Die Evangelische Kirchenmusikschule St. Gallen («ekms») ist eine kirchliche Musikschule in St. Gallen im gleichnamigen Kanton in der Ostschweiz. Sie ist eine Einrichtung der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen.

Geschichte 1997 wurde das Evangelische Musikseminar in St. Gallen, dessen Wurzeln in die frühen 1970er Jahre zurückreichen, in Evangelische Kirchenmusikschule St. Gallen («ekms») umbenannt. Die ekms ist in die 1997 gegründete Musikakademie St. Gallen eingebunden und bietet in Zusammenarbeit mit der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen («dkms») seit 1998 berufsbegleitende Teilzeit-Studiengänge in evangelischer Kirchenmusik, die vorrangig auf die kirchenmusikalische Berufspraxis in der Schweiz ausgerichtet sind.

2005 wurden (erstmals in der Schweiz) an der Evangelischen Kirchenmusikschule St. Gallen Studiengänge in popularer Kirchenmusik eingeführt (C- und B-Diplom).

Die Unterrichtsräume befinden sich im Stiftsbezirk, die Verwaltung der Evangelischen Kirchenmusikschule am Oberen Graben in St. Gallen. Im Hauptgebäude der dkms am Klosterhof 8a befindet sich eine kirchenmusikalische Bibliothek, die seit 1959 angelegt wurde. Sie ist eine wichtige Literatur-Beratungsstelle für Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Bistum St. Gallen und der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Heute umfasst die Bibliothek ca. 4'000 Werke und ist dem St. Galler Bibliotheksnetz angeschlossen. Im gleichen Raum (Unterrichtszimmer 02) steht auch eine zweimanualige Orgel von Pflüger Orgelbau (2011).

Seit 2010 stehen weitere Unterrichtsräume im «centrum dkms» beim Gallusplatz zur Verfügung, die von der Evangelischen und der Diözesanen Kirchenmusikschule gemeinsam genutzt werden. Die Studierenden mit Hauptfach Orgel werden an der Späth-Orgel im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof 6b, an der Pflüger-Orgel in der Bibliothek der dkms am Klosterhof 8a, in der evangelisch-reformierten Pfarrkirche St. Laurenzen, in der katholischen Kirche St. Georgen und in der Schutzengelkapelle unterrichtet.

Die Evangelische Kirchenmusikschule St. Gallen kooperiert mit der Arbeitsstelle Populäre Musik der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen.

Studiengänge Die Evangelische Kirchenmusikschule St. Gallen bietet folgende Diplom-Studiengänge an: Evangelische Kirchenmusik (B-Diplom): Hauptfach Orgel, Chorleitung oder Popularmusik. Evangelische Kirchenmusik (C-Diplom): Hauptfach Orgel, Chorleitung, Kantorengesang und Singleitung oder Popularmusik. Chorleitung weltlich (Zertifikat CH I).

Diese zweijährigen Studiengänge sind praxisorientierte berufsbegleitende Curricula und umfassen jeweils 16 Schulwochen pro Semester (32 Schulwochen pro Studienjahr).

Weitere Angebote Einzelunterricht in den Fächern Orgel, Gesang, Klavier, Gitarre, Musiktheorie und Chorleitung/Dirigieren. Basiskurs Musiktheorie. Weiterbildungsangebote (Kurse und Workshops: Chorleitung, Gesang, Gregorianik, Liturgisches Orgelspiel, Orgelinterpretation, Orgelimprovisation).

Schulleitung Schulleiter der Evangelischen Kirchenmusikschule St. Gallen ist Andreas Hausammann. Lehrkräfte

Orgeln Späth-Orgel (Musiksaal im Dekanatsflügel) mini|Späth-Orgel (1960) im Musiksaal. mini|Spieltisch. Im Musiksaal im Dekanatsflügel des Klosters St. Gallen am Klosterhof 6b steht eine Orgel mit 21 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spieltraktur, elektropneumatische Registerschaltung), die 1960 von Späth Orgelbau (Rapperswil) gebaut wurde. Dieses Instrument wird für den Orgelunterricht und Konzerte der Kirchenmusikschulen St. Gallen sowie bei Anlässen des Bischöflichen Ordinariats genutzt. 1978 und 2014 erfolgten Revisionen durch die Erbauerfirma. Das Instrument befindet sich klanglich und technisch in einem schlechten Zustand. Ein neues Instrument (20 Register auf drei Manualen und Pedal) von Mathis Orgelbau (Luchsingen) ist in Planung. Die Disposition:

I Hauptwerk C–g3 Quintatön 16′ Praestant 8′ Koppelflöte 8′ Oktave 4′ Hohlflöte 4′ Oktave 2′ Terzian II ′′+′. Mixtur ′ II Schwellwerk C–g3 Gedackt 8′ Harfpfeife 8′ Dolkan 4′ Rohrflöte 4′ Flageolet 2′ Quinte ′ Oktävlein 1′ Scharf III–IV ′ Schalmei 8′ Tremulant Pedal C–f1 Subbass 16′ Spillpfeife 8′ Piffaro 4′Ursprünglich 2-fach (4′+2′). Der 2′-Chor ist stillgelegt (Stand 2026). Dulcian 16′ Koppeln (mechanisch, als Wippen und Pistons): II/I, I/P, II/P. Spielhilfen: Handregister («A») und zwei freie Kombinationen («B» und «C»). Einzelabsteller Zungenregister. Druckknöpfe unter dem I. Manual: Kombinationen A, B und C, Forte, Tutti. Pistons: Kombinationen A, B und C, Crescendo ab, Absteller Zungen, Absteller Mixturen. Zwei Balanciertritte (Registercrescendo und Schwellwerk).

Pflüger-Orgel (Bibliothek der dkms) mini|Pflüger-Orgel (2011) in der Bibliothek der dkms. mini|Spieltisch. In der Bibliothek der Diözesanen Kirchenmusikschule (Klosterhof 8a, Unterrichtszimmer 02) steht eine Orgel mit 5 Registern auf zwei Manualen und Pedal (Schleifladen, mechanische Spiel- und Registertraktur) von Pflüger Orgelbau (Feldkirch/Vorarlberg) aus dem Jahre 2011. Sie wurde ursprünglich als Hausorgel für Hans Göldi-Jung (1937–2019) gebaut.Hans Göldi-Jung (* 13. August 1937; † 7. Februar 2019), Chorleiter, Martins-Chor St. Gallen-Bruggen (1982–2019); Präsident des Kirchenmusikverbandes Bistum St. Gallen (2002–2008); Organisationskomitee-Verantwortlicher St. Galler Kirchenmusikwoche 1999–2013; Mitherausgeber der St. Galler Kirchenmusikhefte (Quelle: Bild mit Bildunterschrift in der Bibliothek der dkms). Nach dem Tode von Göldi-Jung 2019 wurde die Orgel der Diözesanen Kirchenmusikschule St. Gallen vermacht und steht seitdem als Übe- und Unterrichtsinstrument den Orgelstudierenden der ekms und dkms zur Verfügung. Die Disposition:

I. Manual C–f3 Holzgedackt 8′ Rohrflöte 4′Wechselschleife I. und II. Manual. Octav 2′E–A im Prospekt. Die übrigen Prospektpfeifen sind stumm. II. Manual C–f3 Rohrflöte 4′Wechselschleife I. und II. Manual. Regal 8′ Pedal C–d1 Subbass 8′ Koppeln: II/I (Schiebekoppel); I/P, II/P (als Tritte).

Literatur Hansueli Walt: Kirchenmusikschulen St. Gallen. Musik & Gottesdienst Nr. 3 (2019), S. 26–29. Online (PDF; 0,3 MB)

Weblinks Website der Evangelischen Kirchenmusikschule St. Gallen

Einzelnachweise

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