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Das Naturschutzgebiet Lutter ist ein Naturschutzgebiet in den niedersächsischen Landkreisen Celle und Gifhorn.

Schutzgebiete Praktisch die komplette Talung der Lutter sowie die von Schmalwasser, Köttelbeck und einigen anderen Nebenbächen stehen unter Naturschutz und bilden das 2435,3 Hektar große Naturschutzgebiet Lutter.NLWKN-Info über das „Naturschutzgebiet Lutter“. Dieses ist Teil des insgesamt 5113 ha großen FFH-Gebietes „Lutter, Lachte, Aschau (mit einigen Nebenbächen)“ und grenzt mit der Mündung der Lutter an das Naturschutzgebiet Lachte.

Der Lauf der Lutter liegt, am Unterlauf randständig, im Naturpark Südheide, was jedoch nicht auf das komplette Naturschutzgebiet zutrifft.

Fauna und Flora Das Gebiet ist als naturnaher Bereich der Südheide für den Naturschutz von ganz besonderer Bedeutung. Nicht nur die Bäche selbst als Lebensraum von Fischen und Fischotter, sondern auch angrenzende Auen- und Bruchwälder, Moore, Sümpfe und Quellbereiche, in denen Vogelarten wie Schwarzstorch, Seeadler, Kranich, Eisvogel und seltene Fließgewässerlibellen, wie u. a. die vom Aussterben bedrohte Scharlachlibelle und der stark gefährdete Kleine Blaupfeil heimisch sind.

Über 160 gefährdete Tier- und Pflanzenarten leben an und in diesen Heidebächen. Besonders bedeutsam ist hier eines der letzten Vorkommen der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera). Diese stellen besonders hohe Ansprüche an die Qualität ihres Lebensraumes. Durch ein Naturschutzgroßprojekt wurden Erfolge bei der Erhaltung der Flussperlmuschel erzielt.Fundsache, Nr. 249 Muschel kehrt zurück. Der Bestand verzeichnet hier, als einziger in ganz Europa, eine positive Entwicklung. In ersten Versuchen wurden 1985 in der Lutter gefangene Bachforellen mit Flussperlmuschel-Larven infiziert und in den Bach zurückgesetzt. Diese ersten Maßnahmen blieben allerdings zunächst ohne Erfolg. Die Ursache lag in der unnatürlich hohen Sandfracht der Lutter, was man allerdings erst später feststellte und im Rahmen des Naturschutzprojektes beseitigte. Die wissenschaftliche Begründung durch Buddensiek (1991)Buddensiek, V. (1991): Untersuchung zu den Aufwuchsbedingungen der Flussperlmuschel … in ihrer frühen postparasitären Phase. Diss. FB. Biol., Univ. Hannover. und die Bestätigung in der Praxis durch Abendroth (1993)Abendroth, D. (1993): Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung. Projekt Lutter: Die Lutter – ein Heidefließgewässer in den Landkreisen Celle und Gifhorn, Niedersachsen. Natur und Landschaft 66 (1): 24–28. brachte den Durchbruch. Im Jahr 2008 wurden wieder mehr als 12.000 Muscheln nachgewiesen (in den 1930er Jahren lebten in Lachte und Lutter noch etwa 50.000 Exemplare).

Bestandsentwicklung der Flussperlmuschel in der Lutter Jahr Anzahl Muscheln JahrAnzahl Muscheln1982 ca. 2.700 2003 ca. 4.1001992 ca. 2.200 2004 ca. 5.8001994 ca. 1.800 2005 ca. 6.0002000 ca. 2.700 2006 ca. 7.3002001 ca. 2.900 2007 ca. 8.8002002 ca. 3.800 2008 ca. 12.200

Allgemeines Das Bundesamt für Naturschutz, das Land Niedersachsen sowie die Landkreise Celle und Gifhorn förderten das Naturschutzgroßprojekt „Lutter“ von 1989 bis 2006 finanziell mit 16,5 Millionen Euro. Der Bund trug hierbei 75 %, das Land Niedersachsen 15 % und die Landkreise Celle und Gifhorn 10 % der Kosten. An wichtigsten Maßnahmen wurden durchgeführt:Arten- und Biotopschutz in Heidebächen.

Ankauf fast sämtlicher Talauen, Nebenbäche und Moorgebiete, aus denen Wasser in die Lutter gelangt, Wiedervernässung der Moore, Ausstattung der Gräben mit Sandfängen, Kauf der Staurechte von Mühlenwehren und Abbau der Wehre, Bau von Sohlgleiten an den noch vorhandenen Wehren, Mühlenteiche werden nicht mehr abgelassen.

Weblinks

Das Naturschutzprojekt Lutter

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Lüneburger Heide) Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Celle Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Gifhorn Kategorie:Naturpark Südheide Kategorie:Wikipedia:Naturschutzgebiete