Aline França (* 15. Februar 1948 in Teodoro Sampaio, Bahia) ist eine brasilianische Schriftstellerin der afrobrasilianischen Literatur. Ihr Werk umfasst den Roman A mulher de Aleduma (1981) sowie Os estandartes (1995).

Leben França wuchs als Tochter des Schmiedes und Geschichtenerzählers Bento Ramos França auf; bereits im Kindesalter schrieb sie neben der landwirtschaftlichen Arbeit mit ihren Eltern und begann in den 1970er-Jahren als Telefonistin am Instituto de Biologia der Bundesuniversität von Bahia zu arbeiten. Im Jahr 1982 wurde sie in Salvador zur Ersatzstadträtin (suplente) für den PMDB gewählt und wirkte als Jurorin bei den Wettbewerben Miss Afro-Bahia (1982) und Festival de Música Popular (1985) mit. In den 1980er-Jahren leitete sie beliebte Bühnenproduktionen wie Coisas da Terra (1983) und Bahia Africanismo (1984). 1990 hielt França im Rahmen von Seminaren europäischer und lateinamerikanischer Frauenverbände Vorträge in Belgien und wurde mit ihrer Arbeit in Nigeria, den Vereinigten Staaten, Deutschland, Italien und den Niederlanden interviewt. 2020 trat sie in einer vielbeachteten internen Wahl der Academia de Letras da Bahia an.

Wirken Franças Debütroman Negão Dony (1978) erzählt die Geschichte eines Mitarbeiters einer staatlichen Heilanstalt, der über ein detailliertes Wissen des Candomblé verfügt und damit früh França-typische Themen von Spiritualität und afrobrasilianischer Identität aufgreift. Mit A mulher de Aleduma (1981; zweite Ausgabe 1985) verband sie afrobrasilianische Mythologie, Erinnerungspolitik und spekulative Entwürfe; die jüngere Forschung ordnet den Roman dezidiert afrofuturistischen und spekulativen Strömungen zu. In Os estandartes (1995) gestaltet França die Figur des Alten Kaitamba als Hüter der Erinnerung und entwirft mit den fortiafri eine Heldengeschichte, die Spiritualität und Naturschutz ins Zentrum rückt. Grundlegend zielt ihr Schreiben auf die Bewahrung und Wiederbelebung afrobrasilianischer Kulturwerte und die Stärkung eines stolzen schwarzen Selbstverständnisses. Sie veröffentlichte überdies in der Anthologie Poetas Baianos da Negritude (1982) und trug damit zur Sichtbarkeit einer schwarzen literarischen Tradition in Bahia bei. Ihre Aufnahme in die Anthologie Daughters of Africa machte França auch außerhalb Brasiliens als Vertreterin der afrobrasilianischen Literatur bekannt.

Einzelnachweise

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