Evelyne Postic (* 10. Januar 1951 in Lyon) ist eine französische Künstlerin, die sich der Art brut zurechnen lässt.
Werdegang Evelyne Postic (geb. Mazaloubaud) wurde 1951 im Hôtel-Dieu in Lyon geboren. Sie begeisterte sich für das Tanzen, erkrankte jedoch mit fünf Jahren an einem schweren Lungenleiden. Gleichzeitig trennten sich ihre Eltern. Sie wurde erst in verschiedenen Kinderheimen untergebracht und dann von ihrer Mutter und den Großeltern versorgt. Aus dieser Zeit behielt sie ein tiefes Gefühl des Verlassenwerdens. Den als bedrückend empfundenen Lebensumständen begegnete sie mit Zeichnen. Als Teenagerin wollte Postic an der École des Beaux-Arts studieren, doch ihre Mutter war dagegen.
Mit 18 Jahren heiratete Evelyne Postic und bekam drei Kinder. Nach zwölf Jahren trennte sich das Paar 1989 und sie zog nach der Scheidung mit den Kindern nach Grenoble. Tagsüber arbeitete sie in Gelegenheitsjobs, um den Unterhalt der Familie zu sichern, abends fertigte sie ihre ersten Zeichnungen und Gemälde auf verschiedenen Untergründen. Im Jahr 2000 heiratete sie erneut, die Ehe wurde 2006 geschieden und sie kehrte zurück nach Lyon, wo sie seither lebt und arbeitet.
Werk Evelyne Postics erste Werke aus dem Jahr 1985 sind eher grafisch, während in späteren Arbeiten ihre Linien seit 1995 weiche, geschmeidige Kurven bilden. Ihre Figurendarstellungen sind immer im Profil, die Hände und Füße hervorgehoben, die Lippen sind betont und voll, mit riesigen Augen, eine Hommage an Afrika, das Teil ihrer Träume ist. Einen Schwerpunkt ihrer Zeichnungen bilden verfremdete Lungen, Luftröhren und weitere anatomische Konstrukte in vielfältigen Formen.
Neben ihren Zeichnungen experimentierte sie mit einer Vielzahl von Materialien wie Pappmaché, geschnitztem schwarzem Holz, Polystyrol, Papier, Klebstoff, Eisen, Beton und Muscheln, aus denen sie Skulpturen gestaltete.
Im Jahr 2025 gewann sie mit „La Reine Charlotte“ den Heralbony-Kunstpreis.
Ausstellungen (Auswahl) Werke von Evelyne Postic befinden sich unter anderem in den Sammlungen des Musée de la Création Franche in Bègles, des Musée l’Art en Marche in Lapalisse und von Cérès Franco in Lagrasse. Seit 1990 wurden ihre Werke in der Galerie des 4 Coins in Rouanne in Frankreich und in der Galerie L’Oiel de Boeuf in Paris ausgestellt. Außerdem hatte sie eine Anzahl weiterer Ausstellungen, darunter: Kunsthalle Weishaupt 2025: Positions Berlin Art Fair, Berlin 2024: Die Welt als Labyrinth. Galerie Kremers, Berlin 2020: Monochromatic minds lines of revelation. Galerie Jennifer Lauren, London 2020: Musée des arts modeste. Sète 2019: 2. Triennale Visionary Art. MNMU Museum, Belgrad 2019: Dessins. Galerie Conil, Tanger, Marokko 2018: Le Mauvais Oeil 41: Evelyne Postic. La Friche Belle de Mai, Marseille 2018: Voodoo. Galerie Kremers, Berlin 2016–2020: Outsider Art Fair. Metropolitan Pavilion, New York 2016: Triennale für Autodidaktische Visionäre Kunst. Musée d’art Marginal, Jagodina, Serbien 2014–2019: Outsider Art Fair. Paris 2011: Musée d’Art Spontané, Brüssel (Einzelausstellung) 2018: Warum Kunst. Museum Ulm 2012: Vibrations Originelles. Halle Saint Pierre, Paris 1996: Jardiniers de la mémoire. Musée de la Création Franche, Bègles
Einzelnachweise Evelyne Postic. In: Artfacts. Abgerufen am 31. Oktober 2025
Evelyne Postic Biographie. In: Galerie Conil. Abgerufen am 31. Oktober 2025
International Art Award: "HERALBONY Art Prize 2025. In: Heralbony. Abgerufen am 1. November 2025
Evelyne Postic. In: Galerie Hors-champs. Abgerufen am 1. November 2025
Evelyne Postic. In: Galerie Jennifer Lauren. Abgerufen am 31. Oktober 2025
Ausführliche Biografie Evelyne Postic. In: Galerie Kremers. Abgerufen am 26. Oktober 2025
Gloria Marchini: Evelyne Postic. In: outsiderartnow.com vom 6. Juni 2014. Abgerufen am 31. Oktober 2025
Evelyne Postic. In: Raw Vision Ausgabe 98, 2024. Abgerufen am 31. Oktober 2025
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