mini|Kirche Maria-Geburt in Körber Opatovec (deutsch Überdörfel) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt fünf Kilometer nördlich von Svitavy (Zwittau) und gehört zum Okres Svitavy.

Geographie Opatovec liegt in einer Höhe von ~438 m. Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet beträgt 465 m. Es gibt mit dem Sychrovec (Sichlowitzer-Teich) und dem Pařez (Stöckel-Teich) zwei künstlich angelegte Fisch-Teiche, die überwiegend durch den Mikulečský potok (Nikeler-Bach) gespeist werden.

Nachbarorte mit direkten Gemarkungsgrenzen sind Opatov (Abtsdorf) im Norden, Dětřichov u Svitav (Dittersdorf) im Osten, Svitavy (Zwittau) im Süden, Kukle (Kukele) im Südwesten und Mikuleč (Nikl) im Westen.

Gemeindegliederung Die politische Gemeinde Opatovec besteht aus den Ortschaften Opatovec (Überdörfel), Košíře (Körber), Český Lačnov (Böhmisch Lotschnau) und seit 1950 Stary Valdek (Alt Waldeck) mit Nový Valdek (Neu Waldeck).

Geschichte mini|links|Dreifaltigkeitssäule in Körber Ottokar II. Přemysl förderte die Besiedelung der Region des Schönhengstes (Hřebečsko). In diesem Zusammenhang kam es auch zur Gründung von Abtsdorf durch den Abt Hermann, die für 1248 angenommen wird. Angeworbene Siedler aus Oberfranken machten das Land urbar. Überdörfel (auch Klein-Abtstorff, Oberdorfl, Uiberdörfl) wird in mehreren Urbarien seit dem 15. Jahrhundert erwähnt. Es entstand wahrscheinlich im Laufe der Zeit durch Abtsdorfer Bauernsöhne, die hier ihre Hofstellen errichteten, da sie in Abtsdorf keinen Grund erwerben konnten. Böhmisch Lotschnau (auch Viertel-Lotschnau, Kitzig) wurde um 1650, mit Beginn der zweiten Besiedlungswelle, als Dominikaldorf angelegt. Körber wurde 1691 als Dominikaldorf durch die Herrschaft Leitomischl gegründet. Die Gründung von Alt-Waldeck erfolgte 1696. Neuwaldeck wurde 1760 gegründet.

Bis 1918 gehörte die Katastralgemeinde Überdörfel zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Von 1918 bis 1938 gehörte Opatovec zur Ersten Tschechoslowakische Republik. Von 1938 bis 1945 gehörte Überdörfel durch den Anschluss des Sudetenlandes zum Deutschen Reich.

Von 1793 bis 1796 wurde die Kirche zu Ehren Maria Geburt in Körber errichtet. 1850 entstand die Kapelle zu Ehren des böhmischen Landesheiligen Wenzel und die Schule in Überdörfel. Um 1860 wurde die Schule in Körber gebaut und 1895 aufgestockt. 1903 wurde in Überdörfel die Freiwillige Feuerwehr gegründet. 1925 wurde in Überdörfel der Friedhof angelegt.

Überdörfel war von seiner Gründung bis 1945 eine überwiegend von Deutschen bewohnte Gemeinde. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs wurden die Bewohner gezwungen, ihre Häuser am 29. Juni 1945 innerhalb einer Stunde zu verlassen und sie wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Danach wurde Opatovec durch Tschechen aus anderen Regionen der Tschechoslowakei wieder besiedelt.Viktor Hrubesch, "Heimatbuch für Überdörfel, Körber und Böhmisch-Lotschnau" S.80/Vertreibung/Bericht von Franz Klaschka,Überdörfel Nr.21

Bürgermeister seit 1850

Anton Bittner Nr.11 Franz Blesl Nr.15 Eigl Nr.31 Wahla Nr.25 Anton Heinz Nr.30 Franz Rohlig Nr.65 von 1906-1912 Leopold Tobisch sen. Nr.11 von 1912-1919 Eduard Müller Nr.53 von 1919-1927 Franz Appel Nr.31 von 1927-1931 Anton Killer sen. Nr.35 von 1931-1945 Leopold Tobisch jun. Nr.11 Viktor Hrubesch, "Heimatbuch für Überdörfel, Körber und Böhmisch-Lotschnau" S.16 Gemeindevorsteher seit 1850

Sehenswürdigkeiten mini|links|Bleiglasfenster mit dem hl. Antonius in der Wenzelskapelle Wenzels-Kapelle Kirche Maria-Geburt in Košíře die in dieser Gegend typischen Bauerngehöfte („Schönhengster Vierkanter“) Bildstöcke und Heiligenstatuen

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Typischer Schönhengster Vierkanthof Opatovec war und ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Es gibt eine Landwirtschaftliche Genossenschaft, zwei Autowerkstätten, einen Friseur, zwei Lebensmittelgeschäfte und am Pařez/Stöckel-Teich einen Camping/Wohnmobil-Platz. An den Bahnhaltepunkten Opatov und Opatovec halten Nahverkehrszüge der Strecke Letovice–Česká Třebová. Die Ortstraße führt direkt zu den in der Nähe liegenden Fernverkehrsstraßen E442 und E461. Der Ort wird durch eine Buslinie angefahren.

Literatur Viktor Hrubesch, München, Druck: Kastner & Callway, 1989: Heimatbuch für Überdörfel, Körber und Böhmisch-Lotschnau

Einzelnachweise

Weblinks

Ueberdörfel Koerber Lotschnau Waldek