mini|Kirche Stapelburg, April 2012 mini|Kirche Stapelburg, Rückansicht mini|Blick zum Kirchturm Die Kirche in Stapelburg ist ein evangelisches Gotteshaus im Ortsteil Stapelburg der Gemeinde Nordharz im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). Das heutige Bauwerk wurde 1891 im neogotischen Stil errichtet und gilt als ortsbildprägendes Denkmal am nördlichen Harzrand.

Lage Die Kirche befindet sich an der Gutsstraße in Stapelburg. Sie steht unweit der Burgruine Stapelburg am nordöstlichen Rand des Harzes und gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Stapelburg im Kirchenkreis Halberstadt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Ihre Lage am Aufstieg zur Burgruine Stapelburg macht sie zu einem weithin sichtbaren Orientierungspunkt. Aufgrund ihres Alters und ihrer architektonischen Gestaltung steht sie unter Denkmalschutz. Die Kirche ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 56446 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.

Geschichte Am Standort befand sich zuvor eine ältere Fachwerkkirche mit Dachturm, die im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Nachdem sie im 19. Jahrhundert baufällig geworden war, riss man sie ab.Jacobs/Sommer: Die Grafschaft Wernigerode, S. 71.

Das heutige Gebäude wurde in den Jahren von 1890 bis 1892 nach Entwurf von Carl Frühling als neogotischer Backsteinbau mit gelben Ziegeln errichtet.Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II, S. 869. Der Neubau ersetzte den früheren Kirchenbau vollständig und wurde als zentraler Sakralbau der Gemeinde konzipiert.

Zwischen 1995 und 2001 erfolgte eine umfassende Sanierung der Kirche im Rahmen der Denkmalpflege. Die Arbeiten umfassten die Erneuerung von Dach, Fassade und Innenausstattung; die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 290.000 Euro.

Baubeschreibung Die Kirche ist im Stil der Neugotik gestaltet und besteht aus gelben Backsteinen, was für die Region des nördlichen Harzrandes ungewöhnlich ist. Charakteristisch sind Spitzbogenfenster, die teilweise dreibahnig in ein breites Fenster eingefügt wurden, und an der Ostseite zugemauert wurden, Strebepfeiler und ein hoher Westturm. Durch Eckquaderung und abwechslungsreiche Fensterformen wurde eine Vielgestaltigkeit der Außenfassade erreicht. Die Kirche besteht aus quadratischem Westturm, rechteckigem Saal und querrechteckigem Altarraum.

Ausstattung Der Saal besitzt eine Flachdecke. Die Ausstattung wurde zum Teil aus dem Vorgänger übernommen. Der weiß und goldfarben gefasste Altaraufsatz des späten 16. Jahrhunderts besteht aus Sandstein und wurde 1931 restauriert. Er ist zweigeschossig über einer hohen Predella aufgebaut und enthält Darstellungen vom Abendmahl Jesu, der Kreuzigung und dem barmherzigen Samariter, die übereinander als flache Reliefs angebracht wurden, über denen die Auferstehung Jesu Christi in den Wolken dargestellt wird. Neben den Reliefs befinden sich weibliche Tugendallegorien.

Die Kanzel wird von einer Plastik Johannes des Täufers getragen, am Kanzelkorb finden sich die Figuren der vier Evangelisten und des Salvator mundi. Sie wurde im Jahr 1685 von Julius Schade und Kalep Schneider aus Zellerfeld aus Holz geschnitzt und wird von einem Schalldeckel bekrönt. Der Taufstein aus dem Jahr 1579 trägt das Wappen der Familie von Bila. Neben zwei figürlichen Grabsteinen von 1598 beziehungsweise 1647 existiert in der Kirche auch ein Epitaph, das 1670 für Arnold Fridericus Spiegel von Pickelsheim geschaffen wurde und kriegerische Embleme aufweist. Ein Gemälde des frühen 17. Jahrhunderts zeigt die Anbetung der Hirten.Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II, S. 869–870.

Die Orgel wurde von Friedrich Ladegast aus Weißenfels 1892 erbaut.Mathias Köhler: Die evangelische Kirche von Stapelburg. In: Justus Vesting und Sarah Schröder (Hrsg.): Vom Grenzraum zum Grünen Band. Interdisziplinäre Entdeckungen im Harzort Stapelburg. Halle (Saale) 2025, S. 119. Sie steht auf einer eigenen Empore und besitzt eine mechanische Kegellade, eine Mehrfalten-Magazinbalg und eine mechanische Tretanlage samt elektrischem Winderzeuger.

Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Bearbeitet von Ute Bednarz, Folkhard Cremer u. a. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7 (S. 869 im Digitalisat von Google Books). Eduard Jacobs, Gustav Sommer: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen. Siebentes Heft: Die Grafschaft Wernigerode. Verlag von Otto Hendel, Halle (Saale) 1883 (S. 71 im Digitalisat der Universität Heidelberg; zum Vorgängerbau). Mathias Köhler: Die evangelische Kirche von Stapelburg. In: Justus Vesting und Sarah Schröder (Hrsg.): Vom Grenzraum zum Grünen Band. Interdisziplinäre Entdeckungen im Harzort Stapelburg. Halle (Saale) 2025, S. 113–136.

Weblinks

Kirche zu Stapelburg, Evangelische Kirchengemeinde Abbenrode, Stapelburg und Veckenstedt-Schmatzfeld (mit Bildergalerie) Kirche Stapelburg, harzlife.de Sanierung Kirche Stapelburg, Planungsring Wr. Architekten + Ingenieure GmbH

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Harz Kirche Stapelburg Kategorie:Neugotisches Bauwerk in Sachsen-Anhalt Kategorie:Erbaut 1891 Kategorie:Backsteinkirche Kategorie:Backsteinbauwerk des Historismus Kategorie:Neugotisches Kirchengebäude Kirche Stapelburg Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Halberstadt Kategorie:Kirchengebäude in Europa