mini|Saskia Ludwig (2011) Saskia Ludwig, geborene Funck (* 23. Mai 1968 in Potsdam), ist eine deutsche Politikerin der CDU. Sie war von Dezember 2019 bis Oktober 2021 und ist erneut seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages. Sie war außerdem von Juni 2010 bis September 2012 Landesvorsitzende der CDU in Brandenburg sowie von 2004 bis 2025 Abgeordnete im dortigen Landtag und führte vom Januar bis Oktober 2009 sowie vom April 2010 bis September 2012 ihre Fraktion.

Leben Ludwig absolvierte nach der Schule 1984 in der DDR eine dreijährige Berufsausbildung mit Abitur zur Fachverkäuferin bei der Handelsorganisation Potsdam. Anschließend studierte sie 1987 bis 1989 sozialistische Betriebswirtschaftslehre an der Handelshochschule Leipzig, ab 1990 Betriebswirtschaft zunächst an der Ludwig-Maximilians-Universität München (Vordiplom) und anschließend an der Freien Universität Berlin, an der sie 1995 das Studium als Diplom-Kauffrau abschloss. Sie ist Mitinhaberin und kaufmännische Leiterin des Familienunternehmens Funck & Co. GmbH.

Ludwig war von 2000 bis 2012 Mitglied des Fernsehrates des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) und dort im Programmausschuss „Programmdirektion“ sowie im Ausschuss für Finanzen, Investitionen und Technik tätig. Als Vorsitzende des Freundeskreises „Club 99“ des Werderaner FC Viktoria 1920 e. V. unterstützt sie die ehrenamtliche Kinder- und Jugendarbeit in Werder (Havel).

Sie initiierte am 17. Juni 2008 die Campus Tour – Das Leben der Anderen. Dabei wurde der Film Das Leben der Anderen an Schulen des Landes Brandenburg gezeigt und im Anschluss daran diskutierten Schüler mit weiteren Zeitzeugen die jüngere deutsche Geschichte. Hintergrund des Projektes ist eine Studie der FU Berlin, welche Brandenburger Schülern ein geringes Wissen über das Leben in einem totalitären Staat und ungenügende Kenntnisse über die politischen Systeme der beiden deutschen Staaten und die deutsche Teilung bescheinigte.Anne Mareile Moschinski: Ehemalige Stasi-Häftlinge im Gespräch mit Schülern / Alarmierende Studie. In: Märkische Allgemeine Zeitung, 18. Juni 2008

2008 wurde sie an der Universität Potsdam mit einer Arbeit über Die Aufgabenauslagerung in Landesbetriebe im Bundesland Brandenburg und anderen ausgewählten Bundesländern zum Dr. rer. pol. promoviert.

Ludwig ist seit November 2009 verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Potsdam. Der deutsche Schauspieler, Sänger, Filmregisseur und -produzent Werner Funck war ihr Großvater.

Politischer Werdegang Kommunalpolitik In der Kommunalpolitik des Landkreises Potsdam-Mittelmark engagierte sich Ludwig seit 1997 als Mitglied im Kreisvorstand der CDU. 1999 wurde sie stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes Potsdam-Mittelmark, den sie seit 2002 führt. Von 1998 bis 2009 war sie Abgeordnete des Kreistages Potsdam-Mittelmark.Biographie auf der Seite des Deutschen Bundestags auf bundestag.de, abgerufen am 15. Januar 2020. Ab 1998 war sie zunächst stellvertretende, von 2001 bis 2006 Vorsitzende der CDU-Fraktion im Kreistag.

Von 2018 bis 2019 war sie Ortsvorsteherin des Potsdamer Ortsteils Golm. auf wir-sind-werder.de, abgerufen am 17. November 2018.

Landes- und Fraktionsvorsitzende der CDU Brandenburg Von 1999 bis 2013 war Ludwig Mitglied des Landesvorstandes der CDU Brandenburg. Von 1999 bis 2004 war sie zudem Vorsitzende des CDU-Landesfachausschusses Wirtschaft.

Von 2004 bis 2025 war Ludwig Mitglied des Landtages Brandenburg. Sie errang 2004, 2009 und 2014 jeweils ein Direktmandat im Wahlkreis 19 – Landtagswahlkreis Potsdam-Mittelmark III/Potsdam III. Bei den Landtagswahlen 2019 und 2024 zog sie über die Landesliste in den Landtag ein. Im Zuge ihres erneuten Einzugs in den Bundestag 2025 legte sie ihr Landtagsmandat am 14. März 2025 nieder; für sie rückte Corrado Gursch in den Landtag nach.

Von 2004 bis Februar 2009 war sie finanzpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion und Mitglied im Ausschuss für Haushalt und Finanzen. Von 2004 bis März 2007 war sie Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU-Fraktion und Mitglied des Landtagspräsidiums. In der vierten Wahlperiode des Landtages Brandenburg war sie Mitglied im Hauptausschuss und im Ausschuss für Wirtschaft.

mini|Plakat zur Landtagswahl (2009) Vom 27. Januar 2009 bis 20. Oktober 2009 war Saskia Ludwig Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag. Sie trat zugunsten der damaligen CDU-Landesvorsitzenden Johanna Wanka zurück, als diese nach Ausscheiden aus der Landesregierung die Fraktion führen sollte. Saskia Ludwig wurde gleichzeitig zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden gewählt. 2009 wurde sie auch stellvertretende Landesvorsitzende.

Nachdem Wanka 2010 vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff in sein Kabinett berufen worden war, wurde Saskia Ludwig Fraktions- und Landesvorsitzende der Brandenburger CDU., Märkische Allgemeine Zeitung, 20. April 2010 Ihr harter Oppositionskurs gegenüber der rot-roten Landesregierung stieß auf Kritik, sogar innerhalb der eigenen Partei.

Bundestagskandidatur, Landtagswahl 2019 und Nachrücken in den Bundestag Nach parteiinterner Kritik auf einen Artikel in der Jungen Freiheit sprach der Vorstand der CDU-Fraktion in Potsdam Saskia Ludwig das Misstrauen aus und forderte sie zum Rücktritt auf. Am 11. September 2012 trat sie vom Partei- und Fraktionsvorsitz zurück. Daraufhin wollte Ludwig bei der Bundestagswahl 2013 für die CDU im Wahlkreis 61 in Brandenburg antreten. Bei der CDU-Aufstellungsversammlung im Oktober 2012 unterlag sie der bisherigen Bundestagsabgeordneten Katherina Reiche mit 184 zu 223 Stimmen.

Im September 2016 wurde Ludwig mit 71 Prozent der Delegiertenstimmen in ihrem Potsdamer Wahlkreis zur Direktkandidatin für die Bundestagswahl 2017 nominiert. Ludwig kritisierte in ihrer Ansprache die Politik ihrer Partei und forderte ein Umdenken in der Asylpolitik. Parteikollege Ryssel, der die Haltung der Bundesregierung lobte, erhielt 29 Prozent der Stimmen.René Garzke: Bundestagswahl 2017: Saskia Ludwig wird CDU-Kandidatin. In: Potsdamer Neueste Nachrichten. 13. September 2016. Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 erreichte Ludwig das Direktmandat nicht und zog nicht in den Deutschen Bundestag ein.

Da der Bundestagsabgeordnete und neue Landesvorsitzende Michael Stübgen im November 2019 Innenminister und Ludwig auf der Landesliste die nächstplatzierte Nachrückerin war, bekräftigte sie ihre Absicht, bis zum Ende der Bundestagsperiode 2021 beide Mandate gleichzeitig ausüben zu wollen, was für Kritik sorgte.Ludwig eckt mit Doppelmandat in den eigenen Reihen an auf rbb24.de, 25. November 2019, abgerufen am 15. Dezember 2019 Sie führte in einem Interview aus, ihr Landtagsmandat nicht niederlegen zu wollen, weil sie mit dem landesweit besten Ergebnis ihrer Partei 8.000 Wähler aus ihrem Wahlkreis vertrete und deren Vertrauen nicht gleich zu Beginn der Periode enttäuschen wolle, und das Bundestagsmandat für die übrigen 18 Monate bis zur Sommerpause 2021 annehmen zu wollen, da Potsdam nach dem Wechsel von Manja Schüle in die Landesregierung ohne Repräsentation sei und Ludwig sich die doppelte Belastung für diesen Zeitraum zutraue.

Im 19. Deutschen Bundestag war Ludwig ordentliches Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union sowie im Petitionsausschuss.

Verlust des Bundestagsmandates bei der Bundestagswahl 2021 Im Wahlkreis 61 (Potsdam, Potsdam-Mittelmark II, Teltow-Fläming II) trat Ludwig gegen Olaf Scholz und Annalena Baerbock an. Sie bekam 26.050 Erststimmen, was einem Erststimmen-Anteil von 13,8 % entspricht. Dies stellte einen Verlust von 10,3 Prozentpunkten der Erststimmen dar.

Wiedereinzug in den Deutschen Bundestag 2025 Für die Bundestagswahl 2025 kandidierte Ludwig im Wahlkreis 60 Brandenburg an der Havel – Potsdam-Mittelmark I – Havelland III – Teltow-Fläming I. Diesen konnte sie nicht gewinnen, zog aber über einen Listenplatz auf der CDU-Landesliste in den 21. Deutschen Bundestag ein.

Im 21. Deutschen Bundestag ist Ludwig Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Energie sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Gesundheit.

Seit Mai 2026 verfasst Ludwig eine Kolumne in der Ostdeutschen Allgemeine Zeitung unter dem Titel „Im Visier“.

Positionen und Kontroversen Ludwig wird innerhalb der CDU/CSU als „rechts außen“ verortet.

Innenpolitik Im Vorfeld des 24. Bundesparteitages der CDU in Leipzig forderte Ludwig im November 2011 in der neurechten Jungen Freiheit, „die konservative Säule der Union als Markenkern“ zu stärken. Im Februar 2012 erläuterte Saskia Ludwig in einem Essay in der Jungen Freiheit, wie sich die CDU intensiver früherer FDP-Wähler annehmen und konservative Wählerschichten erreichen müsse. Daraufhin kündigten FDP und Grüne die gemeinsame Oppositionsarbeit mit der CDU im Landtag auf. Im Dezember 2012 sendete sie zur Eröffnung einer Berliner Zweigstelle der neurechten Denkfabrik „Institut für Staatspolitik“ ein schriftliches Grußwort.CDU-Grußwort für neurechtes Institut. In: Publikative.org, 18. Dezember 2012.

In einem weiteren Artikel in der Jungen Freiheit zum 75. Geburtstag des früheren CDU-Landesvorsitzenden Jörg Schönbohm formulierte Ludwig unter anderem, während der Amtszeit Schönbohms als Innenminister habe in Brandenburg teilweise eine „gelenkte Berichterstattung“ stattgefunden, bei der ein Teil der Brandenburger Medien „mit Order aus der SPD-Staatskanzlei“ eine „Meinungsmanipulationsmaschine“ habe bedienen müssen. Nach parteiinterner Kritik sprach der Vorstand der CDU-Fraktion in Potsdam Saskia Ludwig das Misstrauen aus und forderte sie zum Rücktritt auf. Am 11. September 2012 trat sie vom Partei- und Fraktionsvorsitz zurück. Nachfolger als Fraktionsvorsitzender wurde am 18. September 2012 Dieter Dombrowski. Nachfolger als Parteivorsitzender wurde auf dem Wahlparteitag am 17. November 2012 Michael Schierack.

In einem gemeinsamen Interview mit dem Brandenburger AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland, das am 16. März 2017 in der Jungen Freiheit erschien, warf Ludwig Teilen ihrer eigenen Partei vor, die Haltung zu vertreten, dass sich „die 68er-Bewegung … durchgesetzt“ hätte und die CDU „diesen Utopien hinterherlaufen“ müsse. Die AfD bezeichnete Ludwig als „Sammelbecken von Konservativen, Glücksrittern und Radikalen“, das sich früher oder später unvermeidlich spalten werde. Eine engere Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD sei nicht erstrebenswert. Ludwig wurde für das Interview mit der Jungen Freiheit fraktionsübergreifend kritisiert. Anfang Juli 2017 war Ludwig eine der Initiatoren bei der Gründung des Vereins Werteunion Brandenburg.

Nach der Landtagswahl 2019 übte sie Kritik an der Positionierung des Spitzenkandidaten Ingo Senftleben zur Linkspartei, machte ihn für die Niederlage der Partei verantwortlich und forderte ihn zum Rücktritt auf. Nachdem Senftleben in der Folge seinen Rückzug als Landes- und Fraktionsvorsitzender erklärte, konnte die CDU die Sondierungsverhandlungen fortführen und eine Koalition bilden.

Vor der Bundestagswahl 2025 sprach sich Ludwig für eine Koalition zwischen CDU und AfD aus. Die Union distanzierte sich von Ludwigs Aussagen. Anfang August 2025 trat Ludwig bei einer Veranstaltung des rechtskonservativen ungarischen Mathias Corvinus Collegium auf. Die Führung der Unionsfraktion ging auf Distanz zu ihr. Sie erklärte, Ludwig habe nicht im Auftrag der Fraktion und ohne Wissen der Fraktionsführung teilgenommen.

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