Deise Faria Nunes (* 1974 in Porto Alegre) ist eine brasilianisch-norwegische Performancekünstlerin, Dramaturgin und Autorin, deren Arbeit sich an der Schnittstelle von Performance, Ritual und Forschung bewegt. Hierbei nimmt sie zumeist dekoloniale, afrodiasporische und schwarz-feministische Blickwinkel ein.

Leben Nunes wurde 1974 in Porto Alegre geboren und wuchs im Grenzort Jaguarão auf. Nach ihrem Umzug nach Norwegen im Jahr 1999 begann sie 2003/2004 in der experimentellen freien Szene zu arbeiten. Sie erwarb einen Master in Theaterwissenschaften an der Universität Oslo und absolvierte eine Dokumentarfilm-Ausbildung bei Kino-Doc in Lissabon. Im Rahmen ihrer Laufbahn arbeitete sie als Performerin, Dramaturgin, Produzentin und Autorin und arbeitete mit dem Nordic Black Theatre, dem Odin Teatret, dem Office for Contemporary Art Norway, der Oslobiennale und dem Black Box teater zusammen. Sie ist künstlerische Leiterin der Plattform Golden Mirrors Arts Norway.

Wirken Nunes verknüpft künstlerische Praxis und Forschung und entwickelt performative Formate mit starkem Fokus auf Dekolonisierung und afrodiasporischen Blickwinkeln. Mit der Serie Decolonizing the performing arts war sie beim Oslo Internasjonale Teaterfestival präsent. Am Dramatikkens hus zeigte sie 2022 das performative Vortragsexperiment Estuaries – The Waters as a Metaphor, das aus ihrem Promotionsprojekt an der Universität Agder hervorgeht. Sie veröffentlichte im nordischen Kunstmagazin Kunstkritikk und in Scenekunst. Kulturpolitisch leitete sie 2020–2021 das nationale Theaterfachgremium des Norwegischen Kulturrats und arbeitete 2019–2020 als Expertin für den Nordisk Kulturfond. Sie ist überdies in der von Margaret Busby herausgegebenen Anthologie New Daughters of Africa (2019) vertreten.

Einzelnachweise

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