Die Kirche Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe (polnisch Kościół Matki Bożej Nieustającej Pomocy) in Malbork (deutsch Marienburg) wurde zwischen 1712 und 1714 als evangelische Georgskirche erbaut. Heute ist sie eine römisch-katholische Kirche.
mini|Kirche Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe
Geschichte Die Kirche St. Georg bestand schon unter dem Deutschen Orden und wird 1403 im Marienburger Tresslerbuch zum ersten Male erwähnt. Sie lag damals außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes, jedoch innerhalb der Stadtfreiheit. Der Orden hatte das Patronat, und der Hochmeister stiftete 1411 und 1408 Osterkerzen. Die Kirche besaß eigenes Vermögen, hatte jedoch nicht den Rang einer Pfarrkirche.
Während des Dreizehnjährigen Kriegs und besonders wohl bei der Belagerung von 1457–1460 wurde die Kirche zerstört. Am 2. März 1471 verlieh Bischof Vinzenz mit Genehmigung des Königs und Zustimmung der preußischen Stände dem Rate der Stadt das Patronat der Kirche. Zugleich wurde der Kirche das schon lange bestehende Georgshospital zugeordnet. Bald danach wurde die Kirche restauriert und 1526 evangelisch.
Im zweiten schwedischen Krieg wurden 1658 die Georgskirche größtenteils, das Hospital und das Pfarrhaus ganz zerstört. 1669/70 errichtete man einen schlichten Neubau, der von 1707 an umgestaltet wurde. Der jetzt stehende Bau ist von 1712 bis 1714, am 25. November 1712 wurde die Turmspitze gerichtet und am 25. März 1714 fand die Einweihung statt. Der Entwurf stammt vom Maurermeister Johann Michael Raniach aus Danzig. Die ungünstige Vermögenslage der Gemeinde und der Druck durch den Bischof von Kulm zwangen die Gemeinde, sparsam zu bauen. Nach 1817 gehörte die Gemeinde zur preußischen unierten Kirche. Bis zu einem Brand 1899 gehörte ein Bethaus an den Hohen Lauben zur Kirche. 1926 wurde an der Nordseite ein Gemeindesaal angefügt.
Bauwerk Die Kirche ist eine dreischiffige Hallenkirche. Das Gebäude ist in Fachwerk errichtet, nur Turm und Giebel sind massiv. Die Decke ist mit Brettern verschalt in einer Art Kreuzgewölbe. Im Innern verlaufen auf drei Seiten Emporen.
Ausstattung Aus der älteren Kirche stammen noch das Kruzifix und holzgeschnitzte Figuren der Maria und des Johannes von 1687. Schnitzereien aus dem Barock sind das Taufgestell, die Kanzel von 1713/14 und der Altaraufsatz von etwa 1718 sowie das Kirchenvätergestühl von 1708. Künstlerisch bemerkenswert ist das Wandgrabmal von Aron Blivernitz mit lebensgroßer Figur.
Literatur
Weblinks
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