Die Gemeinde Obermühlbach war eine Gemeinde im Kärntner Bezirk St. Veit an der Glan, die 1850 gebildet und 1973 mit den Gemeinden Kraig und Schaumboden zur Gemeinde Frauenstein vereinigt wurde.

Lage Die Gemeinde Obermühlbach umfasste im Wesentlichen den Süden der heutigen Gemeinde Frauenstein, sie lag westlich und nordwestlich des Bezirkshauptorts St. Veit an der Glan im St. Veiter Hügelland und in den Wimitzer Bergen.

Gliederung mini|Ortschaftstafel von Treffelsdorf, damals Teil der Gemeinde Obermühlbach Die Gemeinde Obermühlbach bestand aus den Katastralgemeinden Katastralgemeinde Grasdorf und Katastralgemeinde Obermühlbach

Zur Gemeinde gehörten folgende Ortschaften: Beißendorf Dornhof Fachau Frauenstein Gassing Graßdorf Grassen Hammergraben Hintnausdorf Kraindorf Lorenziberg Mailsberg Obermühlbach Puppitsch Treffelsdorf Zensweg

Bevölkerung 1869: 114 Häuser, 867 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold's Sohn, Wien 1872. S. 74. 1880: 110 Häuser, 827 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882. S. 58. 1890: 115 Häuser, 849 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894. S. 59. 1900: 111 Häuser, 803 EinwohnerK. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905. S. 80. 1910: 111 Häuser, 879 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918. S. 41. 1923: 111 Häuser, 801 EinwohnerBundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 17. 1934: 811 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 17. 1961: 141 Häuser, 804 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965. S. 256. 1971: 891 Einwohner.

Geschichte Im Zuge der Verwaltungsreformen nach der Revolution 1848/49 wurde 1850 aus den Steuer- bzw. Katastralgemeinden Grasdorf und Obermühlbach die Gemeinde Obermühlbach errichtet. Die Gemeinde gehörte ab 1850 zum politischen Bezirk St. Veit an der Glan und zum Gerichtsbezirk Sankt Veit an der Glan. 1854 bis 1868 gehörte sie zum Gemischten Bezirk Sankt Veit. Durch die Reformen 1868 wurde sie wieder Teil des politischen Bezirks St. Veit an der Glan und des Gerichtsbezirks Sankt Veit an der Glan, in denen sie bis zu ihrer Auflösung verblieb.Joachim Adolf Walter: Die territoriale Entwicklung der Gerichtsbarkeit und Verwaltung in Kärnten, Krain und dem Küstenland zwischen 1848 und 2013. Graz, Univ., Dipl.-Arb., 2013.

Bei der Kärntner Gemeindestrukturreform 1972/73 wurde die Gemeinde Obermühlbach per 1. Jänner 1973 aufgelöst. Der Großteil der ehemaligen Gemeinde mit damals 867 Einwohnern kam zu diesem Zeitpunkt an die gleichzeitig neu errichtete Gemeinde Frauenstein, die Orte Beißendorf und Kraindorf mit 24 Einwohnern kamen an die Gemeinde Liebenfels.Oskar Glanzer, Ralf Unkart: Die Neuordnung der Gemeindestruktur in Kärnten im Jahre 1972. Amt der Kärntner Landesregierung 1973. S. 92.

Bürgermeister Folgender Personen waren Bürgermeister der Gemeinde Obermühlbach:Hartmut Brachmaier: Die Gemeinde Frauenstein und ihre Vorläufergemeinden. in: Chronik 900 Jahre Gemeinde Kraig. Gemeinde Frauenstein, 1991. Johann Fleischhacker, 1850 bis 1865 Johann Tobeitz, vulgo Goderhof, 1865 bis 1872 Johann Wulz, 1872 bis 1882 Josef Horn, vulgo Horn in Obermühlbach, 1882 bis 1892 Martin Wutte, vulgo Ziegler in Obermühlbach, 1892 bis 1911 Johann Fleischhacker, vulgo Goderhof, 1911 bis 1914 Jakob Kahlhammer, Hintnausdorf, 1914 bis 1919 Stephan Raunig, vulgo Radlinger in Hammergraben, 1919 bis 1938 Peter Tomaschitz, vulgo Blase in Treffelsdorf, 1938 Andreas Leitner, vulgo Mögriacher in Puppitsch, 1938 bis 1945 Alexander Wister, vulgo Binter in Grasdorf, 1945 bis 1951 Rudolf Ogriseg, vulgo Grassenhof, 1951 bis 1954 Josef Wölbitsch, vulgo Leutgeb in Obermühlbach, 1954 bis 1956 Max Fleischhacker, vulgo Goderhof, 1956 bis 1968 Peter Sandrießer, Gutsverwalter in Frauenstein, 1968 bis 1972

Infrastruktur Die Gemeindekanzlei Obermühlbach war um die Wende zum 20. Jahrhundert im Haus des Bürgermeisters vulgo Ziegler in Obermühlbach; von 1919 bis 1937 war sie im Haus des Bürgermeisters vulgo Radlinger im Hammergraben. Danach kam sie wieder ins Haus vulgo Ziegler in Obermühlbach. Bald nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeindekanzlei in ein Nebengebäude von vulgo Leutgeb ins Haus Obermühlbach 3 verlegt.

Einzelnachweise

Obermuhlbach Obermuhlbach Obermuhlbach Kategorie:Frauenstein (Kärnten)