Upper & lower case (U&lc.), auch Upper and lower case geschrieben, war eine von 1973 bis 1999 in New York erschienene Zeitschrift, die sich der Geschichte der Schrift, neuen Schriftarten für den Fotosatz, typografischer Gestaltung und dem Fotosatz und aufkommenden Computersatzes widmete. U&lc. nannte sich im Untertitel The International Journal of Typographics und wurde von der International Typeface Corporation (ITC) herausgegeben.

Ziele Auf Seite 2 ihrer ersten Ausgabe 1973 brachten die Herausgeber am Ende der Kolumne „Why U&lc.“ ihre Absichten kurz und bündig auf den Punkt: „In brief, U&lc. will provide a panoramic window, a showcase for the world of graphic arts – a clearing house for the international exchange of ideas and information.“

Gründung und Themen mini|U&lc. Zeitschriftenkopf mit Logo von 1973 bis 1989 verwendet. Die Gründer der International Typeface Corporation waren auch die Gründer von U&lc.: Aaron Burns, Herb Lubalin und Edward Rondthaler. Die Drei verband eine zukunftsorientierte und große Liebe zur Schrift und Schriftästhetik des frühen 20. Jahrhunderts. Sie ließen ältere Schriftarten für den Fotosatz und das beginnende digitale Zeitalter wieder aufleben und entwickelten neue, vom Art-déco-Stil inspirierte Schriftarten. Eine von Lubalins bekannteste Kreationen ist die ITC Avant Garde, die in den 1970er Jahren enorm populär war und überall auftauchte, von den Logos für die Warenhäuser von Macy’s, die Kaufhauskette Bloomingdale’s und Adidas bis hin zum Logo der Corporation for Public Broadcasting aus den 1970er Jahren.

ITC war ein 1970 gegründetes Unternehmen, das den Schriftsatz aus der Jahrhunderte alten Welt des Bleisatzes in den Fotosatz und die aufstrebende Welt des Computersatzes überführen wollte. Ab 1973 veröffentlichte ITC mit U&lc. über ein Vierteljahrhundert lang ihre eigene Printzeitschrift und schuf sich damit ein Forum, ihre neuen Schriften interessierten Schriftentwerfern, Designer und Typografen vorzustellen. U&lc. bemühte sich in ihren Artikeln, die Grafikdesign-Branche auf die bevorstehenden umfassenden Veränderungen vorzubereiten.

In der Ausgabe U&lc. Vol. 7 No. 2, 1980 veröffentlichte Edward M. Gottschall, Herausgeber und Direktor von ITC, einen langen Artikel mit dem Titel „Vision ’80s“. Darin stellte er der Grafikdesign-Branche die Grundlagen der Computertechnik für Privat- und Geschäftskunden vor. Im Laufe der 1980er Jahre erschienen immer häufiger Artikel, die über die bevorstehende Umgestaltung des Verlagswesens informierten. U&lc. forderte traditionell arbeitende Schriftsetzer, Typografen und Grafikdesigner auf, sich dem Computer zuzuwenden.

U&lc. war ein Werbemedium, um neue ITC-Schriften anzukündigen und alte zu präsentieren. Darüber hinaus diente es als Plattform, um herausragende Typografie von Herb Lubalin, B. Martin Pedersen, Ellen Shapiro, Hermann Zapf, Roger Black, Push Pin Studio, Pentagram und Why Not Associates, um nur einige zu nennen, vorzustellen. U&lc. zeichnete sich durch eine außergewöhnliche Typografie aus und scheute sich nicht, Anzeigen anderer Schriftenhersteller und -lieferanten zu schalten.

Herausgeber und Designer Herausgeber waren: Herb Lubalin, Aaron Burns und Edward Rondthaler (1973–1981), Edward M. Gottschall (1980–1989), Juliet Margolin (1989–1990), Margaret Richardson (1990–1998) und John D. Berry (1998–1999). Zu den Designern gehörten u. a. Herb Lubalin (1973–1981) und Bob Farber (1981–1986).

Format und Vertrieb U&lc. wurde bis Ende der 1980er Jahre im Tabloid-Format (ca. 280 × 380 mm) auf Zeitungspapier gedruckt. Aus Kostengründen wechselte man danach auf das Format 21,6 × 27,9 mm. Die Zeitschrift wurde kostenlos an Abonnenten verschickt.

Ende Im Herbst 1999 erschien die letzte Printausgabe von U&lc. Die zunehmende Konkurrenz durch andere Grafikdesign-Publikationen und das gestiegene Interesse vieler Leser am Internet als Informationsquelle veranlasste die Herausgeber, die Zeitschrift in ihrer bisherigen Form nicht mehr zu drucken und sich stattdessen auf eine Version als Online-Magazin zu konzentrieren.

In den fast 27 Jahren ihres Erscheinens inspirierte, informierte und begeisterte U&lc. ihre Leser. Dabei gewann U&lc. über 100 Auszeichnungen und Preis für ihr Design und ihre typografische Gestaltung, u. a. von American Institute of Graphic Arts (AIGA), der Society of Publication Designers, dem Type Directors Club und vielen anderen renommierten Organisationen.

Einzelnachweise

Kategorie:Antiquarische Zeitschrift (Vereinigte Staaten) Kategorie:Fachzeitschrift (Vereinigte Staaten) Kategorie:Englischsprachige Zeitschrift Kategorie:Ersterscheinen 1973 Kategorie:Erscheinen eingestellt 1999