Star Trek: Deep Space Nine ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Fernsehserie, die in den Jahren 1993 bis 1999 erstausgestrahlt wurde. Sie ist ein Ableger der Fernsehserie Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert, deren kommerzieller Erfolg ausschlaggebend für ihre Entstehung war. Sie ist chronologisch betrachtet die vierte Fernsehserie, die im fiktiven Star-Trek-Universum spielt. Wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Serie hatte Ira Steven Behr, der ab der dritten Staffel der Showrunner war. In Fan-Kreisen wird die Serie mit DS9 abgekürzt.

In insgesamt 176 Episoden, die über sieben Staffeln verteilt sind, erzählt Deep Space Nine von den Geschehnissen, in die vor allem Besatzung, Bewohner und Besucher der gleichnamigen, in der Milchstraße gelegenen Raumstation involviert sind. Die Serie handelt zu einem wesentlichen Teil von einem Konflikt zwischen der Vereinten Föderation der Planeten und dem von Formwandlern geführten Dominion-Imperium. Der Konflikt spitzt sich im Laufe der Staffeln zu und eskaliert zu einem interstellaren Krieg, der in den letzten beiden Staffeln thematisiert wird.

Von den anderen Star-Trek-Produktionen unterscheidet sich Deep Space Nine vor allem durch die Abkehr von einem Raumschiff als Hauptschauplatz der Handlung. Charakteristisch für die Serie sind zudem regelmäßigere Diskussionen des Star-Trek-typischen Ideals einer friedvollen und kriegsfreien Zukunft, eine düsterere und konfliktreichere Atmosphäre, der ernstere Umgang mit Religion, eine Vielzahl wiederkehrender Nebenfiguren sowie die im Serienverlauf verstärkt episodenübergreifend geprägte Handlung. Die erzählten Geschichten weisen beabsichtigte Parallelen unter anderem zu globalen politischen Konflikten der 1990er Jahre und zum Nationalsozialismus auf.

In den Vereinigten Staaten war die Serie für die ausstrahlenden Fernsehsender trotz fallender Zuschauerzahlen ein Erfolg. Im deutschsprachigen Raum wurde sie, mit Ausnahme des Pilotfilms, nur im Nachmittagsprogramm erstausgestrahlt und erfuhr außerhalb von Fan-Kreisen wenig Beachtung. Sie erhielt neben anderen Auszeichnungen 32 Nominierungen und vier Prämierungen für den Emmy Award. Sie wurde, wie auch die anderen Star-Trek-Serien, für zahlreiche Merchandising-Produkte adaptiert, darunter Romane, Comics und Spielzeug, und trug damit die Begeisterungswelle für Star Trek in den 1990er Jahren. Der neuere Teil der über 80 Romane setzt die Handlung der Fernsehserie nach ihrem Ende fort, teilweise als Crossover mit anderen Star-Trek-Romanreihen.

Handlung Siehe Hauptartikel: Staffeln 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

Überblick Zeit der Handlung Staffel Sternzeit Jahr 1 46XXX 2369 2 47XXX 2370 3 48XXX 2371 4 49XXX 2372 5 50XXX 2373 6 51XXX 2374 7 52XXX 2375 Die erste, aus zwei Ziffern bestehende Zahl der Sternzeit erhöht sich pro Staffel bzw. Jahr um 1. mini|hochkant=1.1|links|Milchstraße, aufgeteilt in Quadranten Die Handlung baut auf den vorherigen Star-Trek-Produktionen auf. Im 24. Jahrhundert gehört eine Vielzahl von Planeten zur Vereinten Föderation der Planeten, einer von den Menschen im 22. Jahrhundert mitgegründeten und von der Erde aus regierten Allianz. Die Planeten befinden sich im Alpha- und im Beta-Quadranten, deren gemeinsame Grenze durch die Milchstraße verläuft. Die Sternenflotte dient der Föderation zur Erforschung des Alls, wird aber auch zur Verteidigung genutzt. Nicht zur Föderation gehören unter anderem die Klingonen, die Romulaner, die Ferengi, die Cardassianer und die Bajoraner. Die Cardassianer, mit denen die Föderation im Jahr 2367 nach langjährigem Krieg ein Waffenstillstandsabkommen vereinbart hat, plündern schon seit Jahrzehnten die Rohstoffe des Planeten Bajor und unterdrücken dessen Bewohner gewaltsam.

Innerhalb der Hauptzeitleiste von Star Trek beginnt die Handlung von Deep Space Nine, Rückblenden unberücksichtigt, im Jahr 2369 und damit während der Handlung der sechsten Staffel von Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert. Sie spielt im Zeitraum bis ins Jahr 2375. Eine in der Serie übliche Zeitmessgröße ist die Sternzeit. Sie wird nur in einem Teil der Episoden und meist im Rahmen von Einträgen in das Computerlogbuch genannt, mit denen eine der Hauptfiguren – allen voran Benjamin Sisko – als Erzähler den Zuschauer informiert.

Im Vorspann gleitet die Kamera durch einen Kometenschweif und nähert sich, passiert von entgegenkommenden Runabouts, der Raumstation Deep Space Nine, die sie anschließend umkreist. Die Raumstation ist bei der Draufsicht kreisrund und besteht aus einem mittigen, runden Element, das die Kommandozentrale und das Promenadendeck beinhaltet und mit zwei es umschließenden Ringen verbunden ist, nämlich dem für Wohnquartiere vorgesehenen Habitatring und dem Andockring, an dem Raumschiffe anlegen können. Letzterer besitzt je drei obere und untere, nach innen hin gekrümmte Pylonen. Der Vorspann endet – mit Ausnahme des Pilotfilms – in den Episoden der ersten drei Staffeln damit, dass ein weiteres der Runabouts, die der Stationsbesatzung zum Überwinden großer Distanzen dienen, in das nahe gelegene, sich öffnende Wurmloch fliegt. Ab der vierten Staffel sieht der Zuschauer stattdessen das in der dritten Staffel neu eingeführte Raumschiff U.S.S. Defiant zum Wurmloch fliegen.

Pilotfilm

Im Jahr 2369 endet die Okkupation der Cardassianer über die Bajoraner, auch als Folge andauernden bajoranischen Widerstands. Dabei ziehen sich die bisherigen Besatzer von der nahe Bajor gelegenen cardassianischen Raumstation Terok Nor zurück, auf der sie zuvor unter Einsatz bajoranischer Zwangsarbeiter Erzaufbereitung betrieben. Um politische Stabilität in dieser Gegend des Universums zu sichern, die Cardassianer abzuschrecken und zugleich den Bajoranern bei der Schaffung der Voraussetzungen für den Beitritt zur Föderation zu helfen, bezieht die Sternenflotte die Station, die von da an Deep Space Nine heißt und von den beiden Regierungen kooperativ geführt wird. Das Kommando erhält der Sternenflottenoffizier Benjamin Sisko, erste Offizierin und zugleich Verbindungsoffizierin des bajoranischen Militärs zur Sternenflotte wird die Bajoranerin Kira Nerys. Weil sich die religiöse Führerin Kai Opaka des untereinander zerstrittenen bajoranischen Volkes erhofft, die Bajoraner miteinander zu vereinigen, wird Sisko dazu auserkoren, entsprechend einer lange währenden bajoranischen Prophezeiung als „Abgesandter“ () den „Himmelstempel“ zu entdecken. Wenig später entdeckt Sisko mithilfe seiner Crew in der Nähe von Bajor ein künstliches, stabiles Wurmloch, das zeitsparendes Reisen in eine 70.000 Lichtjahre entfernte Gegend des bislang kaum erforschten Gamma-Quadranten ermöglicht. Das Wurmloch beziehungsweise der Himmelstempel wird von Wesen bewohnt, die abseits räumlicher und zeitlicher Existenz leben und die von den Bajoranern als die Propheten verehrt werden. Nachdem Sisko die Wesen im Wurmloch davon überzeugt hat, dass die Föderation keine bösen Absichten hat, gewähren sie allen Raumschiffen freies Geleit durch das Wurmloch.vgl. Ep. 1/2: Der Abgesandte (Emissary, Staffel 1)

Politische und religiöse Machtkämpfe

In einem Teil der Episoden der ersten drei Staffeln stehen die politischen und religiösen Konflikte zwischen der Föderation, den Bajoranern und den Cardassianern im Mittelpunkt der Handlung. Nachdem die bajoranische Kai, die religiöse Führerin ihres Volkes, amtsunfähig geworden ist,vgl. Ep. 13: Die Prophezeiung (Battle Lines, Staffel 1) vergrößert sich das Machtvakuum auf dem Planeten.vgl. Ep. 21: Die Heimkehr (The Homecoming, Staffel 2) Dies ausnutzend versucht die intrigante, orthodoxe Bajoranerin Winn, mit einem Mordanschlag einen ihrer Konkurrenten um die Führungsnachfolge zu beseitigen.vgl. Ep. 20: Blasphemie (In The Hands Of The Prophets, Staffel 1) Ebenfalls, um Macht zu gewinnen, unterstützt sie zu Beginn des Jahres 2370 eine von den Cardassianern beeinflusste, bajoranische Fundamentalistengruppe, die die Föderation von Deep Space Nine vertreiben möchte. Durch die Bemühungen der Föderation und der Bajoraner hat dies keinen dauerhaften Erfolg.vgl. Ep. 21: Die Heimkehr (The Homecoming), Ep. 22: Der Kreis (The Circle), Ep. 23: Die Belagerung (The Siege, alle Staffel 2) Durch den freiwilligen Verzicht ihres Mitbewerbers, Bareil, wird sie später doch zur Kai gewählt.vgl. Ep. 44: Die Wahl des Kai (The Collaborator, Staffel 2) Dennoch gelingt es Bareil im Jahr 2371, die cardassianische Regierung zu einem Friedensvertrag mit Bajor zu bewegen.vgl. Ep. 59: Der Funke des Lebens (Life Support, Staffel 3) Jedoch versucht der cardassianische Geheimdienst, der Obsidianische Orden, durch Sabotage das Fortbestehen des Friedensvertrages zu verhindern. Er hat damit aber keinen Erfolg.vgl. Ep. 61: Trekors Prophezeiung (Destiny, Staffel 3) Nach dem plötzlichen Tod des bajoranischen Premierministers ist Kai Winn zwischenzeitlich Regierungschefin geworden und riskiert dabei zur Festigung ihrer Macht einen Bürgerkrieg. Jedoch kandidiert sie aus Furcht vor dem Publikwerden ihres Verhaltens nicht bei den Neuwahlen.vgl. Ep. 70: Shakaar (Shakaar, Staffel 3)

In sechs weiteren Episoden der Staffeln 2 bis 5 steht die Konfrontation der Föderation mit dem Maquis im Zentrum der Handlung. Diese von Siedlern getragene und teils aus abtrünnigen Föderationsmitgliedern bestehende Widerstandsbewegung richtet sich gegen die cardassianische Herrschaft über ehemalige Föderationskolonien, die im Grenzstreifen beider Welten liegen und im Sinne von dessen Begradigung laut Vertrag nunmehr den Cardassianern zugefallen sind. Er wurde bereits in Star Trek: Das nächste Jahrhundert (TNG) eingeführt. Der Maquis kämpft deshalb, unter anderem mit terroristischen Aktionen, sowohl gegen die Föderation als auch gegen Cardassia. Dadurch gerät der Friedensschluss zwischen den beiden Mächten am Ende des Jahres 2370 zunehmend in Gefahr.vgl. Ep. 40/41: Der Maquis, Teile 1 und 2 (The Maquis, Staffel 2) Zwei Jahre später desertiert der bislang auf Deep Space Nine stationierte Sternenflottenoffizier Michael Eddington zum Maquis.vgl. Ep. 94: In eigener Sache (For The Cause, Staffel 4) Er lässt die Atmosphären zweier cardassianischer Planeten vergiften, um sie für Cardassianer unbewohnbar zu machen. Indem Sisko im Gegenzug damit beginnt, von Maquis-Kolonisten bewohnte Planeten zu vergiften, zwingt er Eddington dazu, sich Sisko zu stellen.vgl. Ep. 111: Für die Uniform (For The Uniform, Staffel 5) Im Jahr 2373 wird der Maquis nach anhaltenden Kämpfen durch das Dominion weitgehend vernichtet.vgl. Ep. 121: Glanz des Ruhms (Blaze Of Glory, Staffel 5)

Bedrohung durch das Dominion