Stuart Pratt Atkins (* 8. März 1914 in Baltimore; † 9. Oktober 2000 in Santa Barbara) war ein US-amerikanischer Germanist, Literaturwissenschaftler und Hochschullehrer.Atkins, Stuart Pratt. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1950. Bd. 1. De Gruyter, Berlin 2003, S. 53–55, ISBN 3-11-015485-4 (mit allen biografischen Daten u. weiteren Literaturangaben).

Leben und Wirken Stuart Atkins studierte nach seinem Schulbesuch in New York von 1931 bis 1938 Deutsche Sprache und Literatur an der Yale University. 1935 erwarb er dort den Magistergrad und promovierte 1938 bei Carl F. Schreiber zum Ph.D. Von 1938 bis 1943 arbeitete er zunächst als Deutschlehrer am Dartmouth College, der Harvard University und am Radcliffe College in Cambridge (Massachusetts). Es folgte von 1943 bis 1946 sein Militärdienst bei der U.S. Air Force, der ihn nach Großbritannien und Frankreich führte. Von 1946 bis 1965 lehrte er Germanistik an der Harvard University, zunächst als Assistenzprofessor bzw. Associate Professor, später auf einer ordentlichen Professur. Von 1965 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1984 lehrte er als Germanistikprofessor an der University of California, Santa Barbara. Gastprofessuren führten ihn 1962 an die Universität Göttingen und 1964 an das Ripon College (Wisconsin).

Im Jahre 1972 wurde Atkins Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. Er gehörte außerdem mehreren wissenschaftlichen Gesellschaften an und erfuhr verschiedene Ehrungen für seine Forschungsarbeit; u. a. wurde ihm 1995 die Goldene Goethe-Medaille der Goethe-Gesellschaft verliehen.

Stuart Atkins beschäftigte sich vor allem mit der Literatur der deutschen Klassik und Romantik, hier vor allem mit Johann Wolfgang von Goethe und seinem "Faust I und II", den er in die englische Sprache übersetzte.

Veröffentlichungen (Auswahl)

The testament of Werther poetry and drama (= Harvard studies in comparative literature, Bd. 19). Harvard University Press, Cambridge, Mass. 1949 (= Dissertation Yale University). Goethe's Faust. A literary analysis. Harvard University Press, Cambridge, Mass. 1958. Gestalt als Gehalt in Schillers "Braut von Messina". In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte, Bd. 33 (1959), S. 529–564. (Hrsg. u. Kommentar, mit Oswald Schönberg): Heinrich Heine / Werke in 2 Bänden. Beck, München 1973/1978. Neue Überlegungen zu einigen missverstandenen Passagen der "Gretchentragödie" in Goethes "Faust". In: Werner Keller (Hrsg.): Aufsätze zu Goethes "Faust I" (= Wege der Forschung, Bd. 145). 2. Aufl. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, S. 496–520, ISBN 3-534-03976-9. Die Ringparabel in Lessings "Nathan der Weise". In: Klaus Bohnen (Hrsg.): Lessings "Nathan der Weise" (= Wege der Forschung, Bd. 587). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1994, S. 155–167, ISBN 3-534-08385-7. (Hrsg. u. Übers.): Johann Wolfgang von Goethe / Faust I & II. Princeton University Press, Princeton, NJ 1994, ISBN 0-691-03656-X. Essays on Goethe. With a bibliography of the publications of Stuart Atkins. Camden House, Columbia, SC 1995, ISBN 1-57113-027-6.

Festschrift

Gerhart Hoffmeister (Hrsg.): Goethezeit. Studien zur Erkenntnis und Rezeption Goethes und seiner Zeitgenossen. Festschrift für Stuart Atkins. Francke, Bern/München 1981, ISBN 3-7720-1514-X.

Einzelnachweise

Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Germanist Kategorie:Literaturhistoriker Kategorie:Goetheforscher Kategorie:Hochschullehrer (Harvard University) Kategorie:Hochschullehrer (University of California, Santa Barbara) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 2000 Kategorie:Mann