Die Route du Mandement ist eine Schweizer Hauptstrasse im Kanton Genf. Im Strassensystem der Schweiz wird sie als Hauptstrasse 110 und im Strassennetz des Kantons Genf als Kantonsstrasse Nr. 31 (RC 31) geführt. Sie hat ihren Namen von der traditionellen Bezeichnung des westlichen Kantonsteils als Mandement, ein Begriff, der auf die alte Verwaltungseinheit Mandement de Peney zurückgeht.Der Verwaltungsbezirk (Mandement) von Peney gehörte zu den ältesten Gebieten des frühneuzeitlichen Stadtstaates von Genf. Die Strasse verbindet die Ortschaft Meyrin nördlich von Genf mit dem Grenzübergang zu Frankreich bei Dardagny. Einige Teilstrecken gehören zu der seit dem Mittelalter bedeutenden Fernhandelsroute zwischen Genf und Lyon.
Verlauf Die Strasse beginnt auf in einem grossen Kreisverkehr an der Route de Meyrin (Hauptstrasse 101) in Meyrin. Auf der Nordseite der Route liegt das ausgedehnte Industriegebiet des CERN. Die Strasse folgt dem kanalisierten Bach Nant d'Avril in südwestlicher Richtung und erreicht nach rund 700 Metern das Gemeindegebiet von Satigny. Mit diesem um 1970 gebauten Strassenabschnitt konnte das neue Siedlungsgebiet von Meyrin erschlossen und die alte Strasse durch Vernier nach Genf entlastet werden.
Satigny gilt als die bedeutendste Weinbaugemeinde der Schweiz, und hier durchquert die Hauptstrasse die Rebberge der Landschaft Mandement.Coteau du Mandement im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Südwestlich von Satigny überquert sie auf einem Damm den Bachgraben des Nant du Châtelet und erreicht dann die Gemeinde Russin. Am Ortseingang zweigt nach Südosten die Route de Verbois zum Kraftwerk Verbois an der Rhone ab. Westlich von Russin steigt die im 19. Jahrhundert angelegte breite Fahrstrasse auf einer gleichmässigen Rampe und mit grossen Kurven in das mehr als 100 Meter tiefe Tal des Flusses Allondon hinunter.
Das von der Strasse durchquerte Flusstal ist eine besonders wertvolle Naturlandschaft. Es gehört zum Landschaftsschutzgebiet Rhône genevois – Vallons de l’Allondon et de la Laire, das als Objekt 1204 des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung verzeichnet ist,Objektblatt «IFP 1204 Rhône genevois – Vallons de l’Allondon et de la Laire» im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. und ist eine grosse Auenlandschaft und ein Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Das Vallon de l'Allondon oberhalb und unterhalb der Strassenbrücke ist zudem als Naturwaldreservat des Kantons GenfKarte des Naturwaldreservats Vallon de l'Allondon (swisstopo). und als national bedeutendes Wasser- und Zugvogelreservat sowie als Ramsar-Gebiet mit der Bezeichnung «Le Rhone genevois-Vallons de l’Allondon et de La Laire» geschützt.Objektblatt «Rade et Rhône genevois» im Inventar der Wasser- und Zugvogelreservate.Objektblatt «Le Rhône genevois - Vallons de l'Allondon et de la Laire» auf der Website Ramsar Sites Information Service.
Die neue Allondonbrücke baute der Genfer Ingenieur und Kartograf Guillaume Henri Dufour 1871 mit dem Bauunternehmen Delastre, das in Virieu-le-Grand, Ain, einen Kalksteinbruch betrieb, als erste Betonbrücke des Kantons. Westlich der Brücke, deren Fahrbahn auf liegt, zweigt gegen Süden die Strasse zum Industriegebiet La Plaine ab, die auch zum Bahnhof La Plaine an der Bahnstrecke Genf-Lyon und zu einem Grenzübergang nach Frankreich führt.
Von der Allondonbrücke aus erreicht die Hauptstrasse, erneut auf einer langen Rampe, die Gemeinde Dardagny, wo sie nahe am gleichnamigen Landsitz Château de Dardagny vorbeiführt. Danach passiert sie nochmals grosse Rebberge und danach den geschützten Wald Grand Bois de Roulave, der ebenfalls ein Abschnitt des Landschaftsschutzgebietes Rhône genevois – Vallons de l’Allondon et de la Laire ist. Zwei Kilometer nordwestlich von Dardagny endet die Route du Mandement auf bei der Brücke über den Bach Roulave an der Landesgrenze mit Frankreich. In der französischen Gemeinde Saint-Jean-de-Gonville im Departement Ain führt der Weg über die Departementsstrasse 89h weiter.
Beim Grenzübergang Dardagny steht an der Böschung neben der Strasse der Landesgrenzstein Nr. 157 von 1897.Borne 157 auf der Website Histoire de bornes.
Zwischen Meyrin und Russin sind für den Langsamverkehr neben oder auf der Strasse Radfahrstreifen eingerichtet. Bei Russin benützt die Veloroute ViaRhôna ein Stück weit die Fahrbahn der Route du Mandement.Etappe Genf-Vulbens der Fahrradroute ViaRhôna.
Die Transports publics genevois bedienen die Ortschaften an der Route du Mandement mit verschiedenen Buslinien.
Bilder
Siehe auch Liste der Hauptstrassen der Schweiz
Literatur Yves Bischofberger, Anita Frei: Guide des chemins historiques du canton de Genève. Genève 1998.
Weblinks
Route du Mandement. Noms géographiques du canton de Genève Route principale suisse 110 auf routes.fandom.com
Einzelnachweise
Kategorie:Hauptstrasse in der Schweiz Kategorie:Strasse im Kanton Genf Kategorie:Straße in Europa Kategorie:Verkehrsbauwerk in Genf Kategorie:Meyrin