mini|Bethany Veney Bethany Veney (* bei Luray, Virginia) war eine US-amerikanische Autorin und ehemalige Sklavin; ihre Autobiografie Aunt Betty’s Story: The Narrative of Bethany Veney, A Slave Woman (1889) gilt als bedeutender Beitrag zur Überlieferung von Lebensgeschichten aus der Sklaverei. Sie ließ sich nach ihrer Emanzipierung in Neuengland nieder und lebte in Providence (Rhode Island) und Worcester (Massachusetts).
Leben Veney wurde in der Nähe von Luray im heutigen Page County (Virginia) geboren und wuchs versklavt im Haushalt des Farmers James Fletcher auf. Nach Fletchers Tod kam sie zu Verwandten der Familie, darunter David Kibler, den sie in ihrer Lebensgeschichte als gewalttätig beschreibt. In den späten 1830er-Jahren heiratete sie den versklavten Jerry Fickland; er wurde 1843 verkauft, und das Paar blieb dauerhaft getrennt. Auf Geheiß von Sklavenhändlern wurde sie in Richmond auf den Auktionsblock gebracht, vereitelte den Verkauf jedoch durch Vortäuschung einer Krankheit. Später arbeitete sie für eine Straßenbaukolonne, lernte den freien Schwarzen Frank Veney kennen und bekam mit ihm einen Sohn namens Joe. Am 27. Dezember 1858 kaufte der Unternehmer George J. Adams sie und ihren Sohn; im August 1859 brachte er beide nach Rhode Island, wo sie frei wurden, kurz darauf starb Joe. Veney folgte der Familie Adams nach Worcester und blieb dort, als diese wieder nach Providence zurückkehrte. Sie schloss sich der Park Street Methodist Church an und gehörte 1867 zu den Gründerinnen der African Methodist Episcopal Bethel Church in Worcester. Nach dem Bürgerkrieg holte sie ihre Tochter Charlotte, deren Familie und insgesamt 16 weitere Verwandte in mehreren Reisen aus Virginia nach Neuengland. Ihre letzte Ruhestätte fand sie auf dem Hope Cemetery in Worcester.
Wirken Veneys Lebensbericht Aunt Betty’s Story: The Narrative of Bethany Veney, A Slave Woman wurde 1889 bei Geo. H. Ellis veröffentlicht. Eine wissenschaftlich betreute Online-Edition stellt Documenting the American South der University of North Carolina bereit. Zusätzlich liegen digitalisierte Ausgaben vor. In Luray (Virginia) erinnert seit 2023 ein interpretiver Erinnerungsort mit Marker und Gedenkgarten an Veneys Leben und Erbe. Zudem besteht dort ein offizieller Historical Marker, welcher die Stationen ihres Lebens zusammenfasst. Am 5. Oktober 2024 wurde in Worcester ein neuer Grabstein für Veney auf dem Hope Cemetery feierlich enthüllt; beteiligt waren Nachkommen, das Worcester Black History Project und Luray Caverns. Im August 2025 stand im Worcester City Council der Vorschlag zur Benennung eines Abschnitts der Winfield Street in Bethany Veney Way auf der Tagesordnung.
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