Sugano ist ein Ortsteil der Gemeinde Orvieto (TR).
Sie liegt auf einem felsigen Hang der Hochebene Alfina, 436 Meter über dem Meeresspiegel, und überragt sowohl Orvieto als auch das untere Tal des Flusses Paglia. Sugano hat 344 Einwohner (Daten Istat, 2001).
Geschichte Die Ursprünge des Dorfes lassen sich bis ins 4. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgen, als sich die ersten etruskischen Gemeinschaften in der Umgebung des Felsens von Orvieto niederließen. Im Jahr 1115 gab es mit Sicherheit bereits ein Dorf und 1278, als die Grenzen der Piviere (der alten Dörfer) festgelegt wurden, war Sugano das 36. Dorf der Gemeinde Orvieto. Später war es Lehen der Monaldeschi della Cervara und Festung der Grafschaft Bolsena. Es war daher in alle Ereignisse dieser Gebiete involviert und identifizierte sich zunehmend mit Orvieto.
Wirtschaft Obwohl Sugano in einer rein landwirtschaftlich geprägten Gegend liegt, gab es hier bereits im 19. Jahrhundert zahlreiche vorindustrielle Aktivitäten. So wurde in einem Steinbruch das leucitische Tephrit-Gestein abgebaut, der im Bauwesen von Orvieto verwendet wurde. Außerdem gab es eine kleine Leucitmine. Der Wasserreichtum – eine Quelle versorgt Orvieto noch heute mit Trinkwasser – bot die Möglichkeit zum Bau eines kleinen Kraftwerks, das bereits im Jahr 1891 Orvieto und die umliegende Region mit Elektrischer Energie versorgte. Mit dem gleichen Wasser wurde eine Papiermühle betrieben, die angeblich den Vatikan mit hochwertigem Papier belieferte. Die Mineralwasserquellen des Tione wiederum versorgten eine Ziegelofen, zwei Getreidemühlen und eine Ölmühle. Später wurden sie auch für eine Nutria-Zucht genutzt. Heute wird das Wasser der Quellen des Tione abgefüllt. Vom alten Kraftwerk sind nur noch eine von Vegetation überwucherte Ruine und zwei verrostete Turbinen übrig. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der Umgebung des Tione Maulbeerbäume zur Versorgung einer kleinen Seidenraupenzucht in Sugano angebaut.
Die Weinberge von Sugano lieferten die Trauben für den heute vergessenen, aber einst hochgeschätzten Sucano-Wein, den der päpstliche Weinkellermeister von Papst Paul III. stets vorrätig hielt. Davon zeugt ein Brief aus dem Jahr 1549, den Sante Lancerio an Kardinal Guido Ascanio Sforza schrieb.
Einzelnachweise
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Kategorie:Fraktion in Umbrien