mini|Werbeplakat der Cameronians (Scottish Rifles), vor 1900 Die Cameronians (Scottish Rifles) waren ein Infanterie-Regiment der britischen Armee, das von 1881 bis 1968 bestand.

Geschichte mini|hochkant|Douglas-Tartan der Cameronians (Scottish Rifles) mini|Soldaten der Cameronians an der Westfront, 1917 mini|Soldaten der Cameronians, 1943 Das Regiment entstand am 1. Juli 1881 im Rahmen der Childers-Reformen, durch den Zusammenschluss des 26th (Cameronian) Regiment of Foot und des 90th Regiment of Foot (Perthshire Volunteers) (Light Infantry). Das Regiment führte die Traditionen der beiden Vorgängerregimenter weiter. Die Soldaten des ehemaligen 26th Regiment bildeten im neuen Regiment das 1. Bataillon, die des 90th Regiment das 2. Bataillon. Hinzu kamen weitere Miliz-, Territorial-Army- und Freiwilligen-Bataillone. Statt als reguläre Infanterie erhielt das Regiment die Rolle einer Jägereinheit (Rifles). Es rekrutierte in Lanarkshire, Dumfriesshire und Galloway.

Jedes neue Mitglied des Regiments erhielt eine Bibel als Anspielung auf den frommen Covenanter Richard Cameron, nach dem das Regiment und sein Vorgängerregiment, das 26th (Cameronian) Regiment of Foot, benannt waren. Die Soldaten des Regiments trugen ein jägergrünes Wams mit Trews aus Douglas-Tartan als Teil ihrer Paradeuniform. Das Regiment war eines von nur zwei Regimentern in Großbritannien, die nach 1878 den Tschako als Kopfbedeckung zur Paradeuniform beibehielten.

Das Regiment war zeitweise in Indien stationiert. Das 2. Bataillon des Regiments kämpfte im Zweiten Burenkrieg (1899–1902) in Südafrika. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) kämpften das 1. und 2. Bataillon durchgehend an der Westfront. Im Laufe des Krieges wurden 25 zusätzliche Reserve-, Territorial- and New-Army-Bataillone aufgestellt und kämpften der Westfront, in Gallipoli, Ägypten und Saloniki. Im Ersten Weltkrieg fielen mehr als 7000 Angehörige des Regiments.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das 2. Bataillon 1939 als Teil des britischen Expeditionskorps direkt nach Frankreich verlegt. Es musste im Juni 1940 zusammen mit dem 6. und 7. Territorialbataillon evakuiert werden. Anschließend diente es 1942 in Madagaskar, Persien und im Irak, bevor es 1943 nach Italien und schließlich im Februar 1945 nach Westdeutschland verlegt wurde. Dort wurde es wieder mit dem 6. und 7. Territorialbataillon vereint. Das 1. Bataillon befand sich bei Kriegsausbruch in Indien. Es blieb dort bis Februar 1942 und wurde dann nach Burma verlegt, wo es bis Kriegsende mit den Chindits diente.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 die Stärke des 1. Bataillons reduziert und im Mai 1948 das 2. Bataillon mit dem 1. zusammengelegt, zu einer Zeit, als alle britischen Infanterieregimenter auf ein einziges Bataillon reduziert wurden. In der Folgezeit diente es jeweils zeitweise als Garnison in Triest, Hongkong, Malaya, Westdeutschland, Kenia, Jordanien und Großbritannien. Seine letzte Auslandsstationierung erfolgte 1966 in Aden.

Zurück in Schottland wurde das Regiment am 14. Mai 1968 aufgelöst. Die Rekrutierungsbezirke sowie die verbliebenen Territorial-Army-Einheiten des Regiments wurden vom Regiment der King’s Own Scottish Borderers übernommen. Die Cameronians (Scottish Rifles) waren, zusammen mit dem York and Lancaster Regiment, die einzigen beiden Regimenter der British Army, die im 20. Jahrhundert aufgelöst und nicht traditionserhaltend mit einem anderen Regiment verschmolzen wurden. Es führt daher seither kein Regiment die Tradition der Cameronians und ihrer Vorgängerregimenter offiziell weiter. Als Regimentsmuseum fungiert heute das Low Parks Museum in Hamilton.

Colonels Colonel-in-Chief des Regiments war: 1956–1968: König Gustav VI. Adolf von Schweden

Colonel of the Regiment waren:

Battle Honours Zusätzlich zu den Battle Honours, die das Regiment von seinen beiden Vorgängerregimentern weiterführte, wurden dem Regiment folgende Battle Honours verliehen (englische Originalbezeichnungen): Vor 1914: Blenheim,1882 nachträglich für Verdienste des 26th Regiment verliehen Ramillies, Oudenarde, Malplaquet, South Africa 1846–7,1882 nachträglich für Verdienste des 90th Regiment verliehen South Africa 1877-8-9, Relief of Ladysmith, South Africa 1899–1902;

Erster Weltkrieg: Mons, Le Cateau, Retreat from Mons, Marne 1914 ’18, Aisne 1914, La Bassée 1914, Messines 1914, Armentières 1914, Neuve Chapelle, Aubers, Loos, Somme 1916 ’18, Albert 1916, Bazentin, Pozières, Flers-Courcelette, Le Transloy, Ancre Heights, Arras 1917 ’18, Scarpe 1917 ’18, Arleux, Ypres 1917 ’18, Pilckem, Langemarck 1917, Menin Road, Polygon Wood, Passchendaele, St Quentin, Rosières, Avre, Lys, Hazebrouck, Bailleul, Kemmel, Scherpenberg, Soissonnais-Ourcq, Drocourt-Quéant, Hindenburg Line, Épéhy, Canal du Nord, St Quentin Canal, Cambrai 1918, Courtrai, Selle, Sambre, France and Flanders 1914–18, Doiran 1917 ’18, Macedonia 1915–18, Gallipoli 1915–16, Rumani, Egypt 1916–17, Gaza, El Mughar, Nebi Samwil, Jaffa, Palestine 1917–18;

Zweiter Weltkrieg: Ypres-Comines Canal, Odon, Cheux, Caen, Mont Pincon, Estry, Nederrijn, Best, Scheldt, South Beveland, Walcheren Causeway, Asten, Roer, Rhineland, Reichswald, Moyland, Rhine, Dreirwalde, Bremen, Artlenberg, North-West Europe 1940, ’44–45, Landing in Sicily, Simeto Bridgehead, Sicily 1943, Garigliano Crossing, Anzio, Advance to Tiber, Italy 1943–44, Pegu 1942, Paungde, Yenangyaung 1942, Chindits 1944, Burma 1942 ’44.

Anmerkungen

Literatur Samuel Henry Fergus Johnston: The History of the Cameronians (Scottish Rifles), 26th and 90th. Band 1: 1689–1910. Gale & Polden, Aldershot 1957. Henry Harle Story: History of the Cameronians (Scottish Rifles). Band 2: 1910–1933. Hazell Watson & Viney, Lanark 1961. Cyril Nelson Barclay: The history of the Cameronians (Scottish Rifles). Band 3: 1933–1946. Sifton Praed, London 1948. John Baynes: The history of the Cameronians (Scottish Rifles). Band 4: The close of empire, 1948–1968. Cassell, London 1971. The Cameronians (Scottish Rifles). 300 years of service, 1689–1989. Ivanhoe Printing, Musselburgh 1989.

Weblinks

The Cameronians (Scottish Rifles) bei regiments.org (Stand: Dezember 2007). The Cameronians (Scottish Rifles) beim National Army Museum.

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