Aşağı Maralyan (eingedeutscht Aschagi Maraljan) ist ein Dorf im Rayon Cəbrayıl von Aserbaidschan.
Geographische Lage und Geschichte Die Ortschaft liegt am linken Ufer des Flusses Arax, ca. 28 Kilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Cəbrayıl, nahe der Grenze zum Iran.
Laut dem „Enzyklopädischen Wörterbuch der Toponyme Aserbaidschans“ leitet sich der Dorfname vom Begriff „Maraluy“ ab, der auf die Herkunft aus der gleichnamigen Ortschaft im iranischen Teil Aserbaidschans verweist. Anfang des 19. Jahrhunderts migrierten die Bewohner dieses Dorfes nach Norden und ließen sich in Aşağı Maralyan nieder. Der erste Bestandteil „Aşagı“ (aus dem Aserbaidschanischen „niedrig gelegen“) kennzeichnet die geographische Lage des Dorfes.
Zur Zeit des Russischen Kaiserreichs gehörte das Dorf Maraljan, bestehend aus den Ortsteilen Aşagı-Maraljan und Yuxarı-Maraljan (höher gelegen), zur Ujesd Cəbrayıl des Gouvernements Jelisawetpol. Laut den „Statistischen Angaben der Zarenregierung über die Bevölkerungszahlen aus dem Jahr 1886“ zählte das Dorf Maraljan 97 Haushalte mit insgesamt 405 aserbaidschanischen Einwohnern.
Während der Sowjetzeit war Aşagı-Maraljan Teil der Provinz Cəbrayıl. Im Jahr 1976 hatte das Dorf etwa 1.000 Einwohner. Die Bewohner betrieben Viehzucht, Weizenanbau, Baumwollproduktion und Seidenzucht.
Im Zuge des Ersten Bergkarabachkrieges (1992–1994) wurde das Dorf im Sommer 1993 von armenischen Einheiten militärisch besetzt. Während der Besatzungsjahre erlitt es Plünderungen und verfiel zusehends.
Aşagı-Maraljan gehörte zu den ersten Ortschaften, die mit dem Durchbruch der Verteidigungslinien armenischer Einheiten im südlichen Frontabschnitt von den aserbaidschanischen Streitkräften im Zweiten Bergkarabachkrieg zurückerobert wurden, nämlich am 3. Oktober 2020. Vom Dorf sind nur noch Ruinen übrig geblieben.
Literatur und Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Aserbaidschan Kategorie:Rayon Cəbrayıl