Żukówko (kaschubisch Żukówkò; deutsch Zukowken, ab 1937 Treuenfelde) ist ein Dorf der Landgemeinde Parchowo im Powiat Bytowski in der Woiwodschaft Pommern in Polen.
Geographische Lage Die Ortschaft liegt in Hinterpommern, etwa neun Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Bytow, fünf Kilometer nordwestlich von Parchowo und drei Kilometer nordöstlich von Pomysk Mały.
Östlich des Dorfkerns liegt der drei Kilometer lange Żukówko (Zukowkener See), der vom Flüsschen Słupia durchflossen wird.
Geschichte Am 30. Juni 1253 bestätigte Wolimir, Bischof von Leslau, der Heiligkreuzkirche zu Parchau die Zehnten der Dörfer Parchau, Nakel, Zukowken und Golzau.Max Perlbach: Pommerellisches Urkundenbuch. Bertling, Danzig 1882, S. 126, Nr. 150 (Google Books). In einem Grenzbrief vom 9. Oktober 1313, den Markgraf Waldemar von Brandenburg dem Deutschen Orden gab, nachdem er ihm durch Vertrag zu Słupsk vom 10. Juni 1310 einen Teil Pommerns verkauft hatte, wird das Dorf unter dem Namen villa Sucow erwähnt.Reinhold Cramer: Geschichte der Lande Lauenburg und Bütow, Zweiter Teil: Urkundenbuch, Königsberg 1858, S. 6–8, Nr. 10 (Google Books).Max Perlbach: Pommerellisches Urkundenbuch. Bertling, Danzig 1882, S. 616–618, Nr. 702 (Google Books). Ebenfalls am 9. Oktober 1313 beglaubigte der Hochmeister Karl von Trier den Grenzverlauf und nannte das Dorf villa Svkowe.Max Perlbach: Pommerellisches Urkundenbuch. Bertling, Danzig 1882, S. 618–619, Nr. 703 (Google Books). In einer Beurkundung vom 23. Februar 1330 wird das Dorf von Ritter Jesko von Schlawe Zugowa genannt.Max Perlbach: Materialien zur Geschichte Pommerellens hauptsächlich während der Ordenszeit, in: Altpreussische Monatsschrift, Band 40, Königsberg in Pr. 1903, S. 257–303, insbesondere S. 277, Nr. 9 (Google Books). In den Zinsregistern des Ordens wird das Dorf nirgends erwähnt.Theodor Hirsch: Geschichte des Karthauser Kreises, in Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins, Heft VI, Danzig 1882, S. 1–148, insbesondere S. 42, Fußnote 1) (Google Books). Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren die Ortsnamen Sukowke und Zukowken in Gebrauch. Daniel Friedrich Sotzmann: Handbuch zum Gebrauch der neuen Generalkarte von Ost- West- Süd- und Neu-Ostpreußen, Berlin 1799, S. 195 (Google Books).
Um 1780 war Zukowken ein dreigeteilter Adelssitz. Zu den Familien, die von alters her in Zukowken begütert waren, gehörten die Dambrowski. Im 16. Jahrhundert soll Sophia von Glauch-Głuchawska ihrem Gemahl Johann Dąbrowski einen Gutsanteil Zukowken mit Mühlchen eingebracht haben. Abkömmlinge dieses evangelischen Zweigs der Familie Dambrowski waren noch bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus in Zukowken begütert. Letzter Gutsbesitzer des Anteils Zukowken mit Mühlchen aus dieser Familie war K a r l Ludwig Nicolaus von Dambrowski (1797–1855).Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Dreizehnter Jahrgang, Irrgang, Brünn 1888, S. 109 (Google Books), und S. 111–113 (Google Books). Da dieser Gutsanteil ein Jahrzehnt später an einen Seydlitz kam,Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Siebenter Jahrgang, Brünn 1882, S. 92 (Google Books). muss es sich dabei um Zukowken C gehandelt haben. Für Zukowken A – C war noch im 19. Jahrhundert ein eigenes kleines Patrimonialgericht zuständig. W. F. C. Starke: Justiz-Verwaltungs-Statistik des Preussischen Staats, Teil I: Provinzen Preußen, Posen, Pommern, Schlesien, Heymann, Berlin 1839, S. 124 (Google Books).
Im Jahr 1857 werden August Busch als Besitzer des Rittergutsanteils Zukowken A u. B und Fr. Busch als Besitzer des Rittergutsanteils Zukowken C angegeben.Karl Friedrich Rauer: Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 64, Ziffer 53 (Google Books). Der Rittergutsanteil Zukowken A u. B wurde 1864 zum Preis von 35.875 Talern veräußert, der Rittergutsanteil Zukowken C hatte 1864 einen Kaufpreis von 31.000 Talern.Benno Martiny: Fünfzig Jahre der Landwirthschaft Westpreußens, Festschrift zur Feier des fünfzigjährigen Bestehens des Hauptvereins Westpreußischer Landwirthe, Danzig 1872, S. 268 (Google Books). Besitzer des Gutsanteils Zukowken C wurde der Königlich preußische Gerichts-Assessor a. D. Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1837–1903), der ihn seinem Sohn Kurt Friedrich (* 1869 in Zukowken) vererbte.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser, Neunter Jahrgang, Perthes, Gotha 1908, S. 734 (Google Books).
Am 19. März 1877 wurden der Gutsbezirk Zukowken und die Kolonie Mühlchen zur Landgemeinde Zukowken zusammengeschlossen.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 13, 31. März, Danzig 1877, S. 71, Bekanntmachung 315 (Google Books)
Gutsbesitzer Friedrich Wilhelm von Seydlitz war 1882 zum Amtsvorsteher des Amtsbezirks ParchauAmtsbezirk Sullenschin (Territorial.de) ernannt worden und Gutsbesitzer Busch aus Zukowken als sein Stellvertreter.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 42, 21. October, Danzig 1882, S. 326, rechte Spalte (Google Books). Am 10. September 1888 wurde Gutsbesitzer von Seydlitz in Zukowken erneut für sechs Jahre als Amtsvorsteher des Amtsbezirks Parchau ernannt. Bis Frühjahr 1884 war er auch als Standesbeamten-Stellvertreter für den Standesamtsbezirk Parchau tätig gewesen.Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Danzig, No. 19, 10. Mai, Danzig 1884, S. 115, Bekanntmachung 233 (Google Books).
Zur Landgemeinde Zukowken gehörten um 1903 zwei Güter: ein 342 Hektar großes Gut besaß Carl Kroening; das 596 Hektar umfassende Gut Zukowken C befand sich im Besitz von Curt von Seydlitz. Paul Niekammer: Westpreussisches Güter-Adressbuch, Niekammer, Stettin 1903, S. 34–35 (digitale-bibliothek-mv.de)
Am 1. Dezember 1913 wurden auf der 1468,5 Hektar großen Gemarkungsfläche der Landgemeinde Zukowken 71 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 91 Pferde, 290 Stück Rindvieh, 47 Schafe und 460 Stück Borstenvieh hielten.Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon über den Viehstand und den Obstbau für den Preußischen Staat, Heft 2: Provinz Westpreußen, Berlin 1915, 1. Regierungsbezirk Danzig, 10. Kreis Karthaus, S. 34–35, Ziffer 125 (Google Books).
Am 30. November 1920 erfolgte die Eingliederung der Landgemeinde Zukowken aus dem bisherigen Kreis Karthaus in der Provinz Westpreußen in den Kreis Bütow der Provinz Pommern.Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de)
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Zukowken eine Flächengröße von 14,7 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 56 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnplätzen: Forsthaus Mühlchen Zukowken Um 1935 hatte Zukowken unter anderem einen Gasthof, ein Fischversandgeschäft, eine Schmiede und zwei Stellmachereien.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 11189 (Google Books).
Am 9. Dezember 1937 wurde die Gemeinde Zukowken in Treuenfelde umbenannt.Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de) Bis 1945 bildete Treuenfelde eine Landgemeinde im Kreis Bütow der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Treuenfelde war dem Amtsbezirk Pomeiske zugeordnet. Das Standesamt befand sich in Pomeiske.
Nach Beendigung der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs wurde Treuenfelde 1945 der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die allermeisten einheimischen Dorfbewohner wurden in der Folgezeit aus dem Ort vertrieben.
Mit der Zweisprachigkeit der Gemeinde wurde 2006 der kaschubische Ortsname Żukówkò amtlich.
Demographie + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1780 – adliges Gut mit einer Mühle am Flüsschen Stolpe und 22 Feuerstellen (Haushaltungen), drei adligen Besitzern gehörig, eingepfarrt zu ParchauJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Band 2: Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 267 (Google Books). 1818 45 inklusive der Brandhaus genannten Gärtnerwohnung, Hauptgut mit acht Feuerstellen (Haushaltungen), adelige Besitzung, davon 31 Evangelische und 14 Katholiken Danziger Regierungs-Departement: Verzeichniß der in den einzelnen Kreisen befindlichen Ortschaften, veröffentlicht ca. 1820 (enthält statistische Angaben von 1818), S. 150, Ziffer 379 (Google Books). 1852 225 DorfKraatz: Topographisch-statistische Beschreibung des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 713 (Google Books). 1864 419 am 1. Dezember, Gemeindebezirk(?)Königliches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin, 5. Kreis Karthaus, Berlin 1966, S. 34–41, Ziffer 224 (Google Books). 1867 395 am 3. Dezember, Gutsbezirk 1871 371 am 1. Dezember, Gutsbezirk, davon 317 Evangelische und 54 KatholikenKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preussen und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Berlin 1874, S. 386–387, Ziffer 221 (Google Books). 1885 369 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 311 Evangelische und 58 KatholikenKönigliches statistisches Bureau: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1885. Band II: Provinz Westpreußen. Berlin 1887, S. 54–55, Ziffer 135 (Google Books). 1905 426 am 1. Dezember, Landgemeinde, davon 292 Evangelische (sämtlich mit deutscher Muttersprache) und 134 Katholiken (zwölf mit deutscher, fünf mit polnischer und 117 mit kaschubischer Muttersprache)Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon für das Königreich Preußen. Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905, Heft II: Provinz Westpreußen. Berlin 1908, 14. Kreis Karthaus, S. 62–63, Ziffer 124 (Google Books). 1910 466 am 1. Dezember, davon 304 mit deutscher Muttersprache (299 Evangelische, eine katholische und eine Person mit anderem Glaubensbekenntnis sowie drei Juden), 161 mit polnischer Muttersprache (sämtlich Katholiken) und eine Person mit deutscher und einer anderen SpracheKöniglich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Heft II: Regierungsbezirk Danzig, S. 30–31, 8. Karthaus i. Westpr., Ziffer 125 (Google Books). 1925 433 Landgemeinde, in 87 Haushaltungen, darunter 376 Evangelische und 55 KatholikenDie Gemeinde Zukowken im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) 1933 371 1939 354
Kirche Kirchspiel bis 1945 Die vor 1945 hier lebenden Dorfbewohner waren mehrheitlich Evangelische (Angehörige der Landeskirche) und gehörten zum Kirchspiel Groß Pomeiske.
Das katholische Kirchspiel war in Bütow.
Kirchspiel seit 1945 Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Dorfbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft gehört überwiegend der Römisch-katholischen Kirche in Polen an.
Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Literatur Zukowken, Dorf und Landgemeinde, Kreis Karthaus, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Zukowken (meyersgaz.org) Gerhard Bronisch, Walter Ohle, Hans Teichmüller: Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern. Kreis Bütow. L. Saunier, Stettin 1938, insbesondere S. 275–276 (Bałtycka Biblioteka Cyfrowa; PDF, 40 MB).
Weblinks Amtsbezirk Pomeiske (Territorial.de) Die Gemeinde Zukowken im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Historische Ortsbeschreibungen Kreis Bütow: Zukowken (buetow-pommern.info) Zukowken mit Mühlchen (kerntopf.com)
Fußnoten
Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Parchowo