Die Gollierstraße ist eine Innerortsstraße im Stadtbezirk Schwanthalerhöhe (Nr. 8) von München.

Verlauf Die Straße nimmt an der Theresienhöhe am Nordostrand der Theresienwiese ihren Ausgang und verläuft von dort nach Westen südlich parallel zur Schwanthalerstraße und kreuzt an einer von vier Häusern mit breit abgeschrägten Ecken gebildeten KreuzungHeinrich Habel/Klaus Mertens/Michael Petzet/Siegfried von Quasr: Münchener Fassaden. Bürgerhäuser des Historismus und des Jugendstils. Prestel Verlag München 1974, ISBN 3-7913-0048-2, S. 287 die Parkstraße, die Ligsalzstraße, die Ganghoferstraße und die Bergmannstraße, mündet dort in den Gollierplatz, der sich zur Trappentreustraße erstreckt, überquert diese und den darunter verlaufenden Trappentreutunnel der Bundesstraße 2R (Mittlerer Ring) und setzt sich über den nördlich liegenden Gewerbehof (früher Teil des Betriebsgeländes der Metzeler-Werke) über die Astallerstraße bis zur Ridlerstraße fort, an der sie endet.

Geschichte Nördlich der Straße und westlich der Trappentreustraße lag bis zur nördlich verlaufenden Westendstraße die Betriebsstätte der Reifenfabrik Metzeler, die im Zug der Umstrukturierung des Unternehmens 1979 aufgegeben wurde. Damit verschwand die Schadstoffbelastung in diesem Gebiet. Auf dem Betriebsgelände entstand ein Gewerbehof. Am Gollierplatz wurde von 1901 bis 1903 die neoromanische katholische Pfarrkirche St. Rupert nach Plänen von Gabriel von Seidl errichtet; 1931 entstand die von German Bestelmeyer geplante evangelisch-lutherische Auferstehungskirche neben dem Ledigenheim von Theodor Fischer.

Öffentlicher Personennahverkehr Die Straße wird durch den unter der Heimeranstraße liegenden U-Bahnhof Schwanthalerhöhe der U-Bahn-Linien 4 und 5 erschlossen.

Namensgeber Die Straße ist nach der gleichnamigen, erstmals 1329 genannten Landadels- und Patrizierfamilie benannt.

Gebäude unter Denkmalschutz Nr. 3: Mietshaus, neubarock, reich gegliedert, mit Stuckdekor, 1897 von Ignatz Batz; rechts anschließend rundbogiges Gittertor; Gruppe mit Theresienhöhe 8 (Denkmalliste D-1-62-000-2227) Nr. 10: Mietshaus, deutsche Renaissance, mit Eckerker, 1889/90 von Georg Müller (Denkmalliste D-1-62-000-2228) Nr. 14: Mietshaus, Neurenaissance, Rohbackstein mit Putzgliederungen, 1889 von Johann Grübel (Denkmalliste D-1-62-000-2229) Nr. 14a: Mietshaus, spätklassizistischer Eckbau, 1885 von Franz Büchold; Gruppe mit Parkstraße 23; Kreuzung Gollier-/Parkstraße begrenzt von vier gleichzeitigen Häusern mit breit abgeschrägten Ecken; vergleiche Gollierstraße 16 sowie Parkstraße 22 und 25 (Denkmalliste D-1-62-000-2230) Nr. 16: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliederter Eckbau mit Stuck am Traufgebälk, 1886 von Franz Büchold; vergleiche Gollierstraße 14a (Denkmalliste D-1-62-000-2231) Nr. 19: Mietshaus, Neurenaissance, 1887 von Josef Tausend (Denkmalliste D-1-62-000-2232) Nr. 25: Mietshaus, Neurenaissance, mit Stuckfries am Eckrisalit, 1890 von K. Gustapfel (Denkmalliste D-1-62-000-2233) Nr. 28: Mietshaus, Neurenaissance, 1888 von Franz Büchold; bildet mit dem gleichartigen Haus Nr. 30 einen Block (Denkmalliste D-1-62-000-2234) Nr. 29: Mietshaus, Neurenaissance, mit Mittelrisalit, reich gegliedert, 1888 von Franz Büchold (Denkmalliste D-1-62-000-2235) Nr. 30: Mietshaus, Neurenaissance, 1888 von Franz Büchold; Gruppe mit dem gleichartigen Haus Nr. 28 (Denkmalliste D-1-62-000-2236) Nr. 31: Mietshaus, Neurenaissance, reich gegliedert, um 1885/90 (Denkmalliste D-1-62-000-2237) Nr. 40/42/44/46/46a/46b/46c/48/50/50a/52: Wohnanlage, barockisierend, mit Erkern und Ecktürmchen, 1918–21 von Ludwig Naneder; mit Ganghoferstraße 18/20 und Geroltstraße 5/7 (Denkmalliste D-1-62-000-2239) Nr. 41/41a/43/45/45a/45b/45c/47/49/49a/49b/49c/51/53/53a: Teil einer barockisierenden Wohnanlage, um 1912 von Hans Eisenrieth; siehe Kazmairstraße 38–54 (gerade Nummern) (Denkmalliste D-1-62-000-3332) Nr. 54/56/56a/56b: Wohnanlage, barockisierend, mit Putzdekor und Mansarddach, 1920–22 von Ludwig Naneder; mit Bergmannstraße 27/29/31/33, Geroltstraße 2/4/6/8 und Tulbeckstraße 33 (Denkmalliste D-1-62-000-2241) Nr. 78: Mietshaus, barockisierender Eckbau, mit Erker und Putzgliederung, 1912 (Denkmalliste D-1-62-000-2243) Nr. 80: Mietshaus, barockisierend, mit Erker, 1920 von Ludwig Naneder; Gruppe mit Nr. 82 (Denkmalliste D-1-62-000-2244) Nr. 81/83/85/87/89/91: Wohnhausblock, barockisierend, mit reichem Kratzputzdekor, 1924–26 von Ludwig Naneder; etwa dreieckiger Block mit Astallerstraße 28/30/32/34 und Ridlerstraße 76/78/80/82/84 (Denkmalliste D-1-62-000-2245) Nr. 82: Mietshaus, barockisierend, mit Erkern, 1920 von Ludwig Naneder; Gruppe mit Nr. 80 (Denkmalliste D-1-62-000-2246) Kirchen mini|Die Auferstehungskirche St. Rupert, siehe unter Gollierplatz Auferstehungskirche, Nr. 55 (Denkmalliste D-1-62-000-2242)

Weitere Gebäude Forum Schwanthalerhöhe, Einkaufszentrum nördlich des Ostendes der Straße Leonhard-Henninger-Haus, Alters- und Pflegeheim, Nr. 75

Brunnen mini|Der Aktions-Brunnen Aktions-Brunnen, Gollierstraße 61, von Stefan Kalckhoff, 2001

Bekannte Bewohner mini|Gedenktafel für August Kühn August Kühn (eigentlich Helmut Münch, 1936–1996), Schriftsteller, Gollierstraße 49 (Gedenktafel)

Literatur Hans Dollinger: Die Münchner Straßennamen. 8. Aufl. 2016, Chr. Belser Ges. für Verlagsgeschäfte, Stuttgart, ISBN 978-3-7630-4039-1, S. 111.

Einzelnachweise

Weblinks

Die Gollierstraße im München Wiki Die Gollierstraße auf der Website von Stadtgeschichte München

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