Amy Ashwood Garvey (* 10. Januar 1897 in Port Antonio; † 3. Mai 1969 in Kingston) war eine jamaikanische Panafrikanistin. Im Jahr 1945 gehörte sie zu den Rednerinnen des Fünften Panafrikanischen Kongresses in Manchester.

Leben Ashwood Garvey verbrachte Teile ihrer Kindheit in Panama und kehrte als Jugendliche nach Jamaika zurück, wo sie die Westwood High School in Trelawny besuchte. Im Juli 1914 lernte sie Marcus Garvey bei einer Debattierveranstaltung kennen und brachte sich unmittelbar in den Aufbau der neu gegründeten Universal Negro Improvement Association (UNIA) ein. In den Jahren 1914/1915 war sie erste Sekretärin und Mitglied des Leitungsrats der UNIA und organisierte frühe Treffen sowie die Frauenabteilung der Bewegung. 1918 zog sie nach New York, wurde 1919 Generalsekretärin der Organisation und zählte zu den ersten Leiterinnen der Black Star Line. Am 25. Dezember 1919 heirateten Ashwood und Garvey; die Ehe zerbrach rasch und endete 1922 in einer umstrittenen Trennung. In den 1930er-Jahren lebte sie nunmehr in London, wo sie 1936 gemeinsam mit dem Trinidader Musiker Sam Manning den Florence Mills Social Parlour in der Carnaby Street eröffnete – ein Restaurant, Jazzklub und Treffpunkt der panafrikanischen Szene. Sie war eine der Mitgründerinnen der International African Friends of Abyssinia und später des International African Service Bureau, die auf den Abessinienkrieg reagierten und panafrikanische Netzwerke stärkten. Zwischen 1946 und 1949 hielt sie sich in Westafrika auf, wo sie die Lebensbedingungen von Frauen in Nigeria erforschte und Vorträge hielt. 1953 wirkte sie an der Gründung des Afro-Women’s Centre (später Afro-People’s Centre) in London mit, das als Wohn- und Begegnungsort für schwarze Frauen und Migrantinnen diente.

Wirken Als UNIA-Mitbegründerin und frühe Organisatorin prägte Ashwood Garvey die Öffnung der Bewegung für Frauen, etwa durch die Etablierung einer eigenen Frauenabteilung. Sie zählte zu den ersten Leiterinnen der Black Star Line und verband organisatorische Arbeit mit öffentlicher Aufklärung. Ihr Londoner Florence Mills Social Parlour wurde in der Mitte der 1930er-Jahre zu einem wichtigen Netzwerkknoten und Treffpunkt für die Aktivismusszene aus Westafrika und der Karibik. Im Jahr 1945 sprach sie auf dem Fünften Panafrikanischen Kongress in Manchester. Dort hob sie die besonderen Formen der Ausbeutung schwarzer Frauen hervor und machte Geschlechtergerechtigkeit zu einem zentralen Anliegen des Kongresses. Zeitgenössische und spätere Bewertungen sehen in ihr eine Vorreiterin des panafrikanischen Feminismus, deren transatlantisches Wirken über Jahrzehnte Unabhängigkeitsbewegungen und die politische Organisation schwarzer Bevölkerungsteile beeinflusste. An der UNIA-Pressearbeit war sie beteiligt; das UNIA-Organ Negro World wurde 1918 in New York aufgebaut und international verbreitet. Der Manchester-Kongress gilt in der Rückschau als Katalysator für die Unabhängigkeit vieler afrikanischer Staaten. Ihr Todestag ist in der jamaikanischen Erinnerungskultur bis heute präsent.

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