Friedrich Wilhelm Julius Holbein (* 30. Juni 1804 in Berlin; † 7. Juli 1868 ebenda)Berlin, St. Marien, Totenbuch 1864–1868, Doppelseite 00173 war ein deutscher Bildhauer.
Leben Friedrich Wilhelm Holbein war ein Sohn des Schneidermeisters Johann Friedrich Nicolaus Holbein und dessen Ehefrau Anna Dorothea, geborene Hensel. Sein jüngerer Bruder war der Maler Eduard Holbein. Er war ein Schüler von Christian Daniel Rauch. Auf der Ausstellung der Akademie der Künste zeigte er 1832 mehrere Tonreliefs, nach Zeichnungen von Schinkel, und eine Porträtbüste. 1833 heiratete er Friederike Wilhelmine Dorothee Schweinitz.Berlin, Sophienkirche, Traubuch 1829–1833, Doppelseite 00258 Das Ehepaar hatte mehrere Kinder. Im Dezember 1835 erhielt er von der Berliner Akademie das Patent als akademischer Künstler. 1847 wurde er Stadtverordneter und 1848 Hauptmann bei der auf Anordnung von Friedrich Wilhelm IV. neu gegründeten Schutzmannschaft. 1860 stellte er in der Akademie die Büste eines schlafenden Kindes aus. Sein bekanntester Schüler war der Bildhauer Friedrich Wilhelm Gustav Dankberg.
Werke (Auswahl) mini|hochkant|Grabstätte des Polizeipräsidenten Karl Ludwig Friedrich von Hinckeldey auf dem St. Marien- und St. Nikolai-Friedhof I.
1827: Figurengruppen am Magdeburger Dom, u. a. Otto der Große am Westportal und die Hirtengruppe 1832–1835: ein bronzierter Zink-Leuchter für die Altgarnitur der Evangelischen St. Elisabethkirche in der Berliner InvalidenstraßeGeorg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Berlin, Deutscher Kunstverlag, 2006, ISBN 3-422-03111-1, S. 59. 1833–1834: Modelle für einige Fassadenreliefs für Schinkels Bauakademie.Momente aus der Entwicklungsgeschichte der Baukunst. In: Bildhauerei in Berlin. Abgerufen am 26. Oktober 2025 1839–1842: Musizierende und tanzende Figuren, Büsten und Ornamente für die Fassade des nach Schinkels Plänen erbauten Stadttheaters in Frankfurt a. O. 1842: Beteiligung an der Restaurierung der Klosterkirche in Berlin. 1845: Figuren Kurfürst Friedrichs des Weisen und Herzog Johanns des Beständigen über dem Portal der Schlosskirche in Wittenberg. 1845–1846: Modelle für drei Akroterien auf dem Dach des Neuen Museums.figürliche Akroterien mit Genius. In: Bildhauerei in Berlin. Abgerufen am 26. Oktober 2025 1845–1850: Plastische Arbeiten, wie Kanzel, Altar, Chorschranken und Empore der Nikolaikirche in Potsdam nach Schinkels Vorgaben, gemeinsam mit August Kiß, Ludwig Wichmann und Eduard Stützel. 1856: Gemeinsam mit seinem Bruder Eduard restaurierte er den Altarschrein auf dem ehemaligen Hochaltar in der Nikolaikirche in Stralsund. 1860: Im Auftrag König Friedrich Wilhelms IV. fertigte er eine überlebensgroße Marmorbüste des Polizeidirektors Carl Ludwig Ferdinand von Hinckeldey. 1865–1867: Reliefs der Künste und der Wissenschaften, entworfen von Schinkel, ausgeführt von Holbein und von Julius TroschelDehio, Berlin, S. 118.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bildhauer (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1804 Kategorie:Gestorben 1868 Kategorie:Mann