mini|Porträt der Kyra Vassiliki 1850 von Helley mini|Gemälde von Paul Emil Jacobs: Tepedelenli Ali Pascha und seine Frau Kyra Vassiliki Kyra Vassiliki (, deutsch Dame Vassiliki; * 1789 in Plisvitsa, heute Plesio, Epirus; † 11. Dezember 1834 in Etoliko) heiratete 1808 den osmanischen Herrscher über große Teile Albaniens und Griechenlands Ali Pascha von Ioannina und lebte in seinem Harem. Ihr voller Name war Vassiliki Kontaxi ().
Leben Kyra Vassiliki wurde in dem Dorf Plisivitsa in Thesprotien als Tochter des Regionsvorstehers () Kitsos Kontaxis geboren. Als ihrem Vater vorgeworfen wurde, in einen Fall der Falschmünzerei verwickelt zu sein, wurde er zusammen mit seinem gesamten Dorf angeklagt und sollte bestraft werden. Daraufhin bat seine zwölfjährige Tochter Vassiliki beim herrschenden Ali Pascha um sein Leben und man begnadigte ihn. Der mächtige osmanische Herrscher Ali Pascha ließ sich von der Schönheit und der Intelligenz der jungen Frau beeindrucken und heiratete die um über 40 Jahre jüngere Vassiliki 1808 gegen den Wunsch seiner ersten Ehefrau Emine. Der als streng bekannte Ali Pascha hatte eine Schwäche für sie und erlaubte ihr, ihren christlichen Glauben zu behalten und eine kleine Kirche in ihren Wohnräumen zu errichten. Es wird angenommen, dass die griechische Freiheitsbewegung Filiki Eteria mit ihr Kontakt aufnahm. Bekannt ist, dass sie sich als Ehefrau des Paschas stets für die Belange der christlichen Bevölkerung in seinem Hegemoniebereich einsetzte. Von 1819 bis 1820 finanzierte sie Renovierungsarbeiten an Gebäuden des Bergs Athos.
Als 1820 von der Hohen Pforte geschickte osmanische Truppen gegen Ali Pascha kämpften, um ihn wegen Untreue abzusetzen, wurde Ioannina belagert. Da Ali Pascha die Belagerung nicht durchbrechen konnte, floh er mit Vassiliki und einigen Vertrauten auf die Ioannina-Insel ins Kloster Agios Panteleimon, wo er durch diese Truppen hingerichtet wurde. Kurz vor seinem Tod soll er seinem Geheimrat und Vertrauten Thanasis Vagias befohlen haben, Vassiliki zu töten, um ihre Gefangennahme durch den Feind zu verhindern. Warum dieser den Befehl nicht ausführte, ist unbekannt. Es wird vermutet, dass er sich dagegen entschied, da er meinte, sie kenne das Geheimnis der Schätze des Paschas.
Kyra Vassiliki und Thanasis Vagias wurden anschließend als Gefangene nach Konstantinopel gebracht. Nachdem man ihr vergeben hatte, konnte sie sechs Jahre später wieder nach Griechenland zurückkehren. Ihr Heimatland hatte inzwischen die Unabhängigkeit erlangt. Kyra Vassiliki ließ sich zunächst in Nafplio nieder, wo sie Ioannis Kapodistrias traf, der ihr ein Grundstück im Dorf Katochi mit einem mittelalterlichen Turm nahe der Stadt Mesolongi überließ, wo sie bis zu ihrem Tod lebte. Sie starb am 11. Dezember 1834 verarmt und einsam an der Ruhr. Ihr Grab befindet sich auf dem Friedhof der Kirche Megistoi Taxiarchoi in Etoliko.
Ihre Schönheit und ihr Leben inspirierte Volkslieder, die Literatur und die Kunst. Unter anderem malte Paul Emil Jacobs das Gemälde Tepedelenli Ali Pascha und seine Frau Kyra Vassiliki.
Ein Teil des von Alexandre Dumas verfassten Romans Der Graf von Monte Christo (1844) soll auf der Geschichte von Kyra Vasiliki und Ali Pascha basieren. Dort werden die Ehefrau Ali Paschas und die gemeinsame Tochter Haydee nach dem Tod des Herrschers in die Sklaverei verkauft.
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Einzelnachweise
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