Viking’s Sunset ist ein historischer Abenteuerroman des englischen Historikers und Schriftstellers Henry Treece, der im Jahr 1960 mit Illustrationen von Christine Price beim Verlag Bodley Head veröffentlicht wurde. Er ist der dritte Teil der Wikinger-Trilogie The Viking Saga, die weiters den ersten Band Viking’s Dawn sowie den zweiten Band The Road to Miklagard umfasst.
Inhalt Im Jahr 815 ist Harald Sigurdson ein gestandener Bauer, der mit seiner Frau Asa und den beiden kleinen Söhnen Svend und Jaroslav eine Landwirtschaft in seinem Dorf am Rande eines norwegischen Fjords betreibt. Während sich Harald und sein hünenhafter Freund Grummoch um eine kranke Kuh kümmern, wird das Dorf von Haakon Redeye überfallen und sämtliche Scheunen niedergebrannt. Harald schwört Rache und bricht zusammen mit Männern aus dem Dorf und dem Wikingerschiff Long Snake auf, um Redeye zu verfolgen. Sie geraten in einen Sturm, der ihr Schiff leck schlägt. Während sie den Schaden reparieren, segelt Redeye an ihnen vorbei und verhöhnt Haralds Mannschaft.
Ein weiterer Sturm fordert mehrere Todesopfer und die Long Snake verliert ihren Mast. Doch noch schlimmer ergeht es Haakon Redeye, dessen Schiff auf einem Felsen zerschellt und die gesamte Mannschaft nach Valhalla befördert. Die raue See hat Haralds Mannen nach Grönland verschlagen, wo sie von Innuits gefangen genommen werden. Zusammen mit Schlittenhunden werden sie nach einem längeren Marsch ins Landesinnere in einer Steinhütte eingesperrt. Als Grummoch den Leithund tötet, betrachten ihn die restlichen Hunde als ihren neuen Anführer. Er fordert die Hunde dazu auf, mit ihren scharfen Zähnen am Holz der Tür zu nagen. Der Trick gelingt und die Wikinger können aus der Hütte entkommen. Die Innuit sind durch diese Tat beeindruckt, genauso wie von den Wolfs-, Bären und Drachen-Tätowierungen, die zum Vorschein kommen, als die Wikinger ihre Oberkörper entblößen. Die Innuit behandeln die Wikinger ab sofort als ihre Freunde.
Langsam lernen die Wikinger die Sprache der Innuits und helfen den Einheimischen bei der Jagd. Als der Frühling kommt und der Schnee zu schmelzen beginnt, tauchen zwei Innuits eines anderen Stammes in einem Kajak auf und berichten von einem Land im Süden mit unzähligen Hügeln, Flüssen und Gras, in dem fremdartige, rote Menschen mit seltsamen, federgeschmückten Beilen wohnen. Daraufhin überredet Grummoch den Anführer der Innuit, die Wikinger ziehen zu lassen, um mit Long Snake dieses fremde Land zu erkunden. Sehr zum Leidwesen der Innuits brechen die Wikinger kurze Zeit später nach Neufundland auf, wo sie auf das Volk der Beothuk treffen. Da die Einheimischen offenbar nur echte Krieger achten, bietet Grummoch an, gegen Wawasha, den Sohn des Beothuk-Häuptlings Gichita zu kämpfen. Der Indianer ist gegen den Hünen chancenlos. Grummoch schont allerdings das Leben Wawashas und bietet diesem stattdessen die Bruderschaft an, welche dieser annimmt. Daraufhin werden die Wikinger bei den Beothuk so aufgenommen, als wären sie ihresgleichen.
Als Harald eines Abends den Beothuk beim Lagerfeuer die Geschichte vom blinden Hödur und dem heldenhaften Balder erzählt, berührt diese die Indianer sehr, erinnert sie die Erzählung doch frappierend an Wawasha und seinen Bruder Heome, dessen Arme ein Braunbär im Kindesalter verkrüppelt hat. Der an den Armen gelähmte Indianer tut den Wikingern leid und als sie bei der Jagd einen Wolf erledigen, überreden sie Heome, so zu tun, als hätte er das Tier getötet. Heome wird daraufhin von seinem Stamm als tapferer Krieger angesehen. Sehr zum Missfallen der Wikinger prahlt jedoch Heome ab sofort mit seiner vermeintlichen Heldentat.
Bald darauf brechen die Beothuk in ihren Kanus gemeinsam mit den Wikingern und ihrem Schiff Long Snake Richtung Minnesota zu den Steinbrüchen des Heiligen Tonsteins auf. Auf dem Weg dorthin treffen sie auf Algonkins und Abenakis, mit denen sie sich einen erbitterten Kampf liefern. Zwar sind Harald und die Beothuks siegreich, doch einige Wikinger müssen dabei ihr Leben lassen. Einer der Wikinger, Knud Ulfson, steigert sich bei dem Gefecht in einen Rausch und wird zum Berserker. Heome nutzt diesen Zustand aus, indem er sich mit Knud verbrüdert und ein Komplott gegen Wawasha und seinen Vater schmiedet, um nach deren Tod Häuptling der Beothuk zu werden. Zusammen mit Algonkins, Abenakis und Oneidas gelingt es den beiden, Wawasha am Rande des heiligen Steinbruchs zu töten. Harald wird daraufhin selbst zum Berserker und rächt Wawashas Tod, indem er Knud Ulfson mit einem Tomahawk niederstreckt.
Als Harald und Grummoch den Leichnam Wawashas zurück in Gichitas Tipi bringen, bricht große Trauer aus und der greise Häuptling verdammt seinen Sohn Heome, ab sofort statt bei den Männern mit den Frauen und Kindern des Stammes leben zu müssen. Diese Schmach ist zu viel für den verkrüppelten Indianer und aus Wut stürzt er sich auf Harald, der am Rande eines Abrunds steht. Beide fallen dabei in den Tod. Nur noch Grummoch und ein weiterer Wikinger namens Thorgeif Rammson bleiben letztlich von der ehemals großen Schiffsmannschaft übrig und überleben diese letzte Reise von Harald Sigurdson.
Hintergrund Henry Treece beschreibt im Vorwort zum Buch das Wesen eines Berserkers, der im Unterschied zu einem Boxkämpfer, einem Torero oder einem Rennfahrer kein kalkuliertes Risiko eingeht und auch nicht mit einem entsprechenden Preisgeld rechnen kann. Und wie ihn die archäologischen Funde eines Steins mit Wikinger-Symbolen sowie die Überreste eines Wikingerschiffs in Minnesota zu diesem Buch inspirierten.
Rezeption Janet Fisher schreibt in ihrer Buchrezension zum ersten Band der Wikinger-Trilogie: „Niemand hat so gute Bücher über Wikinger geschrieben wie Henry Treece. […] Diese großartige Heldengeschichte beschreibt die Lebensart der Wikinger und ihre eingeschworene Männergemeinschaft. Den Historiker Treece faszinierten besonders die Wanderbewegungen der Menschen im Lauf der Geschichte.“
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