Die Brugger Neujahrsblätter sind eine seit 1890 jährlich erscheinende Aufsatzsammlung und die älteste im Kanton Aargau publizierte Neujahrsblatt-Reihe. In 135 Ausgaben (bis 2025) enthalten sie Beiträge zu verschiedenen Themen aus der Stadt Brugg und dem Bezirk Brugg.

Geschichte Nachdem schon im frühen 19. Jahrhundert die damalige Brugger Bezirksgesellschaft während weniger Jahre ein «Neujahrsblatt» publiziert und später die regionale Lehrerkonferenz in den 1860er Jahren erneut mehrere Jahresschriften herausgegeben hatte,Der Titel der Jahresschriften in den 1860er Jahren lautete «Festbüchlein für die Jugend. Herausgegeben von der Lehrerkonferenz des Bezirkes Brugg». unternahm im Jahr 1890 eine Gruppe von Lehrern in Brugg nochmals die Redaktion einer ähnlichen Schriftenreihe, die erfolgreich bis in die Gegenwart fortgesetzt worden ist.Max Baumann: Hundert Jahre Brugger Neujahrsblätter – Ein Rückblick. In: Brugger Neujahrsblätter. Band 100, 1990. Die Schriften trugen anfänglich den Titel «Neujahrsblätter für Jung und Alt» und heissen seit 1931 kurz «Brugger Neujahrsblätter». Ab 1894 trat die Kulturgesellschaft des Bezirks Brugg als Mitherausgeberin in Erscheinung. In der Anfangszeit zeichneten Jakob Keller (1843–1900), Anton Amsler (1833–1902) und Gottlieb Müller (1857–1922) für den Inhalt, die Finanzierung und die Gestaltung der Schriftenreihe verantwortlich. Die Redaktion konnte Beiträge zahlreicher Autoren aus verschiedenen Sachgebieten publizieren; dazu gehörte unter anderen Carl Amsler (1823–1913), Kurarzt von Bad Schinznach, und zu den regelmässigen Autoren zählte Samuel Heuberger (1854–1929), Rektor der Bezirksschule Brugg, Präsident der Antiquarischen Gesellschaft von Brugg und Umgebung (heute Gesellschaft Pro Vindonissa), Ehrenbürger von Brugg und Dr. h. c. der Universität Basel.

Von 1922 an war die Kulturgesellschaft des Bezirks Brugg alleinige Herausgeberin der Jahresschrift. Der Historiker Rudolf Laur-Belart (1898–1972), Professor der Ur- und Frühgeschichte an der Universität Basel, gehörte ab 1928 zur Redaktionsgruppe. Regelmässig erschienen Beiträge über die Forschungen zum römischen Legionslager Vindonissa in den Neujahrsblättern. Von 1933 bis 1950 führte der Bezirkslehrer Walter Hauser (1893–1965) die Redaktion der Schriftenreihe. Einer seiner Mitarbeiter war Christoph Simonett (1906–1981), Konservator des Vindonissa-Museums in Brugg. Von 1951 bis 1977 leitete der Stadtbibliothekar Viktor Fricker (1906–1977) die Redaktion, 1978 übernahmen Birgit und Urs Strässle die Aufgabe. Seit den 1980er Jahren erhielten die Brugger Neujahrsblätter weniger Unterstützung durch die Kulturgesellschaft des Bezirks Brugg, die Drucklegung wurde dafür mit finanziellen Beiträgen mehrerer Gemeinden des Bezirks Brugg gefördert. Die Kulturgesellschaft des Bezirks Brugg selbst löste sich 2020 wegen Mitgliedermangels nach 205-jährigem Bestehen auf.Gottlieb Müller: Aus der Geschichte der Kulturgesellschaft des Bezirks Brugg. In: Brugger Neujahrsblätter. Band 30, 1919, S. 1–7 (DOI). Nach einer Zeit der Ungewissheit über die Fortsetzung der Reihe übernahm 2012 das Verlagshaus Effingerhof AG in Brugg die Herausgeberschaft der Neujahrsblätter.

Literatur Max Baumann: Hundert Jahre Brugger Neujahrsblätter – Ein Rückblick. In: Brugger Neujahrsblätter. Band 100, 1990, S. 37–59 (DOI). Gottlieb Müller: Aus der Geschichte der Brugger Neujahrsblätter. In: Brugger Neujahrsblätter. Band 25, 1914, S. 5–14.

Weblinks Brugger Neujahrsblätter auf der Open-Access-Plattform E-Periodica der ETH-Bibliothek Brugger Neujahrsblätter auf der Website von Effingermedien AG

Einzelnachweise

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