Zuleica Romay Guerra (* 1952 in Havanna) ist eine kubanische Sozialwissenschaftlerin und Essayistin. Sie leitet das Programa de Estudios sobre Afroamérica der Casa de las Américas in Havanna. Von 2009 bis 2016 war sie Präsidentin des Instituto Cubano del Libro. Für Elogio de la altea o las paradojas de la racialidad erhielt sie 2012 den Sonderpreis des Premio Casa de las Américas. Für Cepos de la memoria. Impronta de la esclavitud en el imaginario social cubano wurde ihr 2016 der Premio Academia Cubana de la Lengua zuerkannt. Am 1. Mai 2024 wählte sie die Academia Cubana de la Lengua zur académica de número.

Leben Romay ist in Havannas Stadtteil Cerro verwurzelt. Sie erwarb einen Abschluss in Pädagogik mit Schwerpunkt Chemie. Von der Lehrtätigkeit wechselte sie über Leitungsfunktionen in Kultureinrichtungen in die sozialwissenschaftliche Forschung. Von 2009 bis 2016 stand sie als Präsidentin dem Instituto Cubano del Libro vor. International trat sie als Referentin auf, etwa 2023 an der Universität Siegen mit einem Vortrag zur subjektiven Dimension des Rassismus in Kuba.

Wirken Thematisch arbeitet Romay zu Rassismus, afrokubanischer Literatur und den gesellschaftlichen Vorstellungen der Sklavereivergangenheit. Zu ihren zentralen Büchern zählen Estudios de opinión pública en el ocaso de la neocolonia cubana (‚Studien zur öffentlichen Meinung am Ende der Neokolonie‘, 2003/2011), Elogio de la altea o las paradojas de la racialidad (2012/2013) und Cepos de la memoria. Impronta de la esclavitud en el imaginario social cubano (2015/2018). Elogio de la altea o las paradojas de la racialidad rekonstruiert in kritischer Perspektive Mythen des Rassismus in Kuba und verbindet Zeugenschaft mit analytischen Instrumenten aus Geschichts-, Sozial- und Literaturwissenschaft. Für Elogio de la altea o las paradojas de la racialidad erhielt sie 2012 den Sonderpreis des Premio Casa de las Américas. Für Cepos de la memoria. Impronta de la esclavitud en el imaginario social cubano wurde sie 2016 mit dem Premio Academia Cubana de la Lengua ausgezeichnet. Als Leiterin des Programa de Estudios sobre Afroamérica an der Casa de las Américas setzt sie Impulse für Forschung und Diskurse, etwa durch die Ausrichtung des III. Internationalen Kolloquiums im Juni 2025 in Havanna. In ihren öffentlichen Stellungnahmen betont sie die Notwendigkeit, strukturellen Rassismus in Kuba klar zu benennen und auf materieller, symbolischer und politischer Ebene zu bekämpfen.

Einzelnachweise

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