mini|Sooni Taraporevala (2010) Sooni Taraporevala (; geboren 1957 in Bombay) ist eine indische Regisseurin, Drehbuchautorin und Fotografin, die der Minderheit der Parsen in Indien angehört.
Leben und Karriere Sooni Taraporevala wuchs in einer großen Parsen Familie in Bombay auf und besuchte eine Mädchenschule. Anschließend begann sie an einem College zu studieren, bis sie ein Stipendium für ein Bachelor-Studium an der Havard Universität erhielt, wo sie Englische Literatur, Film und Fotografie studierte. Danach ging sie für den Masterstudiengang des Fachs Cinema Studies an die New York University.
1986 schrieb sie ihr erstes Drehbuch Salaam Bombay! für die Regisseurin Mira Nair, die sie während ihres Studiums kennengelernt hatte. Dieser Film wurde für einen Oscar nominiert und gewann weltweit über 25 Preise, unter anderem den Lilian Gish Award for Excellence in Film from Women 1988. Auch ihr zweites Drehbuch Mississippi Masala, abermals geschrieben für einen Film der Regisseurin Mira Nair, wurde prämiert. Es erhielt den Osella Preis des besten Drehbuchs auf dem Filmfestival von Venedig 1990.
Sie schrieb mit The Namesake, Such a Long Journey und My Own Country auch Drehbücher, die auf vorher veröffentlichten Büchern basierten. Mit dem Film Little Zizou machte sie 2008 ihr Regiedebüt und gewann sowohl den National Preis der indischen Regierung als auch zehn weitere Preise.
2020 wurde Yeh Ballet auf der Filmplattform Netflix veröffentlicht. Bei diesem Film führte sie Regie und schrieb auch das Drehbuch. Der auf wahren Begebenheiten beruhende Spielfilm beschreibt den Weg zweier junger, indischer Balletttänzer im heutigen Mumbai.
Mit der Amazon-Prime-Serie Waack-Girls griff sie als Regisseurin das Thema Tanz wieder auf. Die seit 2024 abrufbare Serie zeigt die Geschichte von sechs Freundinnen aus Kalkutta, die andere für eine in Indien unbekannten Straßentanzform namens Waacking begeistern möchte.
Neben ihrer Karriere als Filmschaffende beschäftigte sie sich beruflich auch mit der Fotografie. Über zwanzig Jahre lang dokumentierte sie die Parsen-Gemeinschaft in Bombay und veröffentlichte im Selbstverlag ihren Fotoband: Parsis: The Zoroastrians of India – A Photographic Journey (Parsen: Die Zoroastrier Indiens – Eine fotografische Reise). Ihr zweites Fotobuch mit dem Titel Home In The City, Bombay 1977 – Mumbai 2017 (Zu Hause in der Stadt, Bombay 1977 – Mumbai 2017) erschien 2017 mit einem Vorwort von Salman Rushdie. Unter demselben Namen fand 2017 ihre erste Fotoeinzelausstellung in Großbritannien statt, in der schwarz-weiß Fotos der Stadtgeschichte gezeigt wurden. Ihre Fotos waren in zahlreichen bekannten Museen zu sehen, wie beispielsweise im Institut Valencia d’Art Modern, im Musee du Quai Branly (Paris), in der National Gallery of Modern Art (Delhi) oder in der Tate Modern von London.
2014 erhielt sie in Anerkennung ihres Beitrags zur Kunst den Padma Shri Preis der indischen Regierung.
Filmografie 1988: Salaam Bombay! (Drehbuch) 1991: Mississippi Masala (Drehbuch) 1998: Such a Long Journey (Drehbuch) 1998: My Own Country (Drehbuch) 2000: Dr. Babasaheb Ambedkar (Drehbuch) 2006: Namesake – Zwei Welten, eine Reise (Drehbuch) 2008: Little Zizou (Drehbuch, Regie) 2020: Yeh Ballet (Drehbuch, Regie) 2024: Waack Girls (Drehbuch, Regie)
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Fotograf (Indien) Kategorie:Inder Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Frau