mini|Wappen Nowina|230x230px Die Familie Roznowski ist eine alteingesessene, großpolnische Adelsfamilie aus Roznowo de Skoki (Nahe Oborniki), mit dem Wappen Nowina.
Geschichte und Persönlichkeiten Die Familie, deren verschiedene Zweige zu Teilen bis heute bestehen, erscheint erstmals urkundlich Ende des 14. Jahrhunderts mit Jan de Skokow Roznowski, † 1428.
Tomasz Tomasz († 21. Januar 1540), Bruder von Bartolomiej (4. Generation), war Canonicus an der Wawel-Kathedrale in Krakau. In der Skotnicki-Kapelle befindet sich unter dem Fenster eine bronzene Renaissance-Gedenkplatte mit der Inschrift Thome Roznowski Canonico Cracovie Qinque Episcoporum Officiali VIRO IN OMNES HOMINUM CONDICIONES JUSTO (dem in allem gerechten Manne) für ihnMichał Rożek: Krakowska katedra na Wawelu. Wydawnictwo św. Stanisława BM Archidiecezji Krakowskiej, Kraków 1989.
Über die frühe Stammreihe sind keine weiteren Details bekannt.
Antoni Die neue Stammreihe beginnt urkundlich 1751 auf Wegerki, Bezirk Kalisch, mit Andrzej (Andreas) Roznowski. Sein Enkel Antoni († 1805) war von 1788 bis 1792 Abgeordneter des vierjährigen Sejm und Instruktionsrichter des Adeligen Landgerichtes Posen. Er war verheiratet mit Jadwiga (Hedwig) Polewska, † 1809 in RoznowoBrief über Antoni Roznowski von Prof Jan Malecki vom 10. Aug. 1981. Am 7. Oktober 1788 hat er mit anderen Abgeordneten des vierjährigen Sejm die Generalkonföderation unterschrieben. Als Abgeordneter stellte er einen Antrag für eine neue Steuer für Bauern und einen Gesetzentwurf zur Besteuerung von Häusern in Städten, wogegen sich der Magistrat von Warschau erhob. Eine Steingrabplatte von Antoni und seiner Frau Hedwig gibt es (Stand 1981) neben der Pfarrkirche St. Katherine von Roznowo bei Obornicki. Antoni und Hedwig hatten drei Söhne, Michael, Tadeusz und Florian. Michael und Tadeusz bildeten eigene Linien.
Wybicki und Besitz der Originalhandschrift der Polnischen Nationalhymne Antoni und Hedwigs Sohn Florian (1776–1818 auf Alt Guhle, Kreis Kröben, Großherzogtum Posen) war Unterpräfekt der Kreise Pyzdry (zu dt. Peisern) und Kröben. Er war seit 1806 mit Teresa Wybicka (* 1783, Wappen Rogala) verheiratet, der Tochter des polnischen Senators und Woiwoden Józef Wybicki, kaiserlich russischer Obertribunalpräsident in Warschau, und dessen Frau Estera Kowalska. Wybicki dichtete 1797 (zwei Jahre nach der dritten polnischen Teilung) in Oberitalen die heutige polnische Nationalhymne Noch ist Polen nicht verloren Mazurek Dąbrowskiego. Beide Söhne Wybickis blieben kinderlos, seine Linie ging durch die Ehe Teresas mit Florian in die der Roznowskis über. Über Teresa gelangte eine der zwei Originalhandschriften der polnischen Nationalhymne in den Besitz der RoznowskisSiehe Transkript von Prof. Adam Skalkowskis (1877-1951) Beitrag in Radio Free Europe über Wybickis Erbe im Absatz „Wybicki und Besitz der Originalhandschrift der Polnischen Nationalhymne“.. Sie blieb im Privatbesitz der Familie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, als Dr med Johannes Stanislaus v. Roznowski, der in Berlin geboren wurde und dort lebte, mit Hilfe eines Freundes im Reichsbankdirektorium seine Familiendokumente im Tieftresor der Reichsbank in Berlin-Mitte deponierte. Da die andere Originalhandschrift in Warschau verbrannte, blieb nur noch die in der Reichsbank deponierte übrig. Johannes wählte 1944 zusammen mit seiner Frau Newena in Berlin den Freitod. Johannes wollte die Originalhandschrift einer polnischen wissenschaftlichen Institution schenken.
Suche nach der seit 1945 verlorenen Originalhandschrift Trotz intensiver Suche ist die in der Reichsbank deponierte Originalhandschrift seitdem nicht auffindbar. Die Reichsbank wurde nach Kriegsende Sitz des SED-Zentralkomitees und später des Auswärtigen Amtes. Seitdem wird nach der Handschrift gesucht, der Verlust wurde dem Deutsches Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg (Lost Art) am 14. Juli 2005 gemeldetSiehe Fotos der Verlustmeldung der Originalhandschrift der Polnischen Nationalhymne im Abschnitt „Suche nach der seit 1945 verlorenen Originalhandschrift“. Es wird vermutet, dass sowjetische Soldaten die Papiere aus dem 1945 besetzten Gebäude nach Moskau gebracht haben.https://www.dpgberlin.de/files/2005/spotkanie/infodienstjuni05.master.pdf
Huldigung und Zugehörigkeit zu Preußen mini|Herrenhaus Manieczki Kreis Srem, heute ein Wybicki-Museum Florian huldigte nach der dritten Teilung Polens dem preußischen König Friedrich Wilhelm III, ab diesem Zeitpunkt führt die Familie den Namen von Roznowski.siehe Bescheinigung über Florian und Eduards Hulding im Absatz 'Huldigung und Zugehörigkeit zu Preußen'
Eduard Florian und Teresa hatten den Sohn Eduard, * 13. Oktober 1814. Eduard war Landschaftsrat im Kreis Kröben, Provinz Posen und führte mit seiner Deszendenz im Königreich Preußen unbeanstandet das Adelsprädikat. 1843 heiratete er Viktoria Poninska (Wappen Lodzia) und erwarb das Gut Sarbinowo (auch im Kreis Kröben, Gemeinde Poniec). Viktoria (* 9. Januar 1825, † 6. März 1862 an Tuberkulose auf Sarbinowo) war die Tochter des vormaligen Königlichen Polnischen Obersten, Generallandschaftsdirektor und Provinzlandtagsmarschall Stanislaus Graf Poninski-Wreschen auf Wreschen, Großherzogtum Posen und der Anna Sierakowska (Wappen Ogończyk). Eduard verkaufte das Gut Sarbinowo an die Familie Czartoryski. Eduard starb am 27. April 1896 bei seiner Tochter Jadwiga (Hedwig), Gräfin Lubienska, geb. von Roznowski in Krakowiec, Bezirk Jaworow (Galizien). Am Eingang des Mausoleums der Famillie Lubienski in Krakowiec ist eine Grabplatte für Eduard angebracht.
Stanislaus Eduard hatte den Sohn Stanislaus (1844–1914), nicht zu verwechseln mit Stanislaus Graf Poninski-Wreschen. Stanislaus ging in Glogau zur Schule und machte dort Abitur. Er hatte mit Maria Müller einen Sohn namens Johannes, durfte sie aber nicht heiraten, da sie nicht adelig war. Erst 1906, 10 Jahre nach dem Tod seines Vaters Eduard, heiratete er Maria Müller in Berlin und legitimierte damit seinen Sohn Johannes. Stanislaus sollte in Paris Agrarwissenschaften studieren. Stattdessen studierte er Medizin, zuerst von 1881 bis 1885 in Leipzigsiehe Brief vom Universitätsarchiv sowie Matrikulationseintrag über Stanislaus in Leipzig im Abschnitt über Stanislaus und anschließend von 1885 bis 1887 in Berlin an der Friedrich-Wilhelm Universität (heute Humboldt Universität)Siehe Brief vom Universitätsarchiv mit Stanislaus Matrikulationsbescheinigung im Abschnitt über Stanislaus. Stanislaus starb im September 1914 in Berlin.
Johannes Johannes (1889–1944) studierte auch in Berlin Medizin, promovierte 1914 und arbeitete im Krankenhaus Moabit. Dort lernte er ca. 1917 die Medizinstudentin Newena Dragoewa (15. Nov. 1894 – 7. Feb. 1944) kennen, die dort ihre Famulatur absolvierte. Newena war die Tochter der wohlhabenden, bulgarischen Kaufmannsfamilie Dontscheff aus Dobritsch. Sie studierte von 1914 bis 1919 in Berlin Medizin, wo sie auch promovierte. Da Frauen in Preußen erst ab 1908 an Universitäten zugelassen waren, war sie unter den ersten Jahrgängen mit promovierten Ärztinnen in Berlin. Im September 1919 heirateten Johannes und Newena in BerlinSiehe Foto der Hochzeitsanzeige von Johannes und Newena im Abschnitt über sie. und betrieben bis 1943 zuerst am Bundesratufer 1 und später in der Levetzowstraße 15 eine eigene Praxis. Im Zweiten Weltkrieg nahmen sie sich am 7. Februar 1944 nach dreimaliger Ausbombungsiehe Brief an Johannes von Ignaz Ledochowski (Johannes Cousine Paulines Ehemann) vom 4.1.1944 sowie Foto vom ausgebombten Bundesratufer im Abschnitt über Johannes und Newena und Verlust der Praxis gemeinsam das Leben.siehe oben eingebettete Sterbeurkunden im Absatz über Johannes und Newena. Sie hinterließen ihre Tochter Marianne und Sohn Thomas. Im Nachlass an ihren Sohn Thomas (* 1928) befanden sich zwei Briefe von General Graf Ignaz Ledochowski, dem Ehemann von Johannes Cousine Pauline, aus denen die seelische Belastung erkennbar ist. Ignaz verstarb 1945 im Konzentrationslager Mittelbau-Dora. Thomas schenke Jan Ledochowski, dem Enkel Ignaz, die beiden Briefe seines Vaters.
Stammtafel
Ehemaliger Besitz Alt Guhle, Kreis Kröben Manieczki Originalhandschrift der polnischen Nationalhymne Wegerki, Bezirk Kalisch Sarbinowo Literatur Genealogisches Handbuch des Adels, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) Adelslexikon Band XII, Band 125 der Gesamtreihe, 2001, Seite 80 Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels, Seite 292 königl. Staatsarchiv Posen, Band 205, 14. Jan 1908
Einzelnachweise
Kategorie:Polnisches Adelsgeschlecht Kategorie:Individuelle Familie