mini|hochkant=0.85|Michèle Reverdy, 2019
Michèle Reverdy (* 12. Dezember 1943 als Michèle Luccantoni in Alexandria) ist eine französische Komponistin. Sie war Professorin für Analyse und Orchestrierung am Pariser Konservatorium.
Leben Michèle Reverdy absolvierte ihre musikalische Ausbildung am Pariser Konservatorium. Dort besuchte sie die Klassen von Olivier Messiaen und Claude Ballif und erhielt erste Preise für Kontrapunkt, Analyse und Komposition. Zwischen 1979 und 1981 war sie Stipendiatin an der Casa de Velázquez in Madrid. Von 1983 bis 2009 war sie Professorin für Analyse und Orchestrierung am Pariser Konservatorium.
1993 war Michèle Reverdy Komponistin in Residence am Konservatorium Straßburg und dort Gast beim Festival Musica. 1995 verlieh ihr die SACEM für ihr Gesamtwerk den Grand Prix de la Musique Symphonique. Sie war von 1978 bis 1992 Produzentin bei Radio France. Sie ist Autorin von zwei Büchern über Olivier Messiaen.
Werk Sie komponierte für verschiedene Besetzungen und zahlreiche Kammermusikensembles, unter anderem:
Werke für Soloinstrumente, Duos, Trios, Streichquartett, Bläserquintett Gesangwerke: Sept Enluminures nach Texten von Serge Poliakoff Nouvelles du monde après nach einem Gedicht von Christian Doumet Le Nom sur le bout de la langue in Zusammenarbeit mit Pascal Quignard Werke für Vokalensembles: Trois Fantaisies de Gaspard de la Nuit nach Gedichten von Aloysius Bertrand En la Noche dichosa nach zwölf Gedichten von Johannes vom Kreuz Propos Félins nach einem Text ihrer Tochter Anne Reverdy Kammerorchesterwerke: Concerto pour Orchestre, uraufgeführt vom Ensemble intercontemporain und 2002 in San Francisco wiederaufgenommen Orchesterwerke: Le Cercle du vent, Auftrag der Gulbenkian-Stiftung Lac de Lune, 2004 uraufgeführt vom Orchestre National de France unter der Leitung von Kurt Masur
Sie komponierte auch Opern, darunter: Le Château nach dem Roman Das Schloss von Franz Kafka La Haute Note Jaune (Leben und Tod von Vincent van Gogh) nach einem Libretto von Michel Siret-Gille Le Précepteur nach Jakob Lenz (Auftragskomposition von Hans Werner Henze für die Münchener Biennale, 1990) Le Fusil de Chasse nach Yasushi Inoue Médée nach Christa Wolf (2003 an der Opéra de Lyon in einer Inszenierung von Raúl Ruiz uraufgeführt)
2017 spendete sie ihr Archiv der Bibliothèque nationale de France.
Bibliografie Pascal Quignard: Le Nom sur le bout de la langue. Paris, POL, 1993, ISBN 978-2-86744-348-0 Dörte Schmidt: Lenz im Zeitgenössischen Musiktheater. Literaturoper als Kompositorisches Projekt bei Bernd Alois Zimmermann, Friedrich Goldmann, Wolfgang Rihm und Michèle Reverdy. Stuttgart, Metzler, 1993, ISBN 978-3-476-00932-6 Stefan Schwalgin: Le Précepteur von Michèle Reverdy. Analyse der Kompositionstechnik unter semantischem Aspekt. Kiel, Wissenschaftsverlag Vauk, 1999, ISBN 978-3-8175-0294-3 Bernard Banoun, Pierre Michel: Musique, Arts et Littérature dans l’œuvre de Michèle Reverdy. Paris, L'Harmattan, 2005, ISBN 2-296-41457-5 Emmanuel Reibel, Yves Balmer: Michèle Reverdy, compositrice intranquille. Paris, Vrin, 2014, ISBN 978-2-7116-2484-3
Weblinks
Webpräsenz Michèle Reverdy
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (CNSMD Paris) Kategorie:Komponist (Frankreich) Kategorie:Person (Hörfunk) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Frau