Torson di Sopra ist eine Insel in der mittleren Lagune von Venedig, genauer am Rande des Valle Tezze, das über den Canale di Piovego zu erreichen ist. Die Insel liegt unweit von Torson di Sotto am Westrand der Lagune.
Geschichte Auf Torson di Sopra wurden archäologische und geologische Untersuchungen durchgeführt. So wurde in den späten 1970er Jahren ein Bohrkern entnommen, der zwischen 1,3 und 2 m unter dem mittleren Meeresspiegel Torf enthielt. Pollenanalysen zeigten, dass in der Epoche, die dieser einst oberirdischen, 70 cm starken Torflage entsprach, vor allem Eichen und Erlen wuchsen. Die unterste Lage der Torfschicht entstand demnach 1515 ±85 Jahre BP, die oberste Lage weist schon starke Brackwasserspuren auf und konnte auf 1140 ±45 Jahre BP datiert werden.Paolo A. Pirazzoli, Nadine Planchai, Marie Rosset-Moulinier, Jean Thommeret: Paleogeographic Interpretation of a Peat Layer at Torson di Sotto (Lagoon of Venice, Italy), in: Eiszeitalter und Gegenwart 30 (1980) 253–259 (online, PDF); Regione Veneto (Hrsg.): Areas of the Lagoon of Venice on the Official Geological Map of Italy: Sheet 128 “Venezia”, Sheets 148–149 “Chioggia-Malamocco” / Le aree di laguna nella Carta Geologica Ufficiale d’Italia: Foglio 128 “Venezia”, Fogli 148–149 “Chioggia-Malamocco”, Rom 2008, S. 79.
Damit konnte eine Hebung des Landes im Verhältnis zum Meeresspiegel (Regression) zwischen etwa 150 und 300 n. Chr. in diesem Gebiet mit einer folgenden Senkung (Transgression) zwischen etwa 750 und 900 nachgewiesen werden. Mehrere Untersuchungen in der Lagune zeigten, dass dieses Phänomen zwar im Süden auftrat, nicht aber im Norden der Lagune. Wahrscheinlich änderten sich in der Spätantike einige Flussläufe und brachten mehr Süßwasser in die Lagune. Möglicherweise war die Ursache eine Klimaveränderung.
Die Durchlässe zwischen der Lagune und der Adria wurden für große Schiffe so sehr erweitert – auf 900 m in der größten Durchfahrt, die Fahrrinnen auf bis zu 18 m vertieft –, dass Inseln wie Torson di Sotto und di Sopra sowie Rivola Vecchia nun gewissermaßen im Salzwasserstrahl dieses Zustroms lagen. Sie wurden in den 1990er Jahren binnen fünf Jahren fast vollständig zerstört. Nun versuchte man, sie mit Palisaden zu schützen.Luc Drévès, Marcel Chaussepied: Restauration des écosystèmes côtiers, Editions Quae, 2001, S. 45.
Literatur Stefano Medas, Martina Minini, Alessandro Asta, Francesco Cozza, Eros Turchetto: Indagini archeologiche subacquee nella laguna sud di Venezia : il casone della Rivola Vecchia e un nuovo sito presso il canale Bastia, in: Archeologia maritima mediterranea 17 (2017) 123–144. Hans-Jürgen Hübner: Die Lagune von Venedig, Abschnitt Inseln, Barene, Valli, Canali.
Anmerkungen
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