorf zuständig. Ab 1862 gehörte Korbersdorf zum Bezirksamt Wunsiedel (1939 in Landkreis Wunsiedel umbenannt) und weiterhin zum Landgericht Thiersheim (1879 in das Amtsgericht Thiersheim umgewandelt). Ab 1932 ist das Amtsgericht Wunsiedel zuständig. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 1,655 km². Am 1. Januar 1975 wurde Korbersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Marktredwitz eingemeindet.

Ehemalige Baudenkmäler Einige stattliche Bauernhäuser aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zum Teil mit Fensterbrüstungsvorlagen, einer Art Lambrequins, in Putz aufgetragen etwa um 1820/30.J. M. Ritz, B. H. Röttger: Landkreis Wunsiedel und Stadtkreis Marktredwitz, S. 155.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2025Einwohner 70 102 111 112 107 98 109 111 116 102 106 97 105 95 105 93 90 97 82 118 104 102 89 75 61 70HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 14 16 16 16 15 15 15 16 Quelle

Religion Korbersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört heute zur Gustav-Adolf-Kirche (Seußen), die eine Filiale von St. Maria Magdalena (Arzberg) ist.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Kategorie:Geographie (Marktredwitz) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge) Kategorie:Ersterwähnung 1256 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge