Die European Olympic Academies (EOA) sind der Dachverband der Nationalen Olympischen Akademien (NOAs) in Europa. Der als eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Frankfurt am Main organisierte Verband wurde am 20. September 2018 in Ljubljana, Slowenien, gegründet. Ziel ist die Förderung und Verbreitung der olympischen Idee, die Stärkung der Wertebildung im Sport sowie die Vernetzung der europäischen NOAs.

Geschichte Die Entstehung der European Olympic Academies (EOA) geht auf Bestrebungen zur engeren Zusammenarbeit der Nationalen Olympischen Akademien (NOAs) in Europa zurück, die Anfang der 2010er Jahre aufkamen. Erstmals wurde die Idee einer kontinentalen Vereinigung im Jahr 2012 bei einer Konferenz in Eltville am Rhein (Deutschland) vorgestellt, an der Vertreterinnen und Vertreter mehrerer europäischer NOAs teilnahmen. Ziel war es, die Arbeit der nationalen Akademien stärker zu vernetzen, gemeinsame Bildungsinitiativen zu fördern und den Austausch über die olympischen Werte und das kulturelle Erbe Europas zu intensivieren.

In den folgenden Jahren wurde das Konzept weiterentwickelt. Auf Arbeitstreffen, unter anderem 2015 in Baku (Aserbaidschan) sowie 2017 in Albena (Bulgarien), konkretisierten die Teilnehmenden die Struktur und Aufgaben der künftigen Organisation. In Albena wurde eine Gründungserklärung unterzeichnet und ein Initiativkomitee eingesetzt, das mit der Ausarbeitung der Satzung und der Vorbereitung der konstituierenden Versammlung beauftragt wurde.

Die formelle Gründung der EOA erfolgte schließlich vom 20. bis 22. September 2018 in Ljubljana (Slowenien). Vertreterinnen und Vertreter von rund zwanzig NOAs nahmen an der konstituierenden Sitzung teil. Während der Versammlung wurde die Satzung angenommen, der erste Vorstand gewählt und Ljubljana als symbolischer Gründungsort festgehalten. Die EOA etablierte sich damit als kontinentale Plattform zur Förderung der olympischen Idee und der Wertebildung im europäischen Raum.Meeting Minutes of the first General Assembly - 20th September 2018, Ljubljana, Slovenia (2018): https://www.eoaolympic.org/wp-content/uploads/2021/11/Minutes-Conference-in-Ljubljana-Sep-2018.pdf.

In den Jahren nach der Gründung folgten die rechtliche Eintragung als Verein nach deutschem Recht und der Aufbau einer Geschäftsstelle in Frankfurt am Main. Mit wachsender Mitgliederzahl und zunehmender Projektaktivität begann die EOA, ihre Rolle innerhalb der olympischen Bewegung in Europa zu festigen. 2021/2022 unterzeichneten die European Olympic Committees (EOC) und die EOA ein Memorandum of Understanding, das den gegenseitigen Austausch und die Zusammenarbeit beider Organisationen institutionell verankert und es wurde ein neues Logo inklusive neuer Markenidentität verabschiedet.

Parallel zur organisatorischen Konsolidierung entwickelte die EOA auf Grundlage einer Mitgliederbefragung und strategischer Workshops eine langfristige Ausrichtung. Der im Jahr 2023 veröffentlichte Strategische Plan 2023–2030 definiert Vision, Mission und Handlungsfelder der Organisation und bildet seitdem den Rahmen für ihre Bildungs-, Netzwerk- und Kooperationsaktivitäten.https://www.eoaolympic.org/wp-content/uploads/2022/12/EOA-Strategic-Plan-2023-2030.pdf Der Verband umfasst mittlerweile 36 Mitgliedsorganisationen (Stand 2025) und richtet jährlich einen EOA-Kongress mit Generalversammlung aus.

EOA-Kongresse Die EOA-Kongresse sind die jährlich stattfindenden Hauptveranstaltungen der EOA. Er kombiniert die wissenschaftlich-bildungspolitische Fachkonferenz der NOAs Europas mit der jährlichen Generalversammlung des Verbandes.

Ziel der Kongresse ist es, aktuelle Themen der olympischen Wertebildung, Erziehung und des Kulturerbes zu diskutieren, bewährte Praktiken zwischen den Mitgliedsorganisationen auszutauschen und die institutionelle Zusammenarbeit innerhalb der olympischen Bewegung in Europa zu stärken.

Die EOA-Kongresse werden in der Regel von einer nationalen Olympischen Akademie in Zusammenarbeit mit der EOA und dem jeweiligen Nationalen Olympischen Komitee (NOK) des Gastgeberlandes ausgerichtet. Jede Ausgabe steht unter einem thematischen Schwerpunkt, der sich an aktuellen gesellschaftlichen und sportpolitischen Entwicklungen orientiert.

Liste der bisherigen EOA-Kongresse Jahr Ort / Land Gastgeber-Organisation Thema / Schwerpunkt 2018 Ljubljana (Slowenien) Slowenische Olympische Akademie Founding Assembly and Congress 2019 Nikosia (Zypern) Nationale Olympische Akademie von Zypern Shaping the future of Olympismhttps://www.olympic.org.cy/index.php/gr/other-publications?download=121:european-olympic-academies-2nd-annual-conference-g-a 2020 – – Pandemiebedingte Absage aufgrund von COVID-19. Die Mitgliederversammlung wurde online abgehalten. 2021 – – Pandemiebedingte Absage aufgrund von COVID-19. Die Mitgliederversammlung wurde online abgehalten. 2022 Frankfurt am Main (Deutschland) Deutsche Olympische Akademie Willi Daume The Olympic Movement in Stormy Waters: A Challenge for National Olympic Academies 2023 Vilnius (Litauen) Litauische Olympische Akademie The Olympic Movement in a Changing World 2024 Olympia (Griechenland) Hellenische Olympische Akademie Perspectives of the Olympic Movement after the Paris Games 2025 Prag (Tschechien) Tschechische Olympische Akademie Current Issues and Developments of the Olympic Movement: Commemorating the Olympic Congress in Prague 1925 Mitglieder Die EOA vereinen derzeit 36 NOAs aus dem europäischen Raum. Jede Mitgliedsorganisation repräsentiert die olympische Bildung und Wertearbeit ihres Landes und ist entweder als eigenständige Akademie oder, falls keine solche besteht, durch das jeweilige Nationale Olympische Komitee vertreten. Nation Kürzel Nationales Olympische Akademie ALB Akademia Olimpike Shqiptare AND Comitè Olímpic Andorrà ARM Nationales Olympisches Komitee Armeniens AZE Azərbaycan Milli Olimpiya Akademiyası BEL Belgian Olympic Academy BUL Balgarski Olimpiyski Komitet GER Deutsche Olympische Akademie EST Eesti Olümpiakomitee FRA Académie nationale olympique française GEO Georgisches Nationales Olympisches Komitee GRE Elliniki Olympiaki Epitropi IRL Olympic Federation of Ireland ISR Olympic Committee of Israel ITA Accademia Olimpica Nazionale Italiana KOS Komiteti Olimpik i Kosovës CRO Hrvatska olimpijska akademija LAT Latvijas Olimpiskā akadēmija LIE Liechtensteinischer Olympischer Sportverband LTU Lietuvos olimpinė akademija LUX Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois MLT Malta Olympic Committee MDA Comitetul Național Olimpic și Sportiv din Republica Moldova NED Nederlands Olympisch Comité*Nederlandse Sport Federatie AUT Österreichische Olympische Akademie POR Academia Olímpica de Portugal ROU Academia Olimpica Romana SRB Olimpijski Komitet Srbije SVK Slovenská olympijská akadémia SLO Olimpijski komite Slovenije ESP Real Academia Olímpica Española CZE Český olympijský výbor HUN Magyar Olimpiai Akadémia UKR Nationales Olympisches Komitee der Ukraine CYP Zyprisches Olympisches Komitee

Publikationen (Auswahl) Die European Olympic Academies veröffentlichen seit 2021 jährlich einen Annual Report, der die wichtigsten Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen des Verbandes zusammenfasst. Darüber hinaus war die Organisation an mehreren Erasmus+ Sport-Projekten beteiligt, aus denen wissenschaftliche und praxisorientierte Publikationen hervorgegangen sind.

Im Rahmen des Projekts BESST ("Building European Safe Sport Together") wurden europaweite Leitlinien und ein Trainingshandbuch zur Implementierung von Safeguarding-Strukturen in Sportorganisationen entwickelt. Das Projekt wird von der EOA koordiniert.

Im Projekt SOPROS ("Assessing, Evaluating and Implementing Athletes’ Social Protection in Olympic Sports"), koordiniert von der Deutschen Sporthochschule Köln, ist die EOA Partner. Es wurden mehrere Studienberichte und Handlungsempfehlungen zum sozialen Schutz von Athletinnen und Athleten veröffentlicht.

Zuvor war die EOA Partner im Projekt EMPLOYS ("Understanding, Evaluating and Improving Good Governance in the Employment Relations of Athletes in Olympic Sports"), das ebenfalls unter Leitung der Deutschen Sporthochschule Köln stand und mehrere wissenschaftliche Beiträge zur Governance im europäischen Sportwesen hervorbrachte.

Ein weiteres Erasmus+ Projekt unter Beteiligung der EOA war FB-LS ("Fair Coaching and Leadership in Sport"), das Ansätze zur Förderung von Fairness und Führungsverantwortung im Sport entwickelte.

Die Publikationen aus diesen Projekten sind öffentlich zugänglich und werden von den beteiligten Partnerinstitutionen, darunter Universitäten, nationale Olympische Akademien und Sportverbände, verbreitet. Sie tragen zur europäischen Diskussion über Good Governance, Safeguarding und soziale Verantwortung im Sport bei.

Auszeichnungen Im Jahr 2022 führte die EOA zwei Auszeichnungen ein. Die EOA Flame Awards und die EOA Medal of Merit.

Die EOA Flame Awards werden jährlich in den Kategorien Olympische Bildung und Olympisches Erbe verliehen, um die Arbeit der Nationalen Olympischen Akademien zu würdigen, vorbildliche Projekte und Ergebnisse hervorzuheben und Inspiration zur gelebten Verwirklichung der olympischen Werte und Ideale zu geben.

Die EOA Medal of Merit ist die höchste Auszeichnung der Organisation. Sie wird in unregelmäßigen Abständen an Persönlichkeiten verliehen, die sich in außergewöhnlicher Weise um die EOA und/oder die olympische Bewegung in Europa verdient gemacht haben.

Gewinner der EOA Flame Awards seit 2023 Jahr Kategorie „Olympische Erziehung“ Kategorie „Olympisches Erbe“ 2023 Ukrainische Olympische Akademie Tschechische Olympische Akademie 2024 Deutsche Olympische Akademie & Griechische Olympische Akademie Französische Olympische Akademie 2025 Serbische Olympische Akademie & Deutsche Olympische Akademie Ukrainische Olympische Akademie & Tschechische Olympische Akademie

EOA Medal of Merit Die erste EOA Medal of Merit in Gold wurde 2023 an Aleš Solar (Slowenische Olympische Akademie) verliehen – für seine Verdienste um die Gründung der EOA und seine Tätigkeit als erster Schatzmeister von 2018 bis 2022.

Im Jahr 2025 erhielt Prof. Agajan Abiyev (Aserbaidschanische Nationale Olympische Akademie) die EOA Medal of Merit in Gold für seine herausragenden Beiträge zur Entwicklung der Organisation in ihren Aufbaujahren.

Partnerorganisationen Die EOA pflegt enge Kooperationen mit mehreren internationalen Organisationen des Sports und der Wertebildung. Hauptpartner sind die European Olympic Committees (EOC), mit denen ein gemeinsames Memorandum of Understanding besteht, die International Olympic Academy (IOA) in Olympia (Griechenland), das European Fair Play Movement (EFPM) sowie der International Council of Sport Science and Physical Education (ICSSPE). Diese Partnerschaften dienen dem Austausch, der Bildungszusammenarbeit und der Förderung der olympischen Werte in Europa.

Einzelnachweise

Weblinks Offizielle Website der European Olympic Academies (EOA) European Olympic Committees (EOC) International Olympic Academy (IOA) International Council of Sport Science and Physical Education (ICSSPE) European Fair Play Movement (EFPM)

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