Edmund David Friedemann (* 1. Dezember 1847 in Zehdenick, Provinz Brandenburg, Königreich Preußen; † 28. März 1921 in BerlinSterberegister Standesamt Berlin-Lichterfelde, Nr. 249/1921) war ein deutscher Jurist, Schriftsteller, Stadtverordneter und Justizrat in Berlin.
Leben und Wirken Edmund Friedemann kam aus einer jüdischen Unternehmerfamilie. Sein Vater Adolf Friedemann war Fabrikbesitzer in Zehdenick, die Mutter war Auguste Benda.Brümmer, 1913, S. 297; Winiger, 1927, S. 327, mit biographischen Angaben 1847 zog die Familie nach Berlin, wo Edmund Friedemann das Friedrichs- und das Köllnische Realgymnasium besuchte, und danach das Gymnasium in Königsberg in der Neumark. Seit 1867 studierte er Geschichte und anschließend Rechtswissenschaft in Bonn und Heidelberg und Berlin und promovierte 1873 in Göttingen.Nachrichten von der Königl. Gesellschaft der Wissenschaften und der Georg-Augusts-Universität zu Göttingen, Nr. 12 vom 19. Mai 1875, S. 346 (Ruckschau auf Jahre 1873 und 1874)
1872 wurde Edmund Friedemann Referendar am Kammergericht Berlin und anschließend Kreisgerichtskommissär in Beeskow. Seit 1877 war er Assessor und seit 1879 Mitglied der Rechtsanwaltschaft in Berlin. 1884 wurde er außerdem Syndikus (Rechtsanwalt) des Komitees für unentgeltliche Raterstellung an freie Hilfskassen, von der Freisinnigen Partei.
Von 1886 bis 1912 war Edmund Friedemann Stadtverordneter in Berlin. Seit 1886 war er auch Dozent an der Humboldt-Akademie für Geschichte und Rechtswissenschaften und wurde später Vorstandsmitglied. 1888 wurde er Notar. 1890 gehörte Edmund Friedemann zu den Mitinitiatoren des Vereins zur Abwehr des Antidemitismus um Heinrich Rickert.Auguste Zeiß-Horbach, Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus , Leipzig 2008, S. 49–50, und öfter 1892/1893 gründete er das Comités zur Abwehr antisemitischer Angriffe in Berlin um Paul Nathan mit.David Hamann, Billett von Brody über Berlin nach New York, de Gruyter, Boston/Berlin, 2023, S. 367; dieses Comité bestand nur wenige Jahre (und ging dann im Hilfsverein auf?) 1893 wurde er Mitglied des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. 1897 wurde er zum Justizrat ernannt. 1902 endete seine Tätigkeit als Rechtsanwalt.Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, vom 29. August 1902, S. 379, Abschnitt Rechtsanwälte und Notare, gestrichen (möglicherweise auf eigenen Wunsch?)
Edmund Friedemann war auch Vorstandsmitglied des Vereins für Volksbildung und Gründer und Vorsitzender des Handwerker-Vereins für den Westen und Südwesten Berlins. Im März 1921 starb er an einer Lungenentzündung.Juristische Wochenschrift, vom 1. Mai 1921, S. 497, mit kurzem Nachruf
Ehe und Nachkommen Edmund Friedemann war mit Auguste Szkolny (1849–1903), einer Mitbegründerin des Pestalozzi-Fröbel-Hauses seit 1874 verheiratet. Sie hatten fünf Kinder. Käte Friedemann (1874–nach 1949), Literaturwissenschaftlerin Ulrich Friedemann (1877–1949), Professor für Bakteriologie und Leiter der Infektionsabteilung am Rudolf-Virchow-Krankenhaus in Berlin, nach 1933 in die USA emigriert Helmuth Friedemann (1878–1929), Rechtsanwalt Eva Friedemann (1880–1942), Sopranistin in Berlin, starb im KZ Auschwitz Max Friedemann (1881–1978), Psychotherapeut und leitender Arzt im Sanatorium von Oskar Kohnstamm, emigrierte nach 1933 mit seiner Frau Bertha in die USABertha und Max Friedemann Stolpersteine Königstein
Publikationen Edmund Friedemann veröffentlichte Artikel in mehreren Zeitschriften und einige Bücher.
Das Judenthum und Richard Wagner, 1869 Die Krankenversicherung, 1886 Cantilila, Roman, 1886, 2. Auflage 1894 Der Antisemitismus im alten Rom, Berlin 1893 Jüdische Moral und christlicher Staat, Cronbach, Berlin 1894 Digitalisat Friedrich Wilhelm der Vierte, Berlin 1895
Literatur Salomon Winiger: Grosse Jüdische National-Buiogeaphie. Zweiter Band. Cernauti 1927. S. 327 Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten. Band 2. Leipzig 1913. S. 279 Wer ist's? 1911. S. 407–408
Weblinks
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Einzelnachweise
Kategorie:Rechtsanwalt (Deutsches Reich) Kategorie:Autor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1847 Kategorie:Gestorben 1921 Kategorie:Mann Kategorie:Mitglied der Stadtverordnetenversammlung (Berlin) Kategorie:Notar (Deutschland) Kategorie:Justizrat Kategorie:Person des Judentums (Berlin)