Christine Barwick-Gross (* 2. November 1984 in Mainz als Christine Barwick) ist eine deutsche Soziologin. Sie ist als Vertretungsprofessorin für Stadt- und Regionalsoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Migration und Mobilität in Europa, innerstädtische Diversität sowie Soziale Ungleichheit.

Leben und Wirken Barwick-Gross studierte ab 2007 Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) sowie an der New School for Social Research und am CUNY Graduate Center in New York; im Jahr 2014 wurde sie an der HU Berlin promoviert.

Von 2014 bis 2016 war sie Postdoktorandin am Zentrum für Europäische Studien und Vergleichende Politik (CEE) an der Sciences Po in Paris tätig, wo sie sich vor allem mit Fragen der innereuropäischen Mobilität beschäftigte.

Ab 2016 erforschte sie am deutsch-französischen Forschungszentrum Centre Marc Bloch die Auswirkungen des Brexit auf die britische Bevölkerungsgruppe in Berlin. Von 2021 bis 2024 arbeitete sie an der Europa-Universität Flensburg in Projekten zu arbeitsmarktbezogener Diskriminierung von Frauen und Migranten in Frankreich und Deutschland. In dem von der Volkswagenstiftung finanzierten Projekt „Sensing Race“ erforschte sie Themen von städtischer Diversität wie gesellschaftliche Vorstellungen von Weißsein und Nation, indem sie unterschiedliche Interpretationen sensorischer Erfahrungen (wie Geräusche oder Gerüche) untersuchte.

Seit dem 16. Oktober 2024 nimmt sie an der HU Berlin eine Vertretungsprofessur wahr. Die Ergebnisse ihrer Forschungen wurden in wissenschaftlichen internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht.

Themenschwerpunkte Barwick-Gross’ Themen umfassen Migration und Mobilität in Europa, Urbane Diversität, Soziale Ungleichheit, Diskriminierung sowie qualitative Methoden. Sie fragt nach Wechselwirkungen zwischen Mobilität und lokaler Verwurzelung und untersucht den Bedeutungswandel von Heimat und Zugehörigkeit in urbanen, von Vielfalt und Migration geprägten innerstädtischen Kontexten.

Ausgehend von einer Ethik der Fürsorge interessiert sie sich für die Entstehung und Fortdauer sozialer Ungleichheit, vor allem vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Vorstellungen von ‚race‘, ‚Anders-‘ oder Weiß-Sein in Deutschland, Frankreich und England.

Sie war im Vorstand der Sektion „Migration und ethnische Minderheiten“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) engagiert. Vor diesem Hintergrund kritisierte sie in einem Interview im Jahr 2025 eine Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz zum „problematischen Stadtbild“, die sie als „rassistisch“ bezeichnete.

Auszeichnungen

Hartmut-Häußermann-Preis „Soziale Stadt“ 2017 des Georg-Simmel-Zentrums der Humboldt-Universität zu Berlin (für die Studie Social Mobility and Neighbourhood Choice: Turkish-Germans in Berlin) Dissertationspreis 2015 der Sektion Stadt- und Regionalsoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) für Beiträge, die in „theoretischer, empirischer und/oder methodologischer Hinsicht einen innovativen und herausragenden Beitrag für die Migrationsforschung leisten“.

Publikationen Social Mobility and Neighbourhood Choice: Turkish-Germans in Berlin. London/New York: Routledge 2020. Labor Market Related Discrimination of Women and Migrants. (Co-Hrsg.) In: Zeitschrift für Politik, Sonderheft 12, Nomos Verlag 2025.

Weblinks

Wissenschaftliche Beiträge von Christine Barwick-Gross in der Deutschen Nationalbibliothek Beiträge von Christine Barwick-Gross in WorldCat

Einzelnachweise

Kategorie:Soziologe (21. Jahrhundert) Kategorie:Stadtsoziologe Kategorie:Humboldt-Universität zu Berlin Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Frau